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Absa Cape Epic, Stage 7: Das Finale

  • Thomas Roegner
 • Publiziert vor 7 Jahren

Das deutsche Topeak-Ergon Racing Team mit Robert Mennen und Kristian Hynek gewinnen das Absa Cape Epic 2014. UPDATE: Mit Best-of-Videos.

Somerset West/Südafrika – "Ich kann gar nicht glauben, dass ich das größte Mountainbike-Rennen der Welt gewonnen habe”, sagte ein erschöpfter, aber glücklicher Robert Mennen im Ziel des Absa Cape Epic in Lourensford. Mit seinem tschechischen Teamkollegen Kristian Hynek war er nach der dritten Etappe ins Gelbe Zebratrikot geschlüpft und hatte es bis ins Finale verteidigt. Im Vorjahr war Mennen der größte Pechvogel des Rennens gewesen, als ihm auf der ersten Etappe eine kleine Antilope ins Vorderrad sprang, und er sich beim Sturz das Schlüsselbein brach. Die besten Beine am Finaltag hatte der Schweizer Nino Schurter, Scott Odlo MTB Racing. Er und sein Partner Philip Buys überließen den Etappensieg ihrem "Support Team” Matthys Beukes und Gert Heyns aus Südafrika. Gesamtzweite wurden Meerendal Songo Specialized, Christoph Sauser (SUI) und Frantisek Rabon (CZE), die ihren Rückstand vom Regentag nicht mehr aufholen konnten. Die Frauenwertung gewannen Ariane Kleinhans (SUI) und Annika Langvad (DEN), Team RECM 2.

Kurzer Rückblick auf Etappen 5 und 6

Bereits auf Etappe 5 wäre das Rennen um die Gesamtführung für Robert Mennen und Kristian Hynek beinahe verloren gewesen. Als das Topeak-Ergon Racing Team im gelben Leadertrikot Doppelplatten fuhr, erhielten sie Unterstützung vom Team Centurion-Vaude. Jochen Käß spendierte dem Hynek zwei Laufräder, damit das Favoritenteam seine Chance auf den Gesamtsieg wahren konnte. "Wir haben Kristian Hnyek heute gerne geholfen, wir haben schließlich beide kein Backup-Team. Wir liegen aussichtslos im Rennen, haben vielleicht noch eine Chance auf Top Ten im Gesamtklassement zu fahren. Sie (Topeak Ergon Racing, d. Red.) hätten mit Sicherheit das Gelbe Trikot verloren, wenn wir ihnen nicht geholfen hätten und somit haben wir eine gute Tat vollbracht", so Käß, nachdem er mit den defekten Laufrädern und nach gescheiterten Reparaturversuchen eine halbe Stunde zur nächsten Verpflegungsstelle laufen musste.

Sportsgeist: Centurion-Vaude hilft mit Laufrädern aus, Topeak-Ergon wahren die Gesamtführung auf Etappe 5.

Sieger der fünften Etappe waren die immer stärker fahrenden Roel Paulissen (BEL) und Riccardo Chiarini (ITA) vom Team Torpado Factory vor Nino Schurter und Philip Buys, die auf einen zweiten Etappensieg gehofft hatten. Mennen/Hynek kamen auf Rang 4 hinter ihren Verfolgern Christoph Sauser (SUI)/Frantisek Rabon (CZE), Meerendal Songo Specialized. Sie behalten aber mit 9.47,7 Minuten Vorsprung die Gesamtführung nach sechs von acht Tagen.

Auch die sechste Etappe begann für das Team im Gelben Trikot mit einer Panne, wieder half Jochen Käß seinem Sportsfreund Hynek mit einem Laufrad aus. "Wir sind am Anfang ganz schön ins Schwitzen gekommen, als Kristian wieder einen Defekt hatte. Wir sind froh, dass wir die Lücke wieder schließen konnten und waren erstaunt, wie hoch das Tempo vorne ist. Da dachten wir, ok, vielleicht können wir am Ende noch einen drauflegen. Unsere Verfolger mussten heute auch ganz schön über das Limit gehen. Das wird spannend morgen,” sagte Robert Mennen im Ziel. Der Deutsche und sein tschechischer Partner Hynek vergrößerten das Zeitpolster auf Sauser/Rabon auf 10.23,5 Minuten.

Bulls 2 mit Vollgas auf’s Podium

Lediglich vier Minuten betrug am Finaltag der Vorsprung von Team Bulls 2, Tim Boehme und Simon Stiebjahn auf ihre Verfolger Torpado Factory, Roel Paulissen und Riccardo Chiarini. Doch das belgisch-italienische Team verfuhr sich, und legte zwei Extra-Kilometer auf der 67 Kilometer langen Finaletappe ein. "Zwischenzeitlich war es ganz schön eng, ich hatte nicht mehr ans Podium geglaubt, aber dann fuhr ich einfach Vollgas, Vollgas, Vollgas. In der letzten Verpflegungsstelle waren es zwei Minuten 15 auf Torpado, da wusste ich, jetzt wird es eng, jetzt müssen wir alles riskieren. Zum Glück hatte ich noch gute Beine im Flachen und konnte Tempo machen. Dritter Gesamt – ich bin so glücklich, aber ich kann es noch gar nicht richtig fassen, vielleicht morgen”, freute sich Stiebjahn im Ziel, der am Vortag seinen 24. Geburtstag gefeiert hatte.

Wie auf der vorletzten Etappe ging der Scott-Zug ab. Sie hatten die "Belohnungsetappe” vom Vortag gewonnen, wie sie Racedirektor Kati Csak nannte: Die endlosen Singletrails, speziell angelegt für Mountainbiker, waren die richtige Spielwiese für Nino Schurter und Philip Buys: "Das ist richtiges Mountainbiken, da sind wir schnell und haben das richtige Material dafür. Wir hatten keinen Defekt und sind für solche Etappen am besten vorbereitet. Wir leiden beide, aber Philip (Buys) ist richtig gut in den Trails, das macht Spaß”, resümierte Schurter nach Etappe 6.

Outcasts, die das Cape Epic 2014 ohne ihre Teamkameraden – in Klammern – beenden mussten: 3-1, José Hermida (ohne Rudi van Houts), Team Multivan Merida Biking – 22-2, Soren Nissen (ohne Greg Saw), Team iHUS – 14-1, Konny Looser (ohne Hannes Genze), Team Meerendal Centurion Wheeler 2-2, Urs Huber (ohne Karl Platt), Team Bulls 1

Im Finale setze sich das Team Scott Odlo Racing mit den Südafrikanern Matthys Beukes und Gert Heyns (Scott Factory Racing) nach der Tragepassage auf dem historischen Wagentrek ab. Von Oak Valley ins Weingut Lourensford in Somerset West führte die Finaletappe des elften Absa Cape Epic, 1800 Höhenmeter summierten sich auf der 67 Kilometer langen Strecke, die in fast genau 3 Stunden vom Siegerteam zurückgelegt wurde.

Nur ein Satelliten-Absturz hätte den Sieg von Topeak Ergon noch verhindern können

So dramatisch das Epic in den ersten Tagen verlaufen war, so planmäßig rollte es zum Schluss für die Gesamtsieger vom Team Topeak-Ergon. "Heute ist nichts mehr angebrannt, wir sind sturz- und defektfrei durchgekommen. Von daher: optimal gelaufen” lautete das Fazit von Robert Mennen. "Ich glaube, ich realisiere den Gesamtsieg erst, wenn ich zur Ruhe komme.” In den ersten vier Tagen hatte jeden Tag das Leadertrikot gewechselt, Favoriten und Topfahrer wie Karl Platt, Rudi van Houts und Hannes Genze mussten wegen Stürzen und Verletzungen aussteigen. Die deutschen Topfahrer Markus Kaufmann und Jochen Käß (Centurion Vaude) hatten sich eine Stunde Rückstand eingehandelt, als ihnen an Tag drei eine Kettenstrebe brach. Die letzten Tage stellten sie sich selbstlos als Support den Topeak-Jungs zur Verfügung, und retteten diesen zwei Mal mit Laufrädern die Gesamtführung. Am Ende landete Centurion-Vaude auf Gesamtrang 10 hinter Team Bulls 3 mit dem mehrfachen Epic-Gewinner Stefan Sahm und Thomas Dietsch (FRA).

Scott-Kollegen: Nino Schurter (ganz links), mit Teamkamerad Philip Buys (ganz rechts) und das schnellste südafrikanische Team Gert Heyns/Matthys Beukes dazwischen.

"Wir blieben bei den Topeaks. Wir konnten ihnen nicht davonfahren, die sind mindestens so stark wie wir. Nur wenn ein Satellit vom Himmel auf Robert und Kristian gefallen wäre, hätten wir gewonnen. Der entscheidende Tag war Etappe 2 mit dem Regen, als wir die Bremsenprobleme hatten. Der Verlust von 12 Minuten da hat uns den möglichen Gesamtsieg gekostet", stellte Christoph Sauser (SUI), vierfacher Epic-Sieger und amtierender Marathon-Weltmeister fest.

Nach Etappe 5 und 6 nun auch der Finalsieg für Kleinhans/Langvad bei den Frauen

In der Frauenwertung lief es weiterhin gut für Annika Langvad (DEN) und Ariane Kleinhans (SUI). Finalsieg und damit Gesamtsieg für das dänisch-schweizerische Frauenteam. Die Verfolgerinnen Esther Süß und Sally Bigham, Meerendal, kamen 12.07,6 Minuten später ins Ziel. "Jeden Tag habe ich mich gefragt, wie werde ich wohl Sally Bigham und Esther Süß schlagen können, ich war mir nicht sicher, ob ich auf diesem Niveau mitfahren kann. Wir haben die Woche aber gezeigt, dass wir wirklich überzeugend gewinnen konnten. Meine Partnerin Annika Langvad ist extrem stark, sie ist wahrscheinlich eine der besten in unserem Sport. Es war fantastisch mit ihr. Ein unglaubliches Gefühl”, freute sich die Schweizer Marathonmeisterin, die mit dem südafrikanischen Mountainbiker Erik Kleinhans (TEAM RECM) verheiratet ist und bereits zwei Mal die Mixed-Wertung mit ihm gewonnen hat.

Ariane Kleinhans und Annika Langvad freuen sich über die Siegestrophäe.

Bart Brentjens (NED) und Abraao Azevedo (BRA) behielten ihr Leadertrikot bei den Masters, ebenso wie die Grandmaster-Paarung Heinz Zörweg (AUT)/Andrew McLean (RSA) vom Team Cycle Lab Toyota. Das deutsche Mixed-Team Bettina Uhlig/Tom Janas (Sportograf.com/ BQ Cycling) gewann die Finaletappe 14.27,3 Minuten vor den Mixed-Gesamtführenden und schob sich damit auf Rang 3 der Gesamtwertung.

Fahrer-Stimmen nach der letzten Etappe des Absa Cape Epic

Frantisek Rabon (CZE), Meerendal Songo Specialized
"Es ist wirklich ein hartes, aber sehr schönes Rennen, das sollte jeder Mountainbiker einmal fahren. Wir hatten viel Druck, ich denke, wir konnten gut damit umgehen. Beim Prolog bin ich nicht optimal gefahren, aber unter der Woche lief es einigermaßen gut, ich hatte gute Beine. Die letzten Tage waren alle, außer Nino Schurter, schon ein wenig angeschlagen. Durch unseren Zeitverlust konnten wir nur noch versuchen, uns zurückzukämpfen."

Tim Böhme (GER), Bulls 2
"Ich habe heute nur gelitten und nur gekämpft. Wir haben Torpado immer gesehen und ahnten, dass es knapp wird. Unser Zeitabstand war nicht so groß, dass uns die beiden nicht noch hätten holen können. Zwischendurch dachte ich, ich kann nicht mehr. Aber Simon (Stiebjahn, d. Red.) hat so Gas gegeben und so für das Podium gekämpft, dass ich einfach dranbleiben musste."

Stefan Sahm (GER), Bulls 2
"Es wäre mehr drin gewesen für uns, leider hatte Thomas (Dietsch, d. Red.) die Magenprobleme. Ich weiß aus den Vorbereitungsrennen, wie gut er drauf war. Schade, dass wir das durch die Krankheit nicht umsetzen konnten. Ich bin froh, dass wir hier in Lourensford angekommen sind. Dass sich Thomas so durchgekämpft hat, ist unglaublich, ich kenne niemanden, der das kann. Das Wort Aufgeben existiert in seinem Vokabular nicht."

Annika Langvad (DEN), RECM 2
"Ich bin sehr glücklich, es ist ein wundervolles Gefühl. Es war überwältigend, hier in Lourensford durchs Ziel zu fahren mit den tausenden von Zuschauern. Ich habe noch eine so gute Stimmung und so ein tolles Finale bei einem Mountainbike-Rennen erlebt."

Alle Cape-Epic-Finisher sind Gewinner. Hier die Schnellsten aller Wertungsklassen.

Die Gewinner aller Wertungen im Überblick (im Bild v. l.):

Absa African: Matthys Beukes (RSA), Gert Heyns (RSA), Team Scott Factory Racing, Zeit: 31:42.52,4 Stunden
Masters: Bart Brentjens (NED), Abraao Azevedo (BRA), Team BETCH.nl Superior Meerendal, Zeit: 33:53.04,1 Stunden
Ladies: Ariane Kleinhans (SUI), Annika Langvad (DEN), Team RECM 2, Zeit: 34:54.53,7 Stunden
Men: Kristian Hynek (CZE), Robert Mennen (GER), Team Topeak-Ergon Racing, Zeit: 30:31.59,2 Stunden
Mixed: Aurélie Halbwachs (MU), Yannick Lincoln (MU), Team Synergy, Zeit: 37:07.20,1 Stunden
Grand Masters: Andrew Mclean (RSA), Heinz Zoerweg (AUT), Team Cycle Lab Toyota, Zeit: 33:56.37,5 Stunden
Exxaro: Azukile Simayile (RSA), Siphosenkosi Madolo (RSA), Team Meerendal Songo Specialized 16, Zeit: 35:40.05,9 Stunden

Ein Fahrer vor dem Einstieg in die Tragepassage auf Etappe 7. Dahinter die Aussicht auf Kapstadt.

Über das Absa Cape Epic

Das ABSA Cape Epic ist bekannt als die "Tour de France der Mountainbiker” und fand erstmals 2003 statt. Zweierteams treten in den Kategorien Männer, Frauen, Mixed, Masters und Grandmasters an. Das diesjährige Rennen startete am 23. März 2014 mit dem Prolog auf der Weinfarm Meerendal außerhalb von Kapstadt. In acht Etappen legen die 1200 Mountainbiker insgesamt 725 Kilometer und 14.850 Höhenmeter zurück, bevor sie die Ziellinie im Weingut Lourensford in Somerset West überquerten.

Das nächstjährige Absa Cape Epic wird von 15. bis 22. März 2015 veranstaltet.

Mehr Infos auf www.cape-epic.com

Alle Ergebnisse auf www.cape-epic.com/fans/hall-of-fame/results

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Schlagwörter: Absa Cape Epic Etappenrennen Marathon Südafrika


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