Race-Hardtail mit Komfort: Focus enthüllt Raven Max Race-Hardtail mit Komfort: Focus enthüllt Raven Max Race-Hardtail mit Komfort: Focus enthüllt Raven Max

Neuheiten 2016: Focus Raven Max

Race-Hardtail mit Komfort: Focus enthüllt Raven Max

  • Stefan Loibl
 • Publiziert vor 7 Jahren

Mit seinem neuen Raven Max mischt Focus wieder ganz vorne in der Formel 1 der Race-Hardtails mit. Fahrkomfort stand beim 885 Gramm leichten Carbon-Rahmen ganz oben im Lastenheft.

Bereits beim ersten Worldcup in Nove Mesto konnte man bei Red Bull-TV an den Race-Bikes von Markus Schulte-Lünzum und Florian Vogel seltsame Sticker sehen. Zum Deutschland-Worldcup in Albstadt hatte das Erlkönig-Versteckspiel ein Ende. Denn Focus präsentierte sein neues Raven Max dort der Öffentlichkeit. Im Vorfeld war ja gemutmaßt worden, ob es ein ähnliches "Softtail" sein würde wie das jüngst vorgestellte BMC Teamelite . Nichts dergleichen ist es geworden. Trotzdem hebt das Raven Max die Raven-Familie auf ein neues Level.

Hersteller Das neue Focus Raven Max konnte in Albstadt in der Team-Arena jeder Besucher sehen.

Raven bleibt Technologie-Vorreiter bei Focus

Seit dem ersten Raven im Jahr 2009 war das Carbon-Hardtail immer so etwas wie das Vorzeige-Modell und Technologie-Vorreiter der Cloppenburger. 2012 folgte die letzte Überarbeitung mit der 27,5-Zoll-Version. Doch mit dem neuen Raven Max legt Focus einen drauf: 30 Prozent leichter als beim Vorgänger soll der neue 29er-Rahmen sein. In Zahlen: 885 Gramm wiegt der nackte Rahmen – ohne Steckachse und Lagerschalen. Wer die Rahmengewichte der Edel-Racer aus unserem letzten Bike-Test zum Jahreswechsel im Kopf hat, der weiß: ein absoluter Spitzenwert. Speziell am Carbon-Layup hat die Entwicklungsabteilung um Thomas Trapp intensiv gearbeitet: "Wir haben in Stuttgart einen Mitarbeiter im Team, der sich um nichts anderes als Carbon-Layups kümmert."

Hersteller Trotz des vielen Komforts den das Raven Max bietet, muss man hin und wieder aber aus dem Sattel um Anzutreten.

Maximaler Komfort im Fokus

Ganz besonders hart haben die Focus-Ingenieure am Komfort des Kohlefaser-Hardtails gearbeitet. "Anfangs dachten wir in Richtung Softtail, haben den Gedanken aber dann wieder verworfen. Nun haben wir das Thema rein über Form und Layup des Carbons gelöst", sagt Produktmanager Philipp Klein. Konkret sieht das so aus, dass die Sitzstreben nicht am Sitzrohr andocken, sondern direkt ins stark abfallende Oberrohr leiten. Das gibt dem Sitzrohr mehr Möglichkeit zu flexen. Zudem verjüngt sich das Sitzrohr unten überm Tretlager zu einem flachen, elliptischen Röhrchen. Weiterer Punkt des Komfort-Pakets ist der Sitzknoten, also die Anbindung des Oberrohrs ans Sitzrohr. Die Brücke ist größtenteils hohl innen. Zu guter Letzt hat Focus seine eigene Sattelstütze entwickelt, die Concept CPX Plus Post. Das Loch im Stützenkopf der soll den Rahmenflex dann direkt zum Sattel und zum Fahrer weiterleiten. 192 Gramm wiegt die 340 Millimeter lange Carbon-Stütze.

Focus Raven Max 2016 – Details

5 Bilder

Das sagen die Profi-Racer zum Focus Max

Markus Schulte-Lünzum und Florian Vogel durften beim ersten Worldcup das neue Raven Max erstmals fahren. "Ich bin beeindruckt vom Komfort und überrascht, weil ich nicht in den Entwicklungsprozess involviert war. Wahnsinn, wie komfortabel ein Hardtail sein kann", sagt Florian Vogel. Mit Schulte-Lünzum dagegen hat Focus in der Entwicklung eng zusammengearb. Er war von Anfang an involviert, hat viele Prototypen getestet und seine Ansichten in die Geometrie mit einfließen lassen.

Hersteller Markus Schulte-Lünzum, der deutsche Meister im Cross Country war in die Entwicklung eingebunden. Florian Vogel wurde bereits zwei Mal Vierter im Worldcup auf dem Raven Max.

Geometrie und Größen des Focus Raven Max

Statt bisher drei, wird es vom Raven zukünftig vier Rahmenhöhen geben. In 27,5 Zoll bietet Focus die Größen XS-L an, mit 29-Zoll-Laufrädern gibt es das Raven Max von S bis XL. Im Vergleich zum Vorgänger wurde der Hinterbau einen Tick kürzer, der Sitzwinkel etwas steiler und der Reach verkürzt. Durch den steileren Sitzwinkel soll es in Rampen besser klettern. Wie bei Focus üblich geht die Rahmensteifigkeit mit den Größen einher. D.h. die Rohrdurchmesser wachsen bei den großen Rahmenhöhen mit. Zudem wird es vom Raven Max-Rahmen zwei Varianten geben: eine clean für Einfach-Antriebe und eine mit Umwerfer-Aufnahme, um Zweifach-Kurbeln fahren zu können.

Hersteller Die Geometrie-Daten zu den neuen Focus Raven Max-Modellen.

R.A.T.-Steckachse für sekundenschnelle Wechsel

Ein Detail aus dem Crossrad-Sektor von Focus ist ins Raven Max eingeflossen: das Steckachs-System R.A.T. (Rapid Axle Technology). Die Eigenentwicklung von Focus ermöglicht es, das Hinterrad so schnell wie mit Schnellspanner zu wechseln – bei besserer Steifigkeit. Das ist vor allem den Worldcup-Profis bei Platten im Rennen wichtig. Aber das Bajonett-System lässt sich auch im Alltag komfortabel bedienen – wenn man weiß, wie es funktioniert. Schnellspanner auf, Vierteldrehung und rausziehen: schon kann man das Laufrad herausnehmen, wenn die Spannung des Schaltwerks es zulässt.

Hersteller Das eigene Steckachsen-System hatte Focus erstmals beim Cyclocross-Bike Mares eingeführt.

Modelle des Focus Raven Max

Acht Bikes in 29 Zoll wird es vom Raven Max geben, in einer Preisrange von 1899-5999 Euro. Als 27,5-Zöller wird es das Raven in vier Ausstattungsvarianten geben. Auch hier starten die Preise bei 1900 Euro, das teuerste wird 3000 Euro kosten. Die 27,5-Zoll-Hardtails verkaufen sich laut Focus vor allem im asiatischen Markt sehr gut – in Deutschland eher weniger. Zudem wird es ein Damen-Modell in türkiser Farbe geben, bei dem spezielle Griffe, ein Damen-Sattel und der Raven Max-Rahmen mit Umwerfer-Aufnahme zum Einsatz kommen. Sehr spannend dürfte allerdings wieder einmal die "Factory"-Variante für 3500 Euro sein. Denn durch eine eigene Carbon-Starrgabel kommt das Raven Max Factory auf leichte 8,4 Kilo.

Hersteller Die 3500 Euro teure Factory-Variante des Raven Max mit Carbon-Starrgabel. Es wiegt 8,4 Kilo.

Die Damen-Version des Focus Raven Max 2016

7 Bilder

Topmodell Raven Max Team

Die Team-Variante mit lediglich 8,1 Kilo Gesamtgewicht konnten wir bereits testen beim Albstadt-Worldcup. Im Steuerrohr, das sich an das wuchtig-kantige Oberrohr anschließt, steckt eine RS-1-Gabel von Rock Shox. "Boost Box" nennt Focus dieses Design-Merkmal, das mit seinem voluminösen Auftreten auch für die nötige Lenkkopfsteifigkeit sorgen soll. Wer allerdings im Wiegetritt das Bike aggressiv pusht, stößt schnell mit den Knien an die ausladenden Kanten an. DT Swiss Spline One-Laufräder sorgen beim Antreten für leichtfüßiges Beschleunigen, der 1x11-Antrieb von SRAM (XX1) passt zum Rennsport-Anspruch. Gut ins Bild passen die Concept CPX-Anbauteile: der 720er-Flatbar  mit neun Grad Backsweep liegt schön in der Hand und lässt eine tiefes Cockpit zu. Verzögert wird an der Team-Variante mit XX-Bremsen mit 160er-Scheiben hinten und vorne. Die Continental Race King-Pneus in der Race Sport-Version in 2,2 Zoll Breite runden das gelungene, aber auch 6000 Euro teure Gesamtpaket ab.

Hersteller Auf dem Team-Modell des Raven Max in der Nähe von Albstadt beim Testen.

Themen: Carbonflorian vogelFocusHardtailRace-HardtailRaven


Lesen Sie das BIKE Magazin. Einfach digital in der BIKE-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
Anzeige
  • Focus Raven 29r 1.0

    10.01.2012Optisches Sahnestück mit steifem Rahmen und erfrischend wendigem Handling.

  • Test 2015: Focus Raven 29R 1.0 XC Team

    15.01.2015TV-Mentalist Vincent Raven ließ mit vermeintlich übermenschlichen Kräften Tische bluten, sich als Voodoo-Puppe foltern und stellte Kontakt zu Toten her. Ganz so dick auftragen ...

  • Merida Carbon FLX Team

    30.12.2008Das “Carbon FLX Team” ist ein waschechter Racer, der keine Zweifel über sein Potenzial zulässt. Das schnellste, komfortabelste und gleichzeitig eines der günstigsten Bikes im Test.

  • Test 2017 – Trail-Hardtails: Ghost Asket 8 AL
    Ghost Asket 8 AL im Test

    16.11.2017Das Ghost liegt eigentlich 400 Euro unter unserer Preisgrenze. Doch was die Waldsassener mit dem Asket auf die Reifen stellen, beeindruckt von der ersten Pedalumdrehung an.

  • Carbon-Teile fetten
    Carbon: Fetten oder nicht fetten?

    03.03.2011Leser fragen, BIKE-Experten antworten: Diesmal geht es um das Fetten von Sattelstützen und Lenkern aus Carbon.

  • Neue MTB-Marke aus Schweinfurt: R Raymon
    Preis-Leistungs-Kracher aus Deutschland

    16.01.2018Durchdachte Bikes zum fairen Preis, entwickelt in Deutschland. Mit dieser Philosophie will die neue Marke R Raymon durchstarten. Die ersten Hardtails kommen mit stimmiger Optik ...

  • Fatbike-Trend auf der Eurobike 2014
    Die 10 spannendsten Fatbikes für 2015

    28.10.2014Fatbikes mit ihrem bis zu 4,8 Zoll breiten Schlappen liegen richtig dick im Trend. Wir zeigen die spannendsten Modelle für die kommende Saison.

  • Neues Carbon-Race-Hardtail von Haibike: Vorhang auf für Freed

    02.05.2014Aufs 29er Race-Hardtail Greed folgt das 27,5 Zoll-Racebike Freed. Beim BIKE Festival in Riva gab Haibike schon mal einen Ausblick auf die kommende Saison.

  • Bergamont Metric LTD C2

    25.02.2014Auch in Hamburg schwimmt man auf der 27,5-Zoll-Welle mit. Ein wenig mehr Spritzigkeit – die die 26-Zöller stets auszeichneten – würde dem grellgelben Sportler guttun.

  • Test 2015: Niner ROS 9 Plus
    Das Niner ROS 9 Plus im Einzeltest

    17.05.2015Big is beautiful – für Liebhaber von Übergrößen dürfte das neue Niner ROS 9 Plus das perfekte Schönheitsideal verkörpern. Wir haben das Stahl-Starr-Bike im Format 29+ exklusiv ...

  • Kona Big Honzo: Plus-Hardtail fürs Grobe
    Spaß-Hardtail mit Downhill-Potenzial

    03.01.2017Das Kona Big Honzo soll puren Hardtail-Spaß mit veritabler Abfahrtsperformance verbinden. Dafür setzt man in B. C. auf Plus-Reifen, Boost-Standard, 120-mm-Federgabel und extrem ...