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Neuheiten vom Ziener BIKE-Festival in Willingen

Neue Mountainbikes in allen Formaten

  • Stefan Frey
 • Publiziert vor 5 Jahren

Fette Reifen nur am Rande – Beim Ziener Bike-Festival in Willingen haben die Hersteller vor Allem leichte Racer und potente Enduros am Start. Wir zeigen die Highlights.

Klar, auch in Willingen führt kein Weg an den fetten Reifen vorbei. Die Besucher treten reihenweise Fatbikes auf die Teststrecken rund um den Ettelsberg. Fragt man allerdings genauer nach, ziehen die Hersteller auch die ein oder andere leichte Racefeile oder ein brandheißes Enduro aus einer versteckten Ecke im Stand hervor. Hier die spannendsten Neuheiten.

Bergamont En-Core

Bergamont En-Core: die neue Enduro-Plattform der Hamburger Bikeschmiede.

Die Hamburger haben zwar keinen eigenen Stand am BIKE-Festival in Willingen. Marketingmann Matthias Faber lässt es sich aber trotzdem nicht nehmen, persönlich am BIKE-Stand vorbeizuschauen. An seiner Seite führt er das neue Bergamont En-Core gassi. Die neue Enduro-Plattform ersetzt das Bergamont Threesome EX und soll das neue Arbeitsgerät des Endura Bergamont Factory Teams werden.

Bei der Konstruktion handelt es sich um einen abgestützten Eingelenker, der am Heck über 165 Millimeter Federweg verfügt und für Gabeln mit 160 oder 170 Millimeter Travel ausgelegt ist. Die Kinematik des Hinterbaus soll so ausgelegt sein, dass sie sensibel anspricht und den Federweg linear zur Verfügung stellt. Erst am Ende soll eine stärkere Progression Durchschläge verhindern.

Auch beim En-Core entkoppelt das bekannte Coax Pivot System den Antrieb von der Federung. Zu diesem Zweck wurde das hintere Schwingenlager genau um die Hinterradachse positioniert. Weitere Vorteile des Sytems: es spart Gewicht und soll nerviges Bremsstempeln eliminieren.

Über einen Flip-Chip an der Dämpfer-Aufnahme lässt sich die Geometrie an die Vorlieben des Fahrers anpassen. Dabei wird der Lenkwinkel von 65, um ein halbes Grad erhöht und auch das Tretlager wandert etwas weiter nach oben. In der hier gezeigten Vorserie besteht der komplette Rahmen aus Alu. In der Serie werden dann jedoch Wippe und Kettenstreben aus Carbon gefertigt. Letztere werden beidseitig von Protektoren vor Steinschlägen geschützt. Bei der Zugverlegung sind die Hamburger flexibel. Innen oder außen, beides ist möglich. Drei Modelle werden vom Bergamont En-Core angeboten, in vier Rahmengrößen. Die Preise liegen dabei zwischen 3000 und 4500 Euro.

Bergamont En-Core

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Alutech Fat Fanes

Wow, was für ein Brummer! Läuft man bei Jürgen Schlender am Stand vorbei, kann man quasi gar nicht anders, als die Fat Fanes anzuglotzen. Das Bike in blankem Alu sieht aus, als könnte die Bundeswehr damit direkt ins nächste Krisengebiet ausrücken. 4,8 Zoll breite Schlappen. Mehr geht nun wirklich nicht. Die Entwicklung hat sich hingezogen und bis zuletzt wurde noch am aufwändigen Hinterbau getüftelt. Doch jetzt ist der Rahmen serienreif. Eine längere Anbindung der Sitzstreben am Yoke soll jetzt für bessere Haltbarkeit sorgen. Auch die Kabelführung wurde noch mal verfeinert. Die Züge lassen sich mit den überarbeiteten Plugs jetzt entweder ganz sauber innen führen oder aber über Kabelbinder klassisch am Rahmen verlegen.

Endlich in Serie: die Fat Fanes mit 4,8 Zoll Schlappen

Am Heck der Fat Fanes glätten nicht nur die dicken Schlappen Unebenheiten. Ein Rock Shox Monarch Plus RC3 sorgt für die nötige Dämpfung. An der Front werkelt die bekannte Rock Shox Pluto. Entwickler Sebastian Tegtmeier hat uns aber verraten, dass für die kommende Saison auch eine eigens entwickelte Upside-Down-Gabel in Planung ist. Die soll bereits auf der Eurobike vorgestellt werden. Der Preis der Fat Fanes 1.0 liegt übrigens in gezeigter Ausstattung bei 3999 Euro.

Alutech Fat Fanes

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Alutech Tofane auch in 27,5 Plus

Auch beim Modell Tofane hat sich einiges getan. So bietet das 29er Bike in der kommenden Saison auch die Möglichkeit, als 27,5 Plus Version aufgebaut zu werden. Zudem sind alle Bikes mit dem neuen Boost-Standard kompatibel. Ab Werk wird es allerdings kein Komplettbike in dieser Ausführung geben. Das überlässt Alutech dann ganz dem Kundenwunsch. Der Hinterbau der Tofane, bekanntlich ein Carbon-Bauteil, wird in Zukunft in Deutschland hergestellt. Neben geringerem Gewicht und mehr Steifigkeit erwartet sich Tegtmeier vor allem auch eine bessere Qualitätskontrolle.

Das Alutech Tofane in der 27,5 Plus-Version mit Entwickler Jürgen Schlender in Willingen am Stand.

Felt schwelgt im Luxus

Heiko Böhle von Felt ließ uns schon ins Modelljahr 2016 blicken. Eins vorweg: Palette wird nur marginal überarbeitet. Highlight der kommenden Saison ist sicher das Topmodell der Virtue-Baureihe (29 Zoll, 130/140 mm Federweg). Es heißt FRD, was für Felt Racing Development steht, und zeigt beim Rahmen das hochwertigste Carbon-Material „Textreme“ – das spart 170 Gramm. Das FRD wiegt nur 12,08 Kilo und wird ausgerüstet mit Enve-Carbon-Laufrädern und Shimano XTR Di2. Klingt spannend, allerdings nicht überraschend. Dafür haut der Preis vom Hocker: das Bike wird um 12000 Euro kosten!

Wenn das Virtue FRD tatsächlich um 120000 Euro kosten wird, wäre es eins der teuersten Bikes der Welt.

Die Edict-Baureihe erhält ein Facelift und mehr Federweg: Fortan steckt eine 120er Gabel im Steuerrohr, die nimmt dem Handling des Race-Fullys die Schärfe. Wir haben das Modell Edict 2 Carbon mit Elfgang-XT-Gruppe beim Marathon in Willingen gefahren und sagen: Genau der richtige Weg! Das Bike fährt entspannter als zuvor, bleibt dennoch sehr schnell. Perfektes Langstrecken-Gerät. Die elf Gänge der XT mit der 11-40-Kassette sind für durchschnittlich trainierte Biker jedoch keine Empfehlung. Es fehlt ein Klettergang sowie einer zum Tempo machen in der Windschattengruppe. Das Edict 2 wird um 3600 Euro kosten.

Edict: für 2016 mit längerer Gabel und als Edict 2 für rund 3600 Euro mit Elfgang Shimano XT.  

Was wir bei Felt noch erfahren haben: Fatbikes sind gnadenlos ausverkauft, auch die teuren Modelle mit E-Antrieb…

BH Bikes gibt mit Carbon Gas

Erstmals in Willingen zu sehen war das Top-Hardtail von BH, das Modell Ultimate 29. Vier dieser Prototypen ziehen bereits auf den Rennstrecken der Welt ihre Kreise, ein weiteres stand im Sauerland bereit – nur für Fotos. BH reduziert das Gewicht des Carbon-Rahmens durch ein neues Layup auf ungefähr 950 Gramm, die Steifigkeit soll trotzdem um fünf Prozent höher ausfallen.

Nur anschauen, nicht fahren: das neue Race-Hardtail von BH.  

Außerdem kriegt das Racebike eine moderne Geometrie mit längerem Oberrohr und dafür kürzeren Vorbau. So wünscht es sich das Rennteam. Die Preise reichen von 3000 bis 6500 Euro, die Rahmen wird es auch einzeln geben.

Limitiertes Edel-Fully von Votec

Brand-Manager Stephan Geiß zeigte uns das Votec VM Evo, eine limitierte Variante des erfolgreichen All Mountains. Für 4999 Euro erhält der Kunde das bekannte Alu-Fahrwerk mit 160 Millimetern Federweg eine Fox 36 vorne und Shimanos XTR Di2-Schaltgruppe. Als i-Tüpfelchen steckt auch der elektrisch angesteuerte Fox iCTD-Dämpfer im Heck. Mehr geht nicht.

Stephan Geiß mit dem neuen Votec VM Evo, das es 2016 in einer limitierten Auflage geben wird.

Müsing macht Racer glücklich

„Unser Rennteam hat sich gefreut“, kommentiert Müsing-Entwickler Andreas Heimerdinger seinen jüngsten Wurf, das Race-Fully Petrol CR1. Denn das Bike passt perfekt zum neu gegründeten Rennteam um Wolfram Kurschat und Moritz Milatz, die auf Müsing-Bikes starten. Das Petrol besitzt einen Vollcarbon-Rahmen, der auf einen Drehpunkt oberhalb des Ausfallendes verzichtet („der Flex in der Sitzstrebe reicht aus“). 100 Millimeter Federweg und Laufräder im 27,5 Zoll-Format versprechen Agilität, Fahrkomfort und Traktion.

Entwickler Andi Heimerdinger mit einem Prototypen seines Müsing Petrol CR1 beim BIKE-Marathon im Willingen.

Heimerdinger ist kein 29er Fan, daher der Move zu 27,5 Zoll. Der Rahmen soll ohne Dämpfer unter der zwei Kilo-Grenze bleiben, wie bei Müsing üblich kann man das Bike nach Wunsch ausstatten. Sinnvoll ausgerüstet wird es wohl bei 2900 Euro starten, nach oben sind keine Grenzen gesetzt.

Mi-Tech zeigt mega-leichtes Fatbike

Würde man die 4 Zoll breiten Schlappen des Mi-Tech Carbon Fatbikes mit Helium Füllen, könnte man es wohl wie einen Ballon über den Messestand hängen. Bereits bei 9,1 Kilo bleibt der Zeiger der Waage stehen. Der klar lackierte Rahmen alleine wiegt gerade mal 1310 Gramm in Größe 48 und ist als Maß-Anfertigung im Tube to Tube Verfahren erhältlich. Dabei geht der deutsche Hersteller ganz auf die Wünsche des Kunden ein. Die Geometrie wird entweder auf eine Starrgabel oder die Rock Shox Bluto angepasst.

9,1 Kilo – Mi-Tech lernt dem Fatbike fliegen

Beim Hinterbau hat man die Wahl zwischen 177 oder 197 Millimeter Einbaubreite, je nach Reifenwahl. BSA-Lager oder Press-Fit, einfach oder zweifach, Teleskopstütze intern angelenkt oder über eine externe Kabelführung, Mi-tech fertigt, was das Biker-Herz begehrt. Für das BIKE Festival wurde das Carbon Fatbike nur mit edelsten Teilen von Tune und einem Laufradsatz mit den sündhaft teuren Kuroshiro Enso Felgen bestückt. Dass man "nicht mehr " als 6800 Euro für das Schmuckstück hinlegen muss, überrascht da fast schon. Der Rahmen alleine, mit 68er Lenk- und 73er Sitzwinkel kostet 1998 Euro, die Lackierung darf man sich dafür aus der kompletten RAL-Palette selber aussuchen. Mehr Infos zu Mi-Tech gibt es auf www.mi-tech.de

Mi-tech Fatbike

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Schlagwörter: 2015 Alutech Bergamont BIKE-Festival Fatbikes Mi-Tech Neuheiten 2016 Plus-Format Willingen Willingen 2015


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