Sram Eagle eTap Elektro-Schaltung Sram Eagle eTap Elektro-Schaltung

Prototypen beim MTB-Worldcup Stellenbosch

Elektronische Sram Eagle – neues Race-Fully von Canyon

Stefan Loibl am 13.03.2018

Prototypen-Alarm beim MTB-Worldcup in Stellenbosch: Am Bike von Nino Schurter konnte man eine elektronische Sram Eagle-Schaltung sehen, das schwarze Canyon-Fully dürfte der Lux-Nachfolger sein.

Über eine elektronische Schaltgruppe von Sram wird bereits lange spekuliert, aber nun wurde sie erstmals im Worldcup eingesetzt. Bei keinem Geringeren als Nino Schurter sah man das Pendant zur Shimano XTR Di2, die bereits 2014 vorgestellt wurde. Am Scott Spark von Schurter konnte man eine Sram Eagle 1x12-Gruppe sehen, die ohne Kabel auskommt. Dafür sieht man am Schaltwerk hinten eine kleine Batterie, die der von Srams Red eTap – der elektronischen 11fach Rennrad-Gruppe – ähnelt. Der Schalthebel wirkt wenig spektakulär und ganz schön klobig. Wir können uns nicht vorstellen, dass der Hebel an Schurters Bike die finale Version des Elektro-Shifters von Sram sein wird. Wahrscheinlich funkt die Elektro-Eagle mit demselben 128-Bit-verschlüsselten Wireless-Protokoll wie die eTap-Straßengruppe. Hier die ersten Spy-Shots der Sram Eagle eTap:

Sram Eagle eTap Elektro-Schaltung

Ein Eagle-Schaltwerk mit hinten angedocktem Akku.

Sram Eagle eTap Elektro-Schaltung

Der Schalthebel gleicht in der Funktion wahrscheinlich einem normalen Sram-Trigger, wirkt an Schurters Bike allerdings etwas klobig. Wir denken, dass der Serienhebel deutlich minimalistischer ausfallen dürfte. Das Kästchen vor dem Lenker ist übrigens keine Funkverbindung, mit der man von außen durch Schurters Gänge schalten kann, sondern dürfte eine 360-Grad-Kamera von GoPro sein.

Nino Schurter Worldcup Stellenbosch 2018

Test unter Rennbedingungen: Auch am Samstag beim Worldcup-Rennen fuhr Nino Schurter die Elektro-Schaltung von Sram.

Neues Race-Fully von Canyon

Zweiter Hingucker des Worldcups waren die komplett schwarzen Fullys von Mathieu van der Poel und Pauline Ferrand-Prevot, die beide für Canyon fahren. Das Bike dürfte um die 100 Millimeter Federweg besitzen und der Nachfolger des Canyon Lux sein. Auffällig ist, dass der Dämpfer nicht mehr stehend vor dem Sattelrohr sitzt, sondern unter dem Oberrohr platziert wurde. Damit ist das neue Canyon-Fully ein abgestützter Eingelenker. Wie beim Lux wird auf das Lager nahe der Hinterradachse verzichtet, stattdessen übernehmen die flexenden Sitzstreben diese Aufgabe. Durch die neue Platzierung des Dämpfers ist Platz für einen zweiten Flaschenhalter, was bei Race-Fullys absolut Sinn macht. Die Rohrformen und speziell der Bereich ums Steuerrohr ähneln stark der Designsprache des kürzlich vorgestellten Canyon Spectral für 2018. Die hintere Dämpferaufnahme erinnert dagegen etwas ans neue Canyon Torque. Auch das hoch gezogene Sitzrohr enttarnt das Canyon-Bike von van der Poel und Ferrand-Prevot als Neuheit. Wie das Bike heißt und wann es vorgestellt wird, wissen wir nicht. Aber ein zweiter (bei den Damen) und ein vierter Platz (bei den Herren) sind ein mehr als gelungener Einstand für das neue Race-Fully des Direktversenders.

Canyon Prototyp Race-Fully Ferrand-Prevot

Dämpfer unterm Oberrohr und die Designsprache vom neuen Spectral: So sieht der Canyon-Prototyp des neuen Race-Fullys aus.

Canyon Prototyp Race-Fully Mathieu van der Poel

Platz für einen zweiten Flaschenhalter: Das zeichnet das neue Canyon-Bike im Vergleich zum aktuellen Lux aus.

Canyon Prototyp Race-Fully Ferrand-Prevot

Pauline Ferrand-Prevot fuhr ihr Canyon beim Worldcup mit einer Reverb-Variostütze.

Stefan Loibl am 13.03.2018