Eurobike 2019: TRP DH7 Schaltung

Konkurrenz für Shimano und Sram: TRP baut Schaltungen

  • Ludwig Döhl
 • Publiziert vor einem Jahr

2020 bringt der ursprüngliche Bremsenhersteller TRP mit seiner DH7-Schaltung etwas Abwechslung in die Schaltungsmonokulturen von Shimano und Sram. Die Taiwanesen überraschen mit spannenden Details.

33 Jahre lang hat Tektro ausschließlich Bremsen produziert. Seit 2006 versuchen die Taiwanesen sich mit der Eigenmarke TRP vermehrt im Markt für hochwertige Mountainbikes zu etablieren. Mit Erfolg. Nachdem Aaron Gwin die Marke mit Erfolgen im Downhill-Worldcup salonfähig gemacht hat, haben auch namhafte Hersteller begonnen, die TRP Quadiem und Slate-Bremsen an ihre Serienräder zu montieren. Jetzt wagen sich die Taiwanesen zum ersten Mal in ein neues Geschäftsfeld. Auf der Eurobike 2019 präsentiert TRP seine DH7-Schaltung zum ersten Mal der Öffentlichkeit. Im Downhill-Worldcup kursierten schon das ganze Jahr Prototypen-Schaltungen. Jetzt löst TRP das Rätsel auf.

Vorerst zeigt TRP nur eine reine Downhill-Schaltung mit sieben Ritzeln an der Kassette.

Die technischen Details und Preise zur TRP DH7

Die Schaltung ist ausschließlich für den Downhill-Einsatz konzipiert. Das Schaltungsset besteht nur aus Schaltwerk und Schalthebel. Um den Antrieb zu komplettieren, muss man Kassette, Kurbeln und eine Kette von Sram oder anderen Herstellern kaufen.


Die Schaltung hat sieben Ritzel und sowohl der Hebel, als auch das Schaltwerk sind mit Srams XO- oder GX-Downhill-Schaltungen kompatibel. Der Schalthebel wiegt 120 Gramm und kostet 110 Euro. Das Schaltwerk kostet 170 Euro und bringt 272 Gramm auf die Waage. Die unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers ist jeweils deutlich günstiger als bei Sram-XO-Teilen. Durch die Kompatibilität zu Sram-Teilen könnte das Angebot vor allem für Ersatzteilsuchende attraktiv werden.

Auf einem motorbetriebenen Teststand konnten wir die Schaltung bereits drücken. Der Schalthebel hat kurze Hebelwege und arbeitet extrem defniert. Die Kette wechselt die Gänge zügig. Die TRP DH7 scheint gut zu funktionieren.

Um die Kette komplett ruhig zu stellen, hat das Schaltwerk gleich zwei Reibungskupplungen. Eine sitzt an der Schraube, mit der das Schaltwerk am Schaltauge befestigt wird, die andere befindet sich wie bei Shimano und Sram am Käfig des Schaltwerks. Die Schaltung kommt in den Farben schwarz, silber und gold ab Oktober auf den Markt.

Die Schalthebel lassen sich mit dem Daumen gut bedienen. Die einzelnen Hebelpositionen sind klar definiert. Das Knacken beim Gangwechsel unterstreicht den sportlichen Charakter.

Das Schaltwerk hat zwei Reibungskupplungen und ist wie der Hebel mit Sram 7-fach-Komponenten kombinierbar. Die Farbe orange war eine Sonderfarbe für das Commencal-100%-Downhill-Team und ist nicht im Handel erhältlich.

Die Reibungskupplung am Schaltwerkskäfig funktioniert mit einem Freilaufmechanismus und soll die Kette so straffen, dass sie weniger klappert in ruppigen Abfahrten.

Das Interessante für alle Nicht-Downhiller

BIKE-Leser sitzen in den allermeisten Fällen ja nicht auf einem Downhiller und werden sich deshalb kaum für die TRP DH7 Schaltung interessieren. Aber die Downhill-Schaltung wird höchst wahrscheinlich nur der Auftakt für eine breiter angelegte Schaltungsoffensive von TRP sein. Der Markt für hochwertige MTB-Schaltungen wird ausschließlich von Sram und Shimano dominiert. Die Marktmacht und etliche Patente der beiden Branchenriesen erschweren den Markteintritt für weitere Marken extrem. TRP hat mehrere Mitarbeiter über drei Jahre mit der Entwicklung dieser Schaltung beschäftigt. Kaum vorstellbar, dass dieser Aufwand nur für eine Downhill-Schaltung betrieben wurde. Die zu erwartenden Absatzzahlen sind nicht vernachlässigbar, verglichen mit den Absatzzahlen von tourenfähigen Schaltgruppen wie der Shimano XT aber winzig. Wir vermuten, dass TRP nächstes Jahr mit der Downhill-Schaltung erste Erfahrungen im neuen Segment sammeln will und bereits eine fertige tourenfähige Schaltung in der Hinterhand hat. Bestätigt hat man das uns gegenüber nicht offiziell. Wir sind gespannt!

Louis Tsai hat die Schaltung die letzten drei Jahre entwickelt. Die größte Schwierigkeit: „Ich musste um 16000 verhandene Patente für Fahrradschaltungen herum konstruieren.”

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