BIKE Junior Team feiert Sieg zum Saisonauftakt

Pirmin Sigel gewinnt Rennen der UCI Junior Series

  • Ludwig Döhl
 • Publiziert vor 4 Jahren

Pirmin Sigel wollte ursprünglich nur zum Trainieren nach Südafrika reisen. Ganz nebenbei gewann er ein Rennen der UCI Junior Series.

Obwohl ich zum Saisonbeginn um die halbe Welt nach Südafrika geflogen bin, fühlte ich mich dennoch sofort wie zu Hause. Martin Gluth vom OMX Pro Team und ich reisten zusammen von München aus nach Südafrika. Angekommen im Mountainbike-Mekka Stellenbosch bezogen wir erst mal unsere Zimmer in der deutschen Rennfahrer-WG. Lars Koch und Vinzent Dorn vom Lexware-Team waren bereits vor uns in Südafrika und hießen uns in der Wohnung herzlich willkommen. Wir organisierten uns gut, trainierten und kochten zusammen und ab und zu schaute auch Simon Stiebjahn vom Team Bulls vorbei, um bei uns Jungspunden nach dem Rechten zu sehen. Der Plan für die nächsten drei Wochen war simpel. Trainieren, essen, schlafen und am Wochenende jeweils ein Rennen fahren. Zwar bremste eine leichte Erkältung mich zu Beginn des Trainingslagers leicht aus, aber die Temperaturen und die Trails rund um Stellenbosch erheiterten mein Gemüt. Am Kap trainiert um diese Zeit so ziemlich jedes Profi-Team. Ständig trifft man Worldcup-Fahrer wie Sam Gaze, Manuel Fumic oder die beiden Flückiger-Brüder.

Erstes Testrennen in Rhebokskloof

Beim Streckentraining schaute ich mir von Manuel Fumic die besten Linien ab.

Sand und Fels, die Downhills in Südafrika sind anspruchsvoll.


Am Ende der ersten Woche organisierte unsere WG einen Mietwagen, um nach Rehbokskloof zum ersten Testrennen zu fahren. Aufgrund der Hitze waren die Bodenverhältnisse sehr trocken und staubig, doch die Strecke machte mir mit ihren breite Stellen zum Überholen, schnellen und technischen Downhills und auch ein paar ordentliche Rampen echt Spaß. Ich freute mich richtig darauf, endlich wieder Rennen zu fahren! Während des Rennens fühlte ich mich gut, hatte aber schlechte Wattwerte. Das ärgerte mich. Die Erkältung steckte wohl noch in den Knochen. Naja, bis zum Worldcup-Auftakt war es ja noch eine gute Woche. In dieser Zeit konnte ich mich eng mit meinem Trainer Ralf Kleih zu Hause abstimmen und den kleinen Rest Krankheit, den ich noch in mir hatte, auskurieren.

Die UCI Junior Series


Eine Woche später stand bereits das nächste Rennen an. Es war nicht irgend ein Rennen, sondern ein Rennen der UCI Junior Series, dem Worldcup für U19-Fahrer. Am Tag vor dem Rennen trainierte ich bereits auf der Strecke. Auch hier war der Boden extrem sandig, und ich hatte in den Kurven immer wieder Probleme, mein Fahrrad zu kontrollieren. Zum Glück traf ich Simon Stiebjahn, der mir kurzerhand ein Vorderrad mit breitem Reifen auslieh. Damit hatte ich eine viel bessere Traktion, was mir extrem half. Am Samstag fuhr ich noch auf der Strecke meine Vorbelastung, um meine Form zu überprüfen. Meine Beine fühlten sich gut an. Es schien, als wäre ich meine Erkältung los. Am Abend vor dem Rennen ging ich dann in meine übliche Rennfahrer-Routine über: viel Wasser trinken, Rennrisotto mit roter Beete essen, die Beine hochlegen und ab in die Kiste.

Das Rennen

Simon Stiebjahn lieh mir für das Rennen sein Vorderrad und freute sich danach mit mir über meinen Sieg.

Das Podium der UCI Junior Series von Südafrika.

Vom Start war ich etwas überrascht. Anstelle eines lauten Signals eröffnete der Kommissar das Rennen mit den Worten "Go, go, go!". Zum Glück war nicht nur ich überrascht, und so konnte ich mich von Beginn an unter den ersten Fünf einreihen. Nach kurzer Zeit setzte ich mich mit einem südafrikanischen Fahrer ab und wir konnten gut zusammen arbeiten. Ich kontrollierte das Tempo. Bereits vor dem Rennen hatte ich mir schon Stellen ausgeguckt, wo ich attackieren wollte. In der vorletzten Runde erhöhte ich in einem Anstieg die Schlagzahl und merkte, dass von meinem Kontrahenten nicht so viel Gegenwehr kam. In der letzten Runde zog ich dann mein Tempo durch und konnte ungefährdet an erster Position durchs Ziel fahren. Wow, was für ein geiles Gefühl! Im ersten Moment konnte ich es noch gar nicht fassen, dass ich gerade ein Rennen der UCI Junior Series gewonnen hatte.

Vielen Dank an alle, die mir dabei geholfen haben und vor allem an Simon Stiebjahn für das Vorderrad. Ich trainiere noch eine Woche weiter unter der Sonne Südafrikas, bevor die Saison in Europa los geht.

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