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Brandneu 2011: Cannondale Scalpel

Christoph Listmann am 21.06.2010

Cannondales Race-Waffe Scalpel wird für die Saison 2011 neu eingekleidet. Der Federweg sinkt, das Gewicht auch. Es soll jetzt nicht nur das siegreichste, sondern auch das leichteste Race-Fully am Markt sein.

Das ist eine Ansage: 1591 Gramm sollen Rahmen und Dämpfer zusammen wiegen. Cannondale erreicht das durch die Fertigungstechnologie, die bereits beim Superleicht-Hardtail Flash eingesetzt wird (Tube to Tube).

Direct Mount Umwerfer spart Gewicht 

Es erhält einen Direct-Mount-Umwerfer und ein einteiliges Tretlagergehäuse aus Carbon. Die Zero Pivot-Philosophie bleibt, der Hinterbau kommt nach wie vor ohne Drehpunkt aus, den nötigen Flex stellen die Carbon-Kettenstreben bereit. Beim Federweg gibt Cannondale nun 80 Millimeter an – die 100 mm des Vorgängers waren ohnehin mehr Wunsch als Realität.

Flash ähnliche Geometrie

Um den Rennfahrern des eigenen Rennteams den Umstieg vom Flash aufs Scalpel zu erleichtern, wurde die Geometrie des Scalpel etwas in Richtung Flash modifiziert. Vier Modelle kommen auf den Markt, das Topmodell Scalpel Ultimate (Teamversion) soll 8,4 Kilo wiegen und rund 8500 Euro kosten.

Hier der erste Fahrbericht:

Auch wenn Cannondale von einem neuen Scalpel spricht – es bleibt beim bekannten Konzept. Carbon-Hinterbau ohne Drehpunkt, flexende Streben, knapper Federweg, spürbare Antriebseinflüsse. Der Hinterbau zieht sich unter Kettenzug zusammen, da gibt es nichts zu verheimlichen. Das Scalpel (ab 3299 Euro) ist und bleibt ein Softtail, ein Spezialwerkzeug für eine bestimmte Zielgruppe, die vor allem das geringe Gewicht heiß macht. Also Profi-Racer und solche, die es sein wollen. Cannondale hat nicht umsonst die Geometrie des Scalpel näher an die des Superleicht-Hardtails Flash gebracht. So tun sich die Racer aus dem Profi-Team um Manuel Fumic und Roel Paulissen leichter mit dem Umstieg von Hardtail auf Fully, sofern es die Strecke verlangt.

Das Setup des Test-Bikes – schmaler Lenker, schmale Reifen – schenkt dem Durchschnitts-Biker in technischem Trail und bergab wenig Fahrspaß. Der Federweg von 80 mm wirkt optimistisch, ehrlicherweise hat sich Cannondale von den ehemals angegebenen und nie erreichten 100 mm distanziert. Das Bike hat allerdings bergauf einen Vorwärtsdrang, den man sonst nur von den leichtesten Hardtails kennt. Die Systemintegration von Kurbeln, Gabel, Schaft und Vorbau ist eine tolle Sache, die das geringe Gewicht erst möglich macht. Um Welten bedienfreundlicher funktioniert auch der X-Loc-Lockout-Hebel am Lenker, den Cannondale vom SRAM-Konzern adaptiert hat.

Rahmen mit Dämpfer sollen unter 1600 Gramm wiegen. Produktmanager Chris Peck demonstriert das an der Waage.

Christoph Listmann am 21.06.2010
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