Bericht: Singletrail-Schnitzeljagd im Ötztal Bericht: Singletrail-Schnitzeljagd im Ötztal Bericht: Singletrail-Schnitzeljagd im Ötztal

Bericht: Singletrail-Schnitzeljagd im Ötztal

  • Christoph Listmann
 • Publiziert vor 12 Jahren

Für Singletrail-Fans war das Event in Sölden ein absoluter Leckerbissen. BIKE-Redakteur Christoph Listmann war live dabei.

Was genau auf uns zukommt, wissen wir nicht, als mein Partner Christoph Berger und ich ins Ötztal reisen. Wir wissen aber, was wir uns wünschen: ein Wochenende biken, möglichst viele Trails, möglichst technisch und möglichst viel Spaß drumherum.

Das Riders-Meeting am Freitagabend lüftet das Geheimnis. Alle Zweierteams starten gemeinsam in das Event, jeder erhält den Schnitzelpass mit vier ausgeschriebenen Stationen (Kartenausschnitte), die man erreichen muss. An jeder Station wartet eine Aufgabe, die man gemeinsam lösen soll. Wie man die Stationen erreicht, ob aus eigener Kraft oder mit der Gondel, bleibt einem selbst überlassen. Auch in welcher Reihenfolge man die Stationen anfährt, bleibt Sache der persönlichen Taktik.

Die Expo bei der Singletrail-Schnitzeljagd.

Schnitzeljagd-Pate Holger Meyer schickt endlich alle Teams auf die Reise. Wir entscheiden uns für die Kleblealm als erste Etappe, diese ist nämlich nur aus eigener Kraft erreichbar, und davon haben wir zum Start am Samstagmorgen noch genug. 610 Schotter-Höhenmeter und 46 Minuten später stehen wir bei der ersten Misson: Jeder muss einen Schnaps trinken. Gestärkt davon jagen wir die Trail-Abfahrt nach Sölden hinab. Feinster Downhill, praktisch alles fahrbar und mit genau der Prise Adrenalin, die einem zeigt, dass man lebt.

Obwohl das Event als Enduro-Challenge ausgeschrieben ist, haben wir uns für sportliche Bikes entschieden. Scott-Spark-Fully mit 115 mm-Gabel und 2,4 Zoll-Reifen sowie Specialized Stumpjumper mit 120 mm Federweg, Teleskop-Sattelstütze und ebenfalls 2,4er Schlappen. Einige andere sind mit echten Enduros, Flatpedals und entsprechenden Schuhen angetreten. Für uns Ex-Racer wäre das ein völlig falsches Equipment.

Diese Aufstiegshilfe nimmt man doch gerne mit...

Die nächste Station, Gaislachalm, steuern wir direkt nach dem Klebleaml-Downhill über die Gasislachkogel-Kabinenbahn an. Klar, könnte man auch hier rauftreten, doch das muss nicht sein (macht auch kein anderes Team). Die Gondel bringt uns in wenigen Minuten 800 Meter höher. Auf der Gaislachalm müssen wir uns gegenseitig mit Hilfe einer Rock Shox-Gabel mit Schokolade füttern. Mission erfüllt, weiter geht es in den nächten Trail, wieder vom Feinsten, wieder hinunter bis nach Sölden. Die Bremsen werden extrem gefordert, so steil ist es. Man könnte alternativ auch die Forststraße nehmen, doch dafür sind wir nicht angereist. Mit unseren Federwegen kommen wir gerade so klar, etwas mehr könnte nicht schaden.

Etwa zwei Stunden sind wir jetzt unterwegs. Unsere Taktik sieht nun vor, die beiden letzten Stationen zu verbinden. Also wieder rein in die Kabinenbahn, hinauf zur Gaislach-Mittelstation. Von dort führt ein Supertrail am Hang entlang, quert die Rettenbachferner-Mautstraße, führt weiter am Hang entlang mit Flow und schickt uns über schwierige Serpentinen hinunter zur Gampe Thaya-Alm.

Im Trail Richtung Gampe Thaya.

Die Gampe Thaya ist ein absoluter Geheimtipp: sensationeller Ausblick, riesige Lounge-Möbel, Schaf-Felle, eine Oase für gepflegtes Chill Out. Gerne würden wir hier Kässpatzn und Kaiserschmarrn futtern, doch wir drehen missionsgemäß eine Runde auf Kinderbikes, holen uns den Stempel ab und radeln weiter Richtung Edelweißhütte. Statt auf der Forststraße zu kurbeln, biegen wir in einen Sahnetrail ein, wohl wissend, dass man es sich auch leichter machen könnte. Ob andere Teams eine andere Taktik gefunden haben? Ob es cleverere Lösungen gibt? Wissen wir nicht, aber das Risiko gehen wir zugunsten des Fahrspaßes gerne ein. Wir möchten so viel Trail mitnehmen wie nur irgendwie möglich.

Der Trail zur Edelweiß-Hütte.

100 schöne Abfahrts-Höhenmeter später führt uns eine Asphaltstraße 200 Höhenmeter wieder hinauf nach Hochsölden, hier beginnt der Trail zur Edelweißhütte. An der Hütte lautet die Aufgabe: 30 Sekunden Hula-Hoop mit Conti-Reifen. Mission erfüllt, weiter geht es in den finalen Weg hinunter zum Ziel. Auch dieser Weg gehört zum besten, was man sich vorstellen kann: Er ist technisch gut machbar, besitzt viel Flow, integriert aber auch einige Adrenalin-Passagen. Das Ziel in Sölden erreichen wir als erstes Team in 3.11 Stunden! Wir sind etwa 2200 Höhenmeter runter gefahren, davon 90 Prozent über schmale Trails. Besser geht es nicht. Bergauf aus eigener Kraft strampelten wir keine 1000 Höhenmeter, dennoch sind wir einigermaßen erschöpft, um nicht zu sagen: gut ausbelastet.

Christoph und Christoph als Sieger im Ziel.

Nach und nach tröpfeln die anderen Teams ein, die meisten mit der gleichen Taktik wie wir. Die familiäre Stimmung des Events hält an, es gibt Siegerehrung, Schnitzelessen und bereits Pläne für den nächsten Tag. Wer will, kriegt wieder eine Tageskarte für die Gondel und darf sich erneut ins Singletrail-Abenteuer stürzen. Wir freuen uns schon aufs nächste Jahr...

Infos:


www.oetztal.com


www.dierasenmaeher.de

Themen: ÖtztalSchnitzeljagdSingletrailSölden


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