Test: Black Mountain Kinder-Bikes

Black Mountain: Kinder-Bikes die mitwachsen

  • Stefan Frey
 • Publiziert vor 6 Monaten

Kinder wachsen schnell, doch die Bikes des britischen Herstellers Black Mountain wachsen mit. Wir haben das Pinto 14" für die ersten Tretversuche getestet und stellen das Hütto Trail in 20 Zoll vor.

Größere Schuhe, längere Hosen, weitere Jacken. In nicht mal zwei Jahren vom ersten Puky Wutsch aufs Bobby Car und dann aufs Laufrad . Kinder wachsen schnell und lernen noch viel schneller. Ständig brauchen sie neue Klamotten und größere Herausforderungen, um ihren Spieltrieb zu befriedigen.

Mit gerade mal Zweieinhalb ist unser Testfahrer Hannes noch lange nicht stubenrein. Trotzdem schielt er schon seit Wochen neidisch auf das 14-Zoll-Bike seines großen Bruders. Er will endlich treten, Schluss mit schieben und schubsen. Damit das erste Bike nicht schon nach wenigen Wochen wieder zu klein ist, hat sich der britische Hersteller Black Mountain etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Kinderfahrräder die mitwachsen. Die patentierten Rahmen lassen sich in wenigen Schritten über ein Schraubsystem verlängern und wachsen so mit dem Sprössling mit. Das kleinste Modell in der Palette, das Pinto 14", lässt sich sogar vom Laufrad zum ersten Fahrrad umbauen.

Der kleine Hannes hat sichtlich Spaß mit dem Pinto 14". In der kleinsten Einstellung kommt der „laufende Meter” noch gut mit den Füßen auf den Boden.

Black Mountain Pinto 14" im Detail

  • Alu-Rahmen mit Mitwachs-Technologie
  • 14" Laufräder mit Kenda Small Block 8 Reifen
  • Tektro-V-Brakes
  • Riemenantrieb
  • 92 Millimeter Kurbelllänge
  • Wechsel-Ritzel mit 30/25 Zähnen
  • passt von ca. 90 bis 109 Zentimeter Größe
  • Alter: 2,5 bis ca. 5 Jahre
  • Gewicht: 5,7 Kilo
  • Farben: grün, blau, orange, lila


Preis: 399 Euro / blackmountain.bike
/de

Pinto 14" – leichter Umbau

Das Pinto 14" kommt nur zum Teil vormontiert und in der Laufrad-Einstellung direkt von der Insel. Doch mit der übersichtlichen Anleitung und dem mitgelieferten Werkzeug ist das Kinder-Mountainbike fix montiert. Lenker gerade stellen, Laufräder einbauen, Bremse einhängen und schon könnte der Spaß losgehen. Doch Hannes zieht erst mal eine beleidigte Miene. Stimmt, er wollte ja treten, nicht schieben. Also überspringen wir die erste Stufe und wechseln vom Laufrad- in den Pedal-Modus. Hierfür muss die Sattelstütze ausgebaut und gegen eine Stütze mit vormontierter Kurbel gewechselt werden. Auch hier sind die Arbeitsschritte anschaulich erklärt und so steht innerhalb weniger Minuten das Pinto 14", nun mit Riemenantrieb, fahrfertig vor uns. Mit knapp unter einem Meter Größe passt der Knirps in der niedrigsten Satteleinstellung gerade so über den Rahmen, sodass er mit den Füßen noch auf den Boden kommt – für die ersten Fahrversuche elementar.

Der Rahmen lässt sich über zwei Schrauben mit wenigen Hadgriffen verlängern.

Die zweite Schraube sitzt hinten am Sitzrohr. Für die Nutzung als Laufrad liefert Black Mountain ein spezielles Sitzrohr mit.

Der Umbau ist auch für Laien wirklich kein Problem.

Mit Papas Hand an der Schulter geht es die ersten Meter vor der Haustür entlang. Hannes sitzt, dank gekröpftem Lenker angenehm aufrecht auf dem Bike. Drei Spacer über dem Vorbau lassen zudem genügend Spielraum für das zukünftige Wachstum. Die 92 Millimiter kurzen Kurbeln passen gut zur Körpergröße, ebenso die winzig wirkenden Plattform-Pedale. Nur das Treten will noch nicht so ganz klappen.

Stimmige Komponenten

Überhaupt wirkt das komplette Kinder-Bike recht stimmig auf den kleinen Körper angepasst. Den 430 Millimeter breiten Lenker hält Hannes mit den 24 Millimeter dünnen Griffen sicher in der Hand. Große Endkappen verhindern, dass die kleinen Hände von den Griffen rutschen oder der Lenker beim Ablegen auf den Boden beschädigt wird. Auch die Tektro-Bremsen lassen sich gut an die kleinen Hände anpassen und sind selbst für den Knirps locker erreichbar. Besonders clever: der Riemenantrieb ist nicht nur wartungsarm, sondern schont auch noch die Nerven der Eltern. Ölverschmierte Hände oder Ölflecken auf der Kleidung gibt es hier nicht.

Die Tektro V-Brakes reichen für erste Gelände-Einsätze völlig aus und lassen sich gut an die kleinen Hände anpassen.

Der Riemenantrieb sieht nicht nur super aus, er ist auch noch praktisch und verschleißt kaum.

Der breite, gekröpfte Lenker gibt viel Kontrolle. Zusätzliche Spacer sorgen für Spielraum bei der Größenanpassung.

Ein paar Tage später klappt's dann auch mit dem Treten. Doch hier wird schnell klar: der kleine Gang wird nicht lange reichen. Schon jetzt will Hannes schneller fahren, als seine kurzen Beine strampeln können. Praktisch: das Ritzel am Hinterrad ist quasi doppelt ausgeführt. Nimmt man den äußeren Ring ab, bekommt man ein kleineres Ritzel und somit einen größeren Gang. Auf den muss Hannes aber noch warten. Der Wechsel wird erst möglich, wenn auch der Rahmen in die längere Position geschraubt wird. Ansonsten würde der Riemen nur schlapp im Rahmen hängen.

Kleine Pedale für kleine Füße. Die Kunststoff-Pins könnten etwas griffiger sein.

Kenda Small Block 8: der Klassiker an Kinderbikes ist auch gut für erste Gelände-Einsätze.

Die Bremsleitung verläuft versteckt durch das Unterrohr.

Die Griffe sind mit 24 Millimeter Durchmesser ausreichend dünn und am äußeren Ende zusätzlich geschützt.

Sicher durch leichtes Gelände

Den ersten Ausflug ins Gelände haben die beiden mittlerweile übrigens auch hinter sich und der Knirps war sichtlich begeistert. Mit dem breiten Lenker und seinem 67 Grad flachen Lenkwinkel rollt das Pinto 14" gut kontrollierbar über die ersten Trail-Meter. Die V-Brakes sind dabei natürlich völlig ausreichend, auch wenn Hannes zum Bremsen aktuell noch lieber die Hacken in den Boden haut.

Zum ersten Mal tretenderweiße durchs Gelände. Das leichte Pinto eignet sich perfekt für die ersten Trail-Meter.

Fest steht: mit dem leichten Pinto 14" wird der Kleine noch lange Spaß haben. Rahmen, Spacer und Bremshebel bieten viel Spielraum für die kommenden Wachstumsschübe und sobald die längere Rahmen-Einstellung passt, kann auch der Wechsel auf den schwereren Gang erfolgen.

Black Mountain Hütto Trail 20"

Neben dem Skog 16" und dem Kapel 18" hat Black Mountain auch noch das Hütto 20" im Programm. Das größte MTB-Modell der Briten gibt es in drei Ausstatungsvarianten mit V-Brake, Disc-Brake oder Disc-Brake und Federgabel. Alle drei Modelle verfügen natürlich auch über den patentierten mitwachsenden Rahmen. So können Kids schon ab sechs Jahren und einer Größe von 118 Zentimeter die Trails unter die Stollen nehmen.

Ab einer Körpergröße von etwa 118 Zentimetern geht es mit dem Hütto Trail 20" von Black Mountain ins Gelände.

Für Kinder, die erst etwas später mit dem Radfahren anfangen, lässt sich das Hütto mit einem optionalen Kit als Laufrad nutzen. Mit einer Spinner Grind Air Federgabel mit 50 Millimeter Federweg und seiner 7-Gang-Schaltung ist das Hütto Trail 20" schon für richtige Trail-Einsätze vorbereitet.

Black Mountain: Hütto Trail 20

11 Bilder

Hütto Trail 20" im Detail

  • Alu-Rahmen mit Mitwachs-Technologie
  • Spinner Grind Air 50mm Gabel
  • 20" Laufräder mit Schwalbe Black Jack Reifen
  • Tektro Scheibenbremsen mechanisch
  • Sram X3 7-Gang-Schaltung
  • Sram 3.0 Gripshift- Schalthebel
  • passt von ca. 118 bis 134 Zentimeter Größe
  • Alter: 6 bis ca. 8,5 Jahre
  • Gewicht: 10,1 Kilo
  • Farben: grün, blau, orange, lila


Preis: 740 Euro /  blackmountain.bike
/de

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