BIKE Header Campaign
Die Getriebe-Box des Nagelcraft-Antriebs befindet sich auf der linken Kurbelseite. Die Getriebe-Box des Nagelcraft-Antriebs befindet sich auf der linken Kurbelseite.
News allgemein

Alternative zur Kettenschaltung: Das Nagelcraft-Getriebe

Stefan Loibl am 10.05.2011

Mit knapp über einem Kilo und einem Übersetzungsverhältnis von 520 Prozent ist das stufenlose, gekapselte Nagelcraft-Getriebe das leichteste Getriebe der Welt. BIKE erklärt exklusiv die 30 Einzelteile und zeigt, wie es funktioniert.

Mountainbike-Antriebe werden von klassischen Kettenschaltungen à la Shimano oder SRAM dominiert, Rohloff-Naben sind eine verbreitete, aber relativ geringe Alternative. Nach dem Pinion-Getriebe, das im September 2010 auf der Eurobike vorgestellt wurde, hat nun der österreichische Erfinder Edmund Nagel in BIKE 6/11 erstmals sein Nagelcraft-Getriebe vorgestellt. 

Entwickler Edmund Nagel spricht bei seiner Erfindung von einer „Killer-Innovation“ und von einem „Boom, der vergleichbar ist mit der Erfindung des Carving-Ski“. Trotz des relativ einfachen Prinzips des Schrittschaltgetriebes bedarf das Nagelcraft einer technischen Erklärung. BIKE zeigt Ihnen, wie das stufenlose Schaltgetriebe funktioniert.

Das Innenleben mit allen Bezeichnungen.

1 = Dreifach-Nockenscheibe ( 2 x je 60° versetzt)

2 = Pendelarm ( 2x)

3 = flexible Bowdenzüge (2 x)

4 = Gehäuse (hermetisch dicht)

5 = verstellbarer Gleitteil / Übersetzungsverstellung (2 x)

6 = Pleuel (2 x)

7 = Rückstellfeder (2 x)

8 = Ritzel vorne

9 = Freilaufringe (2 x)

10 = Klemmkörperfreiläufe (2 x)

11 = Antriebswelle zum Ritzel (Freilaufkern)

12 = Tretkurbelwelle

13 = Ölschraube (Höhe des Ölstandes)

 

Funktionsweise des Schrittschaltgetriebes

Die Rotation der Tretkurbelwelle wird auf das große Zahnrad (nicht im beschrifteten Bild) übertragen. Dieses große Zahnrad treibt das kleine Zahnrad an und dessen Achse wiederum die doppelte Nockenscheibe. Auf den Flanke der beiden Nockenscheiben laufen die Tastarme der Pendelarme, die dadurch in eine Hubbewegung versetzt werden. Diese Hubbewegungen überlappen sich, d.h.: Der eine Hub beginnt kurz bevor der vorangegangene des anderen Pendelarms endet. Der sich überlappende, wechselweise Hub wird über die beiden Pleuel auf die Freiläufe übertragen. Jeder der Hübe dreht die Antriebswelle (ohne Rucken und Unterbrechung) ein Stück weiter.