UCI Downhill-Worldcup: Gwin und Ragot siegen in Lourdes

DH-Worldcup #1 Lourdes: Gwin und Ragot an der Spitze

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 6 Jahren

Beim ersten Downhill-Worldcup im Jahr 2015 in Lourdes (FRA) spielten Emmeline Ragot und Aaron Gwin ihre Erfahrung aus. Außerdem: die längste Zeit im Hot Seat überhaupt und ein Newcomer auf Platz zwei.

Downhill läuft streng nach Regeln ab. In der Qualifikation hat jeder nur einen Run, die schnellsten 20 kommen ins Finale. Gestartet wird nach der Reihenfolge der Quali-Zeiten, wobei der Langsamste zuerst startet. Das sorgt regelmäßig dafür, dass vor allem die Top 10 des Worldcups die drei Plätze auf dem Podium stellen.

Es bedeutet aber auch, dass auch den „Langsameren“ häufiger die Ehre zuteil wird, im begehrten Hot Seat Platz zu nehmen, bis ihre Zeit unterboten wird. Es herrscht also ein ständiges Kommen und Gehen auf dem Hot Seat des führenden Fahrers. In Lourdes wurde diese Ordnung jedoch ein wenig durcheinandergewirbelt.

Die Strecke in Lourdes: schnell, steinig und ausgewaschen

Schuld an dem durcheinander gewirbeltem Klassement ist vor allem die Strecke im französischen Lourdes. Mit fast 500 Tiefenmetern, die die schnellsten Männer in drei Minuten bewältigten, ist die Strecke in Lourdes steil, doch nicht extrem. Dafür ist sie wahnsinnig schnell, wahnsinnig steinig und nach Training und Qualifiying auch noch wahnsinnig ausgewaschen. Keine besonders Mensch- und Material-schonende Kombination.

Emmeline Ragot auf ihrem Weg zum Sieg beim ersten Downhill-Worldcup 2015 in Lourdes.

Nach einer kurzen Startgerade macht die Strecke in Lourdes eine weite Rechtskurve, die die Fahrer direkt in den ersten Rockgarden hineinspuckt. Hier gilt es trotz hohem Tempo die richtige Linie zu treffen, sonst verliert man extrem viel Schwung oder holt sich einen platten Reifen. Beides kann böse Folgen haben, denn schon nach einem kurzen Flachstück folgen bereits zwei große Roadgaps, die man nur mit sehr hohem Tempo heil übersteht. Ein Wald voller Steine, Felsen und Wurzeln bildet das Mittelstück der Strecke. Die Linien, die man hier wählen kann, sind fast so zahlreich wie die Bäume: da ist Taktik gefragt. Dann führt die Strecke wieder aus dem Wald heraus und endet mit der Zielgeraden.

Das Damen-Finale: Ragot legt früh vor

Nach einem turbulenten Qualifiying am Vortag, bei dem Tracey Hannah mit der schnellsten Zeit für eine kleine Überraschung sorgte, startete das Frauenfeld etwas vorsichtiger in die ausgewaschene Strecke. Emmeline Ragot lieferte eine Top-Leistung ab und manövrierte sich damit schon verhältnismäßig früh im Rennen in den Hot Seat. Rachel Atherton und Myriam Nicole rüttelten an Ragots Zeit, doch sie konnten sie nicht unterbieten. So lag die Hoffnung auf eine kleine Überraschung bis zuletzt bei Tracey Hannah. Die Australierin hatte ihren letzten Worldcup 2012 gewonnen und lange sah es so aus, als hätte sie eine reelle Chance auf den Sieg in Lourdes. Doch sie stürzte im unteren Streckendrittel und verlor so wertvolle Sekunden. Dennoch, ein fünfter Platz wurde es trotzdem für sie.

Das Damen-Podium: Rachel Atherton, Emmeline Ragot und Myriam Nicole (von links).

Aaron Gwin macht es sich im Hot Seat bequem

Doch zurück zur Ordnung im Downhill: Die Schnellsten zuletzt, dass ist die Regel. Doch die zahlreichen Stürze beim Qualifying brachten dieses Prozedere diesmal ein wenig durcheinander. Aaron Gwin zum Beispiel, sonst eher ein Kandidat für die Top Five, erreichte wegen seines Sturzes und dem anschließenden Verlassen der Strecke das Finale nur aufgrund seiner guten Gesamt-Position in der vergangenen Worldcup-Saison. Er startete also im Finale als Erster und lieferte einen tadellosen Run ab. Daraufhin machte er es sich im Hot Seat bequem und verließ ihn nicht mehr, bis zum Ende des Rennens.

Josh Bryceland, Brendan Fairclough oder auch der Sieger aus der Quali, der Franzose Loic Bruni, bissen sich die Zähne an Gwins Zeit aus. Doch keiner war schneller. Für Loic Bruni reichte es für den dritten Platz. Auf dem zweiten landete als kleine Überraschung der Newcomer Michael Jones. Er hatte wohl den Winter über mit Sam Hill in Australien trainiert. Das zahlt sich scheinbar aus.

Der Deutsche Johannes Fischbach erwischte beim Finale einen schwarzen Tag: Er stürzte zwei Mal und schleppte sich als 76. ins Ziel. Bester Deutscher Fahrer war am Ende Benny Strasser als 34. mit 14 Sekunden Rückstand auf den Sieger.

Sie haben den Downhill-Worldcup in Lourdes verpasst? Die Wiederholung gibts bei Red Bull TV.

Das Herren-Podium in Lourdes: Loic Bruni, Aaron Gwin und Newcomer Michael Jones (von links).

Schlagwörter: Aaron Gwin Downhill Emmeline Ragot UCI Worldcup Worldcup


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