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UCI Mountainbike Worldcup Val di Sole: Cross Country

Schurter und Neff holen Titel im Gesamt-Worldcup

Adrian Kaether am 24.08.2015

Obwohl niemand mehr den Gesamtsieg von Jolanda Neff und Nino Schurter verhindern konnte, war der Worldcup in Val di Sole voller Überraschungen. Eine davon: Annika Langvads erster Worldcup-Sieg.

Val di Sole im Nordwesten der Dolomiten war dieses Jahr der Schauplatz fürs Worldcup-Finale im Cross Country. Nino Schurter und Jolanda Neff hatten die Titel zwar schon vor dem Rennen fast in der Tasche, doch die beiden Schweizer kämpften trotzdem auf der ungewöhnlichen Strecke um jede Sekunde.

Mit 4,1 Kilometern und 65 Höhenmetern pro Runde ist Val di Sole weder eine besonders lange, noch eine besonders steile Strecke. Schnelle Wechsel von Up- zu Downhill und enge Kurven, aber auch einige technische Passagen prägten dafür das Bild von Val di Sole in den Köpfen der Fahrer und Zuschauer. So wurden die Karten neu gemischt.

Val di Sole World Cup Finale

Manuel Fumic stylt über die Sprünge in der Fourcross-Sektion der Strecke. In Val di Sole wurde er zwar nur Zwölfter, im Gesamt-Ranking konnte er aber den sechsten Platz ergattern.

Ist Neff überhaupt zu schlagen?

190 Punkte Vorsprung hatte Jolanda Neff bereits vor dem Rennen auf die Zweitplatzierte Gunn-Rita Dahle Flesjå. Ein Sieg in der Gesamtwertung schien also für die Norwegerin außer Reichweite. Einige Tage zuvor hatte sie sich zu allem Übel auch noch eine Lebensmittelvergiftung eingehandelt und bangte nun um ihren zweiten Platz, den Catharine Pendrel zu übernehmen drohte.

Der Startschuss fiel und Jolanda Neff sprintete vorweg. Gunn-Rita Dahle Flesjå war tatsächlich nicht in Form und fiel nach und nach weiter zurück, bis sie bald wegen eines gebrochenen Lenkers ganz aus dem Rennen ausschied. Überraschenderweise war es dann Annika Langvad, die den größten Druck auf Neff ausübte und ihr ab der Hälfte des Rennens dicht auf den Fersen war.

Val di Sole World Cup Finale

Das Podium der Damen: (v. l. n. r.): Maja Wloszczowska, Jolanda Neff, Annika Langvad, Irina Kalentjeva und Emily Batty.

Die dänische Marathon-Spezialistin hat zwar schon drei Weltmeistertitel in der Marathon-Disziplin geholt, doch ihr erster Sieg im Cross-Country-Worldcup stand immer noch aus. Jolanda Neff konnte in den Abfahrten immer wieder Zeit auf Langvad gutmachen, doch Langvad war letzten Endes zu stark für die Schweizerin.

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Annika Langvad in einer der rutschigen Abfahrten. In der vorletzten Runde strauchelte sie kurz, saß aber gleich wieder im Sattel.

Langvad fassungslos über eigenen Sieg

Annika Langvad selbst konnte es kaum fassen. Kopfschüttelnd fuhr sie durchs Ziel und nahm dann, strahlend vor Freude, den Blumenstrauß für die Siegerin entgegen. Jolanda Neff rettete einen zweiten Platz ins Ziel, Irina Kalentieva wurde Dritte, Adelheid Morath als beste Deutsche Sechste. An Jolanda Neff geht damit auch der Pokal des Worldcup-Gesamtsiegs, Gunn-Rita Dahle Flesjå bleibt Zweite, Lea Davison ist Dritte. Beste Deutsche im Gesamt-Worldcup wurde Helen Grobert auf Platz zehn, Adelheid Morath folgt auf Platz zwölf.

Das Rennen der Männer verlief wie so häufig. Nachdem die Schweizer Nino Schurter, Ralph Näf und Florian Vogel zunächst das Rennen anführten, schloss Julien Absalon nach und nach zur Führungsgruppe auf und setzte sich dann mit Jaroslav Kulhavy, Schurter und Vogel vom Rest des Feldes ab. Mit einem Sprint in der letzten Runde entschied Schurter das Rennen für sich und sicherte sich damit auch endgültig den Worldcup-Gesamtsieg.

Schurter und Absalon an der Spitze: Florian Vogel wieder knapp geschlagen

Julien Absalon – der aktuelle Weltmeister und Worldcup-Sieger 2014 – wurde Zweiter, im Rennen wie in der Gesamtwertung, Florian Vogel Drittter und Jaroslav Kulhavy Vierter. Mit einem Finger gen Himmel und einem Finger auf die Blume an seiner Startnummer deutend erinnerte Vogel bei seiner Zieldurchfahrt an Annefleur Kalvenhaar, die vor genau einem Jahr beim Worldcup-Finale in Méribel ums Leben gekommen war. Zahlreiche Fahrer, Männer wie Frauen, hatten sich aus diesem Grund Blumen an die Startnummern geheftet.

Val di Sole World Cup Finale

Das Gesamtranking der Männer: Nino Schurter holt zum vierten Mal den Sieg im Gesamt-Wordcup, Manuel Fumic wird nach einer durchwachsenen Saison Sechster.

Adrian Kaether am 24.08.2015