Neu: Rocky Mountain Thunderbolt 2018

Rocky Mountain Thunderbolt: Neues Trailbike aus Kanada

  • Stefan Loibl
 • Publiziert vor 3 Jahren

Rocky Mountain legt das Thunderbolt neu auf. Das Trailbike rollt ab sofort mit 130/130 mm Hub, angepasster Geometrie und anders platzierter Ride-9-Verstellung an. Wie gewohnt dabei: die BC-Edition.

Nach den All Mountains Instinct und Pipeline sowie dem Race-Hardtail Vertex hat sich Rocky Mountain nun auch das Trailbike Thunderbolt vorgeknöpft und überarbeitet. Kein leichtes Unterfangen, denn das Thunderbolt und die BC-Edition des Thunderbolt haben in vergangenen BIKE-Tests immer vordere Plätze belegt. Vor allem der Rahmen des Carbon-Bikes sahnte im BIKE-Testlabor stets üppig Punkte ab. Doch das ist Geschichte, nun muss sich das neue Rocky Mountain Thunderbolt der Konkurrenz stellen. Die Kanadier haben dem Bike einen Tick mehr Federweg spendiert. So rollt das neue Thunderbolt nun mit 130/130 mm Hub durchs Gelände, die abfahrtslastigere BC-Edition sogar mit 140 mm vorne und hinten. Zum Vergleich: Die alte BC-Edition gab im letzten BIKE-Test 133 (vorne) bzw. 125 mm (hinten) Federweg frei. Wie gehabt ist die BC-Edition nebem dem Plus an Federweg mit breiterem Lenker, breiteren Reifen, robusteren Laufrädern und einer steiferen Federgabel (Fox 36) ausgestattet.

Die BC-Edition des neuen Rocky Mountain Thunderbolt bekommt mehr Federweg: 140/140 mm Hub gibt das Fox-Fahrwerk frei.

Statt einer Fox 34 wie im Thunderbolt Carbon 70 ist in der BC-Edition eine 36er verbaut.

Ride-9-Verstellung an neuer Stelle

Markenzeichen aller MTB-Fullys von Rocky Mountain ist die Ride-9-Geometrieverstellung, die auch am Thunderbolt zum Einsatz kam und kommt. Jedoch nun an neuer Stelle. Die zwei verzahnten Chip-Einsätze wandern von der vorderen Dämpferaufnahme an die hintere, das Ride-9-System sitzt also nun in der Wippe. An der Funktionsweise mit den neun Konfigurationen ändert sich nichts. Allerdings wirkt es nun aufgeräumter. Durch die neue Position sollen zudem der Hinterbau besser bei kleinen Schlägen ansprechen und die Antriebseinflüsse beim Pedalieren minimiert worden sein. In Sachen cleaneres Design geht auch der versteckte Hinterbau-Drehpunkt. Wie beim Altitude und beim Slayer verschwindet der „Horst-Link“ auch beim Thunderbolt ab 2018 zwischen Ketten- und Sitzstrebe. In die Zukunft gedacht haben die Rocky-Ingenieure ebenfalls. Denn der neue Thunderbolt-Rahmen ist nicht nur Shimano Di2-kompatibel, sondern auch für das elektronische Fox-Fahrwerk Live Valve vorbereitet, dessen Markteinführung noch in den Sternen steht. Natürlich entspricht er zudem dem aktuellen Status quo der Technik: Boost-Naben, Dämpfer mit metrischen Einbaulängen und Scheibenbremsen mit Postmount-180-Aufnahme können gefahren werden.

Vorher saß die Ride-9-Verstellung an der vorderen Dämpferaufnahme unterm Oberrohr, jetzt sind die Chips in der Wippe platziert.

Der üppige Unterrohrschutz ist Standard. Ebenfalls neu: Die große Öffnung unten am Tretlager. Sie soll den Service der Züge und Leitungen einfacher machen.

Die Geometrie des neuen Rocky Mountain Thunderbolt für 2018 wurde leicht angepasst.

Geometrie-Anpassungen beim Thunderbolt

Auch an der Geometrie des Trailbikes hat Rocky Mountain ein wenig geschraubt. Das Tretlager sitzt beim neuen „Donnerkeil“ tiefer, das Oberrohr ist länger (628 mm statt 616 mm bei der BC-Editon in Größe L). Obwohl das alte Thunderbolt vor allem wegen seines verspielten Handlings gelobt wurde, wachsen beim neuen Bike die Kettenstreben und der Lenkwinkel wird um 0,5 Grad flacher. Konkret heißt das: Das neue Thunderbolt kommt in der neutralen Ride-9-Position auf 67 Grad, die BC-Edition auf 66,6 Grad. Der Sitzwinkel schwankt je nach Einstellung zwischen 74,4 und 75,6 Grad. Die längeren Kettenstreben sollen das Thunderbolt zum besseren Kletterer machen. Der neue Thunderbolt-Rahmen (Carbon 90 BC-Editon) soll laut Hersteller 2300 Gramm inkl. Dämpfer auf die Waage bringen. Fünf Rahmengrößen von XS-XL gibt es. Darüberhinaus wurde die Sattelstützenlänge angepasst, um längere Vario-Stützen bei maximalem Einschub fahren zu können. In alle Thunderbolt-Bikes passt eine 0,7-Liter-Trinkflasche ins vordere Rahmendreieck. Die maximale Reifenfreiheit beträgt 27,5x 2,5 Zoll, aber auch 26-Zoll-Pneus mit 2,8 Zoll Breite kann man fahren.

Die zwei verzahnten Chip-Einsätze des Ride-9-Systems erlauben neun verschiedene Geometrie-Einstellungen.

„Spirit Guide“ nennt Rocky Mountain seine neue integrierte Kettenführung, die an alle Thunderbolt-Bikes die Kette in Zaum hält.

Die Geometriedaten des Rocky Mountain Thunderbolt: die BC-Edition.

Thunderbolt 2018: Modelle & Preise

Die neuen Thunderbolt-Bikes sollen ab sofort beim Rocky Mountain-Händler erhältlich sein. Neben der 6200 Euro teuren Carbon 90 BC-Edition (12,57 kg in Größe L) wird es drei weitere Modelle geben: das Carbon 70, das Carbon 50 und das Carbon 30. Das 70er-Thunderbolt kommt mit 1x12 Sram Eagle GX-Schaltgruppe, Shimano XT-Bremsen und Fox 34 Performance Elite/DPS Evol Performance Elite als Fahrwerk. Es kostet 5800 Euro und soll 11,8 Kilo auf die Waage bringen. Das günstigste der neuen Thunderbolt-Bikes, das Carbon 30, speckt zwar bei der Ausstattung ab (1x11 Sram NX, Rock Shox-Fahrwerk mit Recon Gold), besitzt jedoch denselben Vollcarbon-Rahmen wie die höherwertigen Modelle. Es wiegt laut Hersteller 12,34 kg (Größe L) und steht für 3600 Euro beim Händler.


Thunderbolt Carbon 90 BC:

12,57 kg (Größe L)
Preis 6200 Euro

In der BC-Edition wird das Thunderbolt vom Trailbike zum All Mountain.


Thunderbolt Carbon 70:

11,80 kg (Größe L)
Preis: 5800 Euro

Thunderbolt Carbon 50:

12,26 kg (Größe L)
Preis: 4800 Euro

Fox 34 Performance, Sram GX Eagle und Fox Transfer-Variostütze: Das ist das neue Thunderbolt Carbon 50.


Thunderbolt Carbon 30:

12,34 kg (Größe L)
Preis: 3600 Euro

Alle Thunderbolt-Modelle gibt es in rot/schwarz und türkis/schwarz. Beim günstigsten Modell (Carbon 30) muss man auf die Vario-Sattelstütze verzichten.

Themen: BC-EditionCarbonNeuheiten 2018Ride-9Rocky MountainThunderboltTrailbike


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