Cannondale Simon: elektronisches Fahrwerk

Sensation: Elektronik-Fahrwerk in Las Vegas gesichtet!

  • Christoph Listmann
 • Publiziert vor 11 Jahren

BIKE-Testleiter Christoph Listmann weilt zur Zeit auf der Interbike in Las Vegas und hat dort das erste elektronisch gesteuerte MTB-Fahrwerk an einer Cannondale-Lefty-Gabel ausprobiert.

Ähnlich des Trail-Tronic-Prinzips, welches German Answer bereits vor einigen Jahren in Willingen vorgestellt hat, kann per Joystick am Lenker und in Verbindung mit einem großen Display die Federgabel auf jede erdenkliche Fahrsituation eingestellt werden.

Ein amerikanischer Tüftler hat für Cannondale über fünf Jahre an dem System entwickelt. Der Name des Fahrwerks: Simon. Warum er ausgerechnet eine Cannondale-Lefty-Federgabel als Basis gewählt hat, ist einfach zu erklären. Cannondales Lefty ist so steif und die Nadellagerung so präzise, dass sich die Gabel unter Last nicht verbiegt. Nur so können die unbedingt nowtendigen exakten Werte ermittelt werden. Mit einer herkömmlichen Teleskopgabel ist das nicht möglich.

Das System kann sich aber nicht nur auf eine bestimmte Situation anpassen, es regelt auch vollautomatisch das Dämpfungs-Setup und die Absenkung der Gabel abhängig vom Untergrund. Die Reaktionszeit der Gabel beträgt dabei nur 6 Millisekunden. Die Werte aus Beschleunigung und Bodenverhältnissen werden 500 mal pro Sekunde neu berechnet, so dass immer eine exakte Dämpfung der Gabel eingestellt ist.

Über den Joystick am Lenker lässt sich außerdem einstellen, ob die Gabel am Berg abgesenkt sein soll, der Lockout eingeschaltet wird oder ob es gerade steil bergab geht. Die gewählte Fahrstufe wird in einem übersichtlichen Display angezeigt. Außerdem lässt sich jede erdenkliche Dämpfungseinstellung per PC-Anschluss an der Gabel programmieren. Simon kann so über 10.000 verschiedene Mapings speichern und je nach Bedarf abrufen.

Und noch ein riesiger Vorteil verbirgt sich im Inneren des Minicomputer. Er hilft bei der Einstellung der Gabel! Das Display führt durch das Setup der Gabel wie ein Computer durch die Installation eines Programmes. Über das Display lassen sich außerdem fünf unterschiedliche Modi anwählen. Cross Country, All Mountain, Downhill, Travel Management (Höhenverstellung) und Lockout.

Hinter dem ganzen System steckt eine einfache Logik gepaart mit ausgefeilter Sensor- und Steuerungstechnik: Generell werden alle Fahrmodi nicht durch Motoren oder Stellventile sondern über den Öldurchfluss geregelt. Das spart komplizierte und schwere Teile. Das Netzwerk aus fünf Sensoren und Computer sorgt außerdem dafür, dass alle Einstellungen so schnell geschehen, dass man es nicht einmal bemerkt.


Kommentar Christoph Listmann: „Nach einer Testrunde auf dem Cannondale Simon kann ich nur sagen: Das ist eine absolute Sensation! Für mich, das Vielversprechendste was ich jemals gesehen habe.“



Mehr über die Messe-Sensation in Las Vegas gibt's hier ->

Das Simon Display mit Joystick am Lenker (links)

Das Simon Display mit Beispielen für die einzelnen Modi

Die Simon Lefty Dämpferkartusche mit Durchflussregler (blau)

Der Simon Durchflussregler der Firma Enfield Technologies

Themen: Cannondaleelektronisches FahrwerkFedergabelnLas Vegaslefty


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