UCI Mountain Bike World Championship 2016 Val di Sole UCI Mountain Bike World Championship 2016 Val di Sole

Weltmeisterschaft Fourcross 2016 in Val di Sole: Rennbericht

Buchanan und Ergaver gewinnen – Slavik hat wieder Pech

Adrian Kaether am 12.09.2016

Bei der Fourcross-WM 2016 wiederholte sich für den Österreicher Hannes Slavik die leidige Geschichte aus dem letzten Jahr. Die neuen Weltmeister heißen Caroline Buchanan (AUS) und Mitja Ergaver (SLO).

Bei der Mountainbike-Weltmeisterschaft 2016 in Val di Sole wurden am Freitag Abend die Medaillen im Fourcross vergeben. Runde um Runde kämpften sich die Fahrer auf dem von Flutlicht erleuchteten Kurs, der so mache Schikane bereit hielt. Hier der Kurs-Check mit Scott Beaumont (GBR):

13 Frauen gingen in Val di Sole an den Start, alle standen somit austomstisch im Finale der besten 16. Die deutsche Bronzemedaillen-Gewinnerin von 2015, Steffi Marth, fehlte verletzungsbedingt. Und so war es die Deutsche Meisterin Franziska Meyer, die – mit etwas Glück – zusammen mit Titelverteidigerin Anneke Beerten (NED), Ex-Weltmeisterin und BMX-Olympionikin Caroline Buchanan (AUS) und der Tschechin Romana Labounkova in die Runde der letzten Vier einzog.

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Zahlreiche Fans verlogten die Fourcross-Weltmeisterschaft auf dem abendlichen Kurs in Val di Sole.

Nach einem schwachen Start bog sie auf Rang vier liegend in die zweite Kurve, als sowohl die zu diesem Zeitpunkt führende Tschechin Lubounkova als auch Anneke Beerten im losen Schotter auf der Innenbahn ausrutschten und so den Weg frei machten für Buchanan und Meyer. Beerten rappelte sich am schnellsten wieder auf und kam der Deutschen noch einmal gefährlich nahe, musste sich am Ende aber doch mit dem dritten Rang begnügen.

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Die Australierin Caroline Buchanan (links) setzte sich am Ende gegen die Konkurrenz durch und wurde 2016 in Val di Sole zum viertem Mal Fourcross-Weltmeisterin.

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Das Podium der Frauen (v. l.): Franzi Meyer (GER, Silber), Caroline Buchanan (AUS, Gold) und Anneke Beerten (NED, Bronze).

Die Entscheidung fiel in der vorletzten Kurve

Nach zwei Podiumsplätzen im letzten Jahr machten sich die deutschen Männer auch 2016 Hoffnung auf die Medaillen. Doch Titelverteidiger Aiko Göhler crashte im Steinfeld und landete am Ende nur auf Rang neun. Bester Deutscher wurde der WM-Dritte von 2015 Benedikt Last, der sich im kleinen Finale hinter Scott Beaumont als Zweiter und damit im Gesamtwertung auf Rang sechs einsortierte.

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Gefallener Held: Titelverteidiger Aiko Göhler hatte 2016 weniger Glück als im Vorjahr und stürzte unsanft ins Steinfeld.

Auch der Rennausgang im Finale der Männer wäre so von keinem Experten vorhersehbar gewesen. Der ehemalige Weltmeister Tomas Slavik (CZE) qualifizierte sich als Schnellster, schied aber aus dem Kampf um die Medaillen aus, nachdem er im Halbfinale kurz nach dem Start die Balance verlor und auf die Bahn des neben ihm startenden Fahrers geriet. Statt mit einer Verwarnung davonzukommen, wurde Slavik disqualifiziert. In seinem Facebook-Post bringt er seine Enttäuschung zum Ausdruck:

Stattdessen setzte sich der Tscheche Mitja Ergaver, nur 21. der Qualifikation, Runde um Runde durch und war am Ende sicher selbst überrascht, gemeinsam mit Hannes Slavik (AUT), Barry Nobles (USA) und Luke Cryer (GBR) im Finale anzutreten.

Dort fiel die Entscheidung in der vorletzten Kurve: Der US-Amerikaner Nobles wurde von einer Bodenwelle ausgehebelt, touchierte die Streckenbegrenzung und verlor die Kontrolle über das Bike. Bei seinem Sturz zog er dem zu diesem Zeitpunkt führenden Hannes Slavik das Hinterrad weg, der ebenso zu Boden ging und dabei noch den Briten Cryer mitriss. Ergaver kam als Einziger unbeschadet und auf zwei Rädern aus der Karambolage heraus und rollte als Erster – und sichtlich aus dem Häuschen – durchs Ziel.

Slavik ärgerte sich wiederholt wegen des unglücklich und unverschuldet verlorenen Titels über Rang zwei. Im vergangenen Jahr war es der Deutsche Benedikt Last, der ihn im Finale unabsichtlich vom Rad holte und so den Weg für den Titelgewinn von Aiko Göhler frei machte. Cryer, letztes Jahr ebenfalls Nutznießer von Slaviks Sturz und WM-Zweiter, holte bei der Fourcross-WM 2016 in Val di Sole Bronze.

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Mitja Ergaver (CZE) ist Fourcross-Weltmeister 2016.

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Podium der Männer 2016 (v. l.): Hannes Slavik (AUT, Silber – wieder gut gelaunt), Mitja Ergaver (CZE, Gold) und Luke Cyer (GBR, Bronze).

Adrian Kaether am 12.09.2016