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Neuheiten 2016: Felt Decree

Felt Decree: neue All Mountain-Fullys aus Carbon

  • Stefan Loibl
 • Publiziert vor 6 Jahren

Felt präsentiert das Decree: Das Touren-Fully setzt auf das erfolgreiche Hinterbau-System des Edict und kommt ohne Horst-Link aus ++ Rahmengewicht inkl. Dämpfer 2100 Gramm ++ 5 Modelle ab 2750 Euro ++

Alte Bekannte in der Mountainbike-Palette von Felt  sind das Virtue und das Edict. Das eine ein All Mountain (130 mm), das andere ein Race-Fully (120/100 mm). Beide setzen auf unterschiedliche Hinterbau-Systeme. Ein Zwitter-Modell, das das beste aus beiden Welten vereint, könnte „Verdict“ heißen. Genau diesen Ansatz hat Felt gewählt, um ein neues Trail-Bike zu entwickeln. Anfangs sogar unter dem Arbeitstitel Verdict, um mit 27,5 Zoll-Laufrädern und Geometrie zu experimentieren. Herausgekommen ist am Ende das Felt Decree, die neueste Stollenreifen-Geburt der US-Amerikaner. Ein potentes Eingelenker-All Mountain mit 140 mm Federweg, steifem Carbonrahmen und dem FAST-Hinterbausystem (Felt Active Stay Technology), das auch im Edict zum Einsatz kommt.

Hersteller Das Felt Decree soll bereits vor Weihnachten 2015 in den Shops eintreffen. 

Stiffness to weight: STW-Wert beim Felt Decree im Fokus

Eins stand für das US-Entwickler-Team um Nathan Wright an oberster Stelle: das Verhältnis von Gewicht zur Steifigkeit – kurz der STW-Wert. Erst wurde mit Alu-Prototypen an Geometrie und Kinematik gefeilt. Dann ein erster Entwurf des Carbon-Rahmens aus Einzelteilen aus dem 3D-Drucker zusammengebastelt. Das konnte man zwar nicht fahren, doch mit dem 3D-Modell kann man sich ein Bild von Formen und am Computer designten Details machen. Anschließend folgten die ersten Carbon-Prototypen, die von Entwicklern, Produktmanagern und Team-Fahrern ausgiebig getestet wurden. Nach letzten Anpassungen im Carbon-Layup war der Kohlefaser-Rahmen des neuen Felt Decree fertig. Herausgekommen ist ein 2100 Gramm (inkl. Dämpfer) leichtes Kohlefaser-Chassis, das laut Felt bei firmeninternen Tests auf dem Prüfstand locker mit schwerer Alu-Konkurrenz mithalten kann. Für die Steuerkopf-Steifigkeit gibt Felt für das Decree 100 Nm/° an, für den Tretlagerbereich 50 Nm/°. "Einen steiferen und leichteren Rahmen haben wir bei Felt noch nie gehabt", sagt Wright. Eine echte Hausnummer für einen Rahmen in Größe M mit 140 mm Hub.

Die Modelle des Felt Decree

6 Bilder

Das FAST-System des Felt Decree im Detail

Wie oben erwähnt setzt Felt beim Decree auf das FAST-Hinterbau-System, das sich beim Edict bewährt hat. Anfangs war dieses System Bikes mit wenig Federweg – meist Race-Fullys – vorbehalten. Doch bereits Canyon hat mit dem Nerve CF gezeigt, dass es auch bei Bikes mit mehr Federweg funktioniert. So verzichtet der Felt-Eingelenker auf ein Horst-Link und setzt alleine auf den Flex der Carbon-Sitzstreben im Hinterbau. Da das mit Alu nicht funktionieren würde, hat auch das Einstiegsmodell Decree 30 einen Hinterbau aus Carbon – wobei der Hauptrahmen aus Aluminium besteht. Um diesen Flex-Effekt maximal auszunutzen und am Ende möglichst viel Federweg nutzen zu können ist der Hinterbau in der entlasteten Position bereits komprimiert. Erst wenn man auf dem Bike sitzt und der Dämpfer in den Negativfederweg (SAG) eintaucht, steht der Hinterbau in neutraler Position. Den Vorteil dieser Vorspannung des Hinterbaus bekommt man dann zu spüren, wenn der Dämpfer stark einfedert: Denn dann könne die Sitzstreben weiter flexen. So soll man leichter den kompletten Hub nutzen können.

Hersteller Hier der komprimierte Hinterbau des Felt Decree und seine Funktionsweise. Bei 30 Prozent SAG steht er in neutraler Position, maximal flexen können die Sitzstreben dann tief im Federweg.

Geometrie des Felt Decree: lang, tief, flach und justierbar

Das Decree setzt auf eine moderne Geometrie wie man sie von der neuesten Generation von All Mountains kennt:  langes Oberrohr, kurzer Vorbau und flacher Lenkwinkel. Bei Größe M misst das Oberrohr beispielsweise 595 mm, der Vorbau kommt auf 55 mm und die Gabel steht in einem 67-Grad-Winkel im 105 mm kurzen Steuerrohr. So sitzt man relativ aufrecht, hält ein tiefes, breits Cockpit (740 mm Lenkerbreite) in den Händen, das Lenkmanöver präzise und direkt ans Vorderrad weitergibt. Doch die Geometrie und damit auch die Sitzposition lässt sich tunen: Über zwei Chips am hinteren Ende der Wippe kann man in die „High“-Position wechseln. Dadurch steilt sich der Lenkwinkel um ein Grad auf und das Tretlager wandert um 10 mm nach oben. Dadurch klettert das leichte All Mountain mit abgesenkter Gabel noch einen Tick effektiver. Doch das switchen der Flip Chips ist nichts für den schnellen Umbau am Gipfel, denn es dauert ein wenig, da man die Luft aus dem Dämpfer lassen muss und das Hauptlager entlasten muss.

Ronny Kiaulehn Von außen sieht man nur einen schwarzen Deckel. Um den Flip Chip umzustellen, muss man diese lösen und samt einem Insert umdrehen.

Hersteller Die Geometrie des Felt Decree in der Übersicht.

Beim Rahmendesign des Decree hat Felt zudem auf ein möglichst niedriges Sitzrohr geachtet. Der Abstand von der Oberkante des Sitzrohrs und bis zum Hauptlager ist etwa zehn Millimeter als bei Vorgänger-Modellen. Dadurch kann man auch bei kleinen Rahmenhöhen Teleskopstützen mit mehr Hub fahren. Die komplette Satz an Kabeln und Leitungen verläuft im Rahmeninneren. Über zwei Eingänge vorne am Steuerrohr gelangen die Kabel in den Rahmen, durch austauschbare Gummi-Adapter kann man dünne Di2-Leitungen, dicke Hydraulik-Leitungen und Schaltungs-Außenhüllen fixieren. Auch am Ausgang werden die Kabel so fixiert, damit nichts klappert. Auch an Ausgänge für Stealth-Variostützen und Shimano Side Swing-Umwerfer wurde gedacht. Einen möglichen Shimano Di2-Akku versteckt das Decree mit einem Steckadapter im Tretlagerbereich.

Ronny Kiaulehn Kabelsalat ade: Je zwei Leitungen verschwinden vorne im Steuerrohr. Gummi-Hülsen fixieren die Leitungen an der Klemmung.

Der Kettenstrebenschutz aus einem Plastik-Gummi-Gemisch lässt sich einfach auf die Kettenstrebe klicken. Da es das Felt Decree mit Einfach- und Zweifach-Antrieben gibt, müssen sich Umwerfer montieren lassen. Das hat Felt über einen abnehmbaren Umwerfer-Halter gelöst, an den man Direct Mount-Umwefer schrauben kann. Wer nur ein Kettenblatt fährt, kann eine Abdeckplatt einschrauben. Auf das klassische BSA-Tretlager-Gehäuse lässt sich auch eine ISCG-Aufnahme dranpacken. Auch sie ist abnehmbar. Die Laufräder kommen ohne Boost-Standard aus. Hinter steckt dagegen eine 12x142 mm Steckachse.

Ronny Kiaulehn Der Kettenstrebenschutz lässt sich einfach anklippen und austauschen.

TeXtreme: das Carbon-Layup des Felt Decree

Auffällig ist das Rautenmuster des Topmodells, des Decree FRD (Felt Racing Development). Das kommt von den TeXtreme-Layup, das Felt beim FRD, Decree 1 und Decree 2 verwendet. Beim 10.000 Euro teuren Topmodell kommt allerdings die hochwertigste Version des Faser-Geflechts zum Einsatz. Das nennt sich TeXtreme 76. Das bedeutet, dass ein Quadratmeter des Carbon-Geflechts federleichte 76 Gramm wiegt. Die Carbon-Matten sich ein Geflecht aus unterschiedlichen steifen und flexiblen Fasern. Beim Decree 1 und 2 kommt TeXtreme 100 zum Einsatz. Bei gleicher Steifigkeit wie die 76er-Variante wiegt diese Version einfach ein paar Gramm mehr.

Ronny Kiaulehn Hingucker: Die TeXtreme-Struktur ist Markenzeichen des Carbonrahmens des Felt Decree FRD.

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    Teil 2: Erster Test – so schlägt sich das Felt Decree auf dem Trail

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