Lapierre: neues All Mountain Zesty & Spicy-Enduro Lapierre: neues All Mountain Zesty & Spicy-Enduro Lapierre: neues All Mountain Zesty & Spicy-Enduro

Eurobike 2018: Lapierre Zesty und Spicy

Lapierre: neues All Mountain Zesty & Spicy-Enduro

  • Ludwig Döhl
 • Publiziert vor 3 Jahren

Lapierre überarbeitet seine Mountainbikes Zesty und Spicy radikal. Beide MTB-Modelle rollen künftig mit dem gleichen Rahmen und sind mit 29- oder 27,5-Zoll-Laufrädern erhältlich.

Den Franzosen eilt ein Ruf voraus: Angeblich sind sie besonders gute Liebhaber. Dafür gibt es aber keine Beweise. Eine andere These ist dagegen eindeutig belegbar: Franzosen sind besonders gute Radfahrer! Früher dominierten Julien Absalon und Nicolas Vouilloz den Cross Country- und Downhill-Worldcup, jetzt mischt Adrien Dailly ganz vorne in der Enduro World Series (EWS) mit. Der junge Franzose fährt für die französische Traditionsmarke Lapierre und landete in seinem ersten Elite-Jahr 2017 direkt auf Rang zwei der Gesamtwertung.

Aber damit sind die Franzosen nicht zufrieden. Sie sind eben nicht nur besonders einfühlsam im Bett und schnell auf der Rennstrecke, sondern auch ehrgeizig. Damit der junge Adrien Dailly mit dem besten Material für die EWS gerüstet ist, hat Lapierre die Rennfahrer-Legende Nico Vouilloz in den Ingenieursstand berufen. Er soll seinem Schützling ein besonders schnelles Enduro-MTB bauen. Auf der Eurobike 2018 in Friedrichshafen verrät Vouilloz: „Die Entwicklung für das neue Zesty und Spicy sind noch nicht ganz abgeschlossen, aber ich bin stolz die ersten Modelle hier zu präsentieren.“

Ludwig Döhl Nico Vouilloz dominierte früher den Downhill-Worldcup und gewann zehn Weltmeistertitel. Während seiner Karriere war der Franzose berüchtigt für seinen Perfektionismus in Sachen Material. Jetzt konstruiert er für seinen langjährigen Sponsor Lapierre neue Mountainbikes.

Ludwig Döhl Das neue Lapierre Zesty hat 140 oder und 150 Millimeter Federweg und soll je nach Rahmengröße mit 29 oder 27,5 Zoll Laufrädern in die Läden kommen. Besonders wichtig für Vouilloz: der durch den Dämpfer und das Umlenksystem tiefe Schwerpunkt des Bikes.

Ludwig Döhl Unten am Tretlager ist unter einer Kunststoffabdeckung Stauraum für Werkzeug und einen Ersatzschlauch. 

Ludwig Döhl Züge werden wie beim Vorgängermodell im Rahmeninneren liegen.

Zesty und Spicy teilen sich künftig einen Rahmen

Anders als bei den alten Lapierre-Modellen teilen sich das Zesty als All Mountain und das Spicy als Enduro-Bike in Zukunft einen Rahmen. Die unterschiedlichen Federwege von 140 bis 170 Millimeter werden über Dämpfer mit unterschiedlichen Einbaumaßen realisiert. Neben den längeren Gabeln der Spicy-Modelle beeinflusst auch die Einbaulänge des Dämpfers die Geometrie der Bikes. Aber damit nicht genug der Anpassungsmöglichkeiten. Denn zu Geometrie und Federweg steht dem Endverbraucher zusätzlich noch die Möglichkeit offen, sich zwischen 27,5 Zoll und 29 Zoll Laufrädern zu entscheiden. Die Anpassung an die unterschiedlichen Laufradgrößen funktioniert über einen verstellbaren Lenkwinkel (Steuersatz) und einen Flip-Chip am Hinterbau. Der neue Rahmen ist also ein Verstellwunder. Zu Geometrie wollte man aber noch keine konkreten Angaben machen. Vouilloz verriet jedoch, dass der Lenkwinkel bei zirka 65 Grad in allen Varianten liegen wird.

Die neuen Lapierre-Bikes wachsen mit

Wie viele andere MTB-Hersteller setzt Lapierre bei seinem neuen All Mountain und Enduro auf mit der Rahmengröße mitwachsende Laufräder. So kommen die Rahmengrößen S und M mit 27,5-Zoll-Laufrädern, die größen M, L und XL werden ab Werk mit großen 29-Zoll-Laufrädern bestückt. Mit 27,5-Zoll-Laufrädern hat das Zesty 150 Millimeter, das Spicy 170 Millimeter Federweg. Mit 29-Zoll-Laufrädern haben sowohl das All Mountain, als auch das Enduro zehn Millimeter Federweg weniger. Vouilloz legte besonders viel Wert darauf, dass die Rahmensteifigkeit über alle Rahmengrößen gleich bleibt. Lenkerbreite, Bremsscheibengröße und Dicke der Griffe nehmen dafür mit steigender Rahmengröße weiter zu.

Ludwig Döhl Über einen Flip-Chip am Hinterbau und einen über den Steuersatz verstellbaren Lenkwinkel wird die Geometrie an die verschiedenen Laufradgrößen angepasst.

Ludwig Döhl Die Dämpferlänge entscheidet über die unterschiedlichen Federwege. Das Spicy hat 170 Millimeter und das Zesty 150 Millimeter Federweg. Mit großen 29er-Laufrädern haben die Bikes jeweils zehn Millimeter Federweg weniger.

Ludwig Döhl Um Platz für die großen 29er-Laufräder zu schaffen, fehlt der Verbindungssteg zwischen den beiden Sitzstreben. Der Umlenkhebel ist laut Lapierre dafür extrem steif konstruiert.

Sieben Modelle, drei davon aus Aluminium

Vom neuen Lapierre Zesty sollen ab Jannuar 2019 vier Modelle zwischen 2200 und 5500 Euro verfügbar sein. Das Enduro Spicy kommt zum gleichen Zeitpunkt in drei unterschiedlichen Preisklassen zwischen 3000 und 6000 Euro. Die jeweils günstigsten Modellvarianten haben einen Alu-Rahmen, der Rest rollt auf nobler Kohlefaser. Der Carbon-Rahmen soll ohne Dämpfer etwa 2300 Gramm auf die Waage bringen. Mehr Infos wie Geometrie, Gewicht oder genaue Spezifikationen der neuen Zesty- und Spicy-Modelle für 2019 will Lapierre erst Ende Oktober verraten. Wir bleiben gespannt und drücken Adien Dailly solange die Daumen, dass er wieder fit wird. Denn momentan muss der junge Franzose einen gebrochenen Ellbogen auskurieren.

Themen: All MountainEnduroEurobike_2018LapierreNeuheiten 2019SpicyZesty


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