Orbea Oiz: neues Race-Fully mit 1,6-kg-Rahmen Orbea Oiz: neues Race-Fully mit 1,6-kg-Rahmen Orbea Oiz: neues Race-Fully mit 1,6-kg-Rahmen

Neu: Orbea Oiz 2019

Orbea Oiz: neues Race-Fully mit 1,6-kg-Rahmen

  • Stefan Loibl
 • Publiziert vor 3 Jahren

Mit dem neuen Oiz will Orbea nicht nur Worldcup-Racer glücklich machen, sondern auch sportliche Trail-Biker: Neben der XC-Version mit 100-mm-Fahrwerk gibt's auch ein Oiz TR mit 120 mm und Variostütze.

Zwölf Jahre sind vergangen, seitdem das erste Orbea Oiz auf den Markt kam. Damals hatten die Spanier noch Julien Absalon in ihrem Worldcup-Team unter Vertrag. Deshalb war das Oiz immer ein reinrassiges Race-Fully, ein Modell zum Siegen sollte es sein. Doch seitdem hat sich im MTB-Sport viel getan, 26 Zoll ist bei Marathon-Racern längst Geschichte und in der Carbon-Fertigung ist man um einiges weiter. Mit dem neuen Oiz für 2019 will Orbea wieder ein Race-Bike bauen, mit dem die Damen des Clif Pro Teams um Catherine Pendrel im MTB-Worldcup ganz vorne mitfahren können. Doch nebem der Cross Country-Version mit 100 mm Federweg wird es auch eine TR-Version mit 120 mm Hub geben. Sein neues Oiz bietet Orbea in zwei Laufradgrößen an: für kleine Fahrer gibt's den S-Rahmen in 27,5 Zoll, von der Version mit 29-Zoll-Laufrädern gibt es vier Rahmengrößen (S-XL).

Hersteller Schnörkelloser, leichter Rahmen und Platz für zwei Flaschenhalter: das neue Orbea Oiz für Marathon-Piloten.

Das Herzstück des neuen Oiz: der Carbon-Rahmen

Mit dem Occam TR & AM  und dem im Vorjahr vorgestellten Enduro-Bike Rallon  haben die Basken gezeigt, dass sie wettbewerbsfähige, schicke und einzigartige Mountainbikes bauen können. Die letzte Evolutionsstufe des Oiz wurde zur MTB-Weltmeisterschaft 2016 präsentiert, das neue Bike soll erstmals beim XC-Worldcup in Andorra Mitte Juli an der Startlinie stehen. Wie bereits beim Vorgänger-Modell legt Orbea besonderen Wert auf die Carbon-Verarbeitung. Die Prepreg-Matten aus vorimprägniertem Carbon werden mit Lasern zurecht geschnitten, um unnötigen Überschuss zu minimieren, bevor die Form in den Enklave kommt. Das Ergebnis: Weniger Material, das spart Gewicht. Auch die Hinterbau-Konstruktion ohne Gelenk rund um die Hinterradachse (Orbea nennt das System UFO) wurde optimiert. Der Carbon-Rahmen besteht nur noch aus drei Teilen: dem Hauptrahmen, dem hinteren Rahmendreieck und der neuen Wippe. Die besteht aus einem Fiberglas-Carbon-Gemisch (Fiberlink), wiegt nur 59 Gramm und erinnert an die Carbon-Spritzguss-Bremshebel von Magura. Auch im übrigen Rahmen kommt das spezielle Fiberlink-Material zum Einsatz, das aus der Luft- und Raumfahrt stammt. Laut Herstellerangabe soll der neue Oiz-Rahmen in Größe M ohne Dämpfer gerade einmal 1,6 kg wiegen, was sensationell wäre. Sobald wir das Bike bekommen, werden wir die Angaben im BIKE-Testlabor überprüfen.

Hersteller Die Wippe ist eine Neuentwicklung und wiegt gerade einmal 59 Gramm.

Hersteller Kein Gelenk rund um die Hinterradachse, den Bremssattel ins Rahmendreieck integriert und eine Steckachse zum Schrauben: So kommt das neue Orbea Oiz daher.

Hersteller Am Steuerrohr verschwinden die Leitungen im Rahmeninneren.

Hersteller Am unteren Ende des Unterrohrs treten die Leitung kurz aus dem Rahmen aus, um dahinter schon wieder im Inneren der Kettenstreben zu verschwinden.

Exklusive Lockout-Anlenkung von Fox und zwei Flaschenhalter

Die Leitungen – egal ob Schaltung, Bremse oder Variostütze – verlaufen beim neuen Oiz komplett im Rahmeninneren. Auch das Kabel der Lockout-Fernbedienung verschwindet am Steuerrohr im Rahmen. In Kooperation mit Fox nutzt Orbea Custom-Dämpfer, die an allen vier Oiz-Modellen zum Einsatz kommen. Die heißen „Inside Line“ und ermöglichen die unter dem Oberrohr versteckte Anlenkung überhaupt erst. Dadurch soll die Fernbedienung mit weniger Wartung auskommen, da sie vor Spritzwasser und Schmutz geschützt ist. Hässliche Leitungslassos wird man an den Oiz-Bikes auch nicht sehen, denn alles ist schick im Rahmen untergebracht. Um das Oiz auch für Marathon-Racer attraktiv zu machen, finden ab Rahmengröße M trotz des gebogenen Sitzrohrs zwei Trinkflaschen Platz. Weitere Besonderheiten des Oiz: Man kann eine Vario-Sattelstütze mit im Rahmen intregrierter Fernbedienung fahren, einen Umwerfer dagegen nicht, denn das Bike ist auf Einfach-Antriebe spezialisiert. Zudem ist der komplette Hinterbau mit Enduro-Bearings ausgestattet.

Hersteller Der Inside Line-Dämpfer von Fox, den Orbea exklusiv verbaut. Die Anlenkung der Fernbedienung ist schön versteckt.

Hersteller Ab Rahmengröße M passen zwei Trinkflaschen ins Rahmendreieck am Oiz.

Geometrie und MyO-Custom-Programm

Bei der Geometrie des neuen Oiz folgt Orbea dem allgemeinen Trend: flacherer Lenkwinkel (69 Grad), steilerer Sitzwinkel (75 Grad), ein längerer Reach (435 mm) und kürzere Kettenstreben (435 mm). Die Werte beziehen sich auf die 29-Zoll-Version in Größe M. Neben dem klassischen 100-mm-Fully wird es vom Oiz M10 auch eine TR-Version geben. Die hat dann ein Fahrwerk mit 120 mm Hub, serienmäßig sind eine absenkbare Sattelstütze an Bord und robustere Reifen. Auch die anderen beiden Modelle – das Oiz M-LTD und das Oiz M-Team – kann man auf 120 mm upgraden. Dank des MyO-Konfigurators kann man individuell einzelne Komponenten tauschen und ohne Aufpreis seine Wunschlackierung zusammenmixen.

Hersteller Das Upgrade vom 100-mm-Oiz zum sportlichen Trailbike mit mehr Hub kann man bei allen Modellen ziehen.

Modelle und Preise

Vier Modelle des Oiz 2019 wird es geben. Das Topmodell ist das Oiz M-LTD für 7500 Euro mit einer Sram XX1 Eagle Gold. Darunter folgt das Oiz M-Team für 7000 Euro mit der neuen Shimano XTR M9100. Vom Oiz M10 bietet Orbea eine XC-Version (100 mm) für 4600 Euro an, die mit einem Sram Eagle-Mix und Shimano XT-Bremsen kommt. Die TR-Variante des Oiz M10 kostet 200 Euro mehr, dafür bekommt man die Race Face Aeffect-Variostütze und grobere Maxxis-Reifen.

Hersteller Das 7500 Euro teure Topmodell des Oiz mit der Sram Eagle XX1 Gold.

Hersteller Steht auf Wattspitzen im Wiegetritt: das Oiz in seiner neuesten Auflage.

Themen: 29 ZollCarbonMarathon-FullyNeuheiten 2019OizOrbeaRacebikeSport-Tourer


Lesen Sie das BIKE Magazin. Einfach digital in der BIKE-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
Anzeige
  • World Games of Mountainbiking 2018
    Auf nach Saalbach zur "Hobby-WM"

    12.06.2018Die "Mountainbike-Weltmeisterschaft der Amateure" hat eine echte Erfolgsgeschichte geschrieben – seit nunmehr 20 Jahren. Das muss gefeiert werden! Wir zeigen, was Sie in Saalbach ...

  • Helen Grobert beendet Profi-Karriere
    Hintergründe zu Helen Groberts Rückzug unbekannt

    13.06.2018Helen Grobert zieht sich aus gesundheitlichen Gründen aus dem Radsport zurück. "Auf absehbare Zeit" werde sie "kein Fahrrad mehr fahren", schrieb die 26-Jährige. Konkreter wurde ...

  • Mini-Schutzblech: Mudguards im Test
    4 Mudguards fürs Mountainbike im Vergleich

    11.06.2018Wuchtige MTB-Schutzbleche für die Gabelkrone sind Matsch von gestern. Heute schmiegen sich kleine Mudguards unauffällig um den Vorderreifen. Vier Modelle im BIKE-Test.

  • Eurobike 2018: Ghost FR AMR
    Ghost FR AMR: Neues Spaßbike für die Abfahrt

    20.06.2018Das Ghost FR AMR war lange ein echter Geheimtipp unter den Super-Enduros. Jetzt kommt das neue Bike mit moderner Geometrie in den Handel und setzt mit dem Stahldämpfer in allen ...

  • MTB-Transalp: neue Routen über die Alpen
    5 brandneue Transalp-Routen für Mountainbiker

    12.06.2018Fragt man Transalp-Papst Uli Stanciu nach seiner liebsten MTB-Transalp-Route, dann fallen ihm sofort zehn ein. Am Ende kann er sich auf diese fünf Bike-Touren mit frisch ...

  • Test 2021: Giant XTC SLR 29 1
    Giant XTC SLR: Leichtes XC-Hardtail mit top Rahmen

    26.04.2021Giant schickt mit dem XTC SLR ein sportliches Hardtail mit gutem Alu-Rahmen ins Rennen. Das 29-Zoll-Bike eignet sich auch perfekt für lange Mountainbike-Touren.

  • Test Specialized Enduro
    Einzeltest: Specialized Enduro Expert Carbon

    12.07.2013Viel Federweg bei geringem Gewicht zeichnet das 26-Zoll-Enduro von Specialized aus. 5299 Euro legt man dafür hin.

  • Centurion bringt E-Mountainbike Backfire Ultimate E 29

    16.06.2012Mountainbikes mit Elektromotor sind weiterhin auf dem Vormarsch. Centurion bringt mit dem Backfire Ultimate E 29 ein 29er Hardtail ab 2299 Euro.

  • Test 2020: Santa Cruz Hightower S Carbon C
    Santa Cruz Hightower S Carbon im BIKE-Test

    21.01.2020Das Santa Cruz Hightower S Carbon C entpuppt sich in unsere Praxistest als vielseitiges Trailbike mit Enduro-Genen.

  • Neuheiten 2016: Niner Air 9 RDO
    Mehr Sitzkomfort: Niner überarbeitet Air-9-RDO-Rahmen

    02.05.2016Die Produktpalette der Kultfirma Niner umfasst – nomen est omen – ausschließlich 29er-Bikes. Jetzt verpassen sie dem ulta leichten Race-Hardtail Niner Air 9 RDO einen neuen ...

  • SDG Neuheit: Bel-Air 3.0
    SDG überarbeitet den Sattel-Klassiker Bel-Air

    22.05.2020Seit einem viertel Jahrhundert ist der SDG Bel-Air bereits am Markt. Zum 25-jährigen Jubiläum wurde der Sattel-Klassiker jetzt komplett erneuert. Wir sind den Bel-Air MTB-Sattel ...

  • Eurobike 2019: Bulls Wild Creed
    Wild Creed: Carbon-Enduro von Bulls [Video]

    15.09.2019Mit dem Bulls Wild Creed wurde Deutschlands schnellstem Enduro-Racer Christian Textor ein Arbeitsgerät der Spitzenklasse auf den Leib geschneidert.

  • Trek Superfly 100

    15.08.2011Die Basis ist sehr gut, aber Lenker-und Reifenwahl sind fragwürdig. Erst mit Tuning-Maßnahmen entfaltet das Trek sein volles Potenzial.

  • Test 2014: Devinci Atlas Carbon RX

    20.08.2014Erst vor Kurzem ist die kanadische Marke Devinci, mit DH-Worldcup-Sieger Steve Smith als Zugpferd, in den deutschen Markt eingestiegen.