UCI Downhill Worldcup 2016 #4 Leogang

Downhill Worldcup Leogang: Gwin und Atherton siegen

  • Stefan Loibl
  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 4 Jahren

Die neue Downhill-Strecke in Leogang trocknete bis zum Rennen immer weiter ab. Am Ende waren es Aaron Gwin und Rachel Atherton, die die vierte Worldcup-Station für sich entschieden.

Aaron Gwin (YT Industries) hat erneut zugeschlagen! Der Kalifornier gewinnt in Leogang vor Loris Vergier (Specialized) und Troy Brosnan (Specialized). Damit holt Gwin seinen 16. Worldcup-Sieg – ganz ohne technische Probleme dieses Jahr. Johannes Fischbach hatte Pech und konnte mit seinem Platten am Hinterrad nicht an den guten achten Rang in der Qualifikation anknüpfen und wurde 76. Bei den Damen holt Rachel Atherton, die "Unschlagbare", beim UCI Mountain Bike World Cup Leogang ihren zehnten Worldcup-Sieg in Folge. Mehr als fünf Sekunden dahinter Tahnee Seagrave als Zweite. Dritte wurde Miranda Miller.

Rachel Atherton holt zehnten Sieg in Folge

Tracey Hannah wurde in Leogang Vierte.

Rachel Atherton (Trek) wird das Rennen beim vierten Downhill-Worldcup 2016 in Leogang sicher lange im Gedächtnis bleiben. Für die Britin ist der Gang auf die höchste Stufe des Siegertreppchens zwar mittlerweile fast zur Routine geworden, doch Leogang war für Rachel Atherton kein "gewöhnlicher" Worldcup-Sieg. Nicht nur, dass das Rennen als der bereits 30. Worldcup-Triumph der Britin in die Geschichte eingehen wird, sie hat damit auch der legendären Anne-Caroline Chausson den Rekord für die meisten Worldcup-Erfolge in Folge abgenommen.

Der erste Downhill-Worldcup vor über einem Jahr in Lourdes, den Emmeline Ragot für sich entscheiden konnte, war das letzte Mal, dass Rachel bei den Damen nicht ganz oben auf dem Podest stand. Ganze zehn Mal hat sie seitdem ganz oben auf dem Siegertreppchen gestanden und so den Rekord von Anne-Caroline Chausson von neun Siegen in Folge übertroffen. Und eine ebenbürtige Gegnerin für Rachel Atherton ist seit dem Rückzug von Emmeline Ragot noch immer nicht in Sicht. Dabei kann man der aktuellen Konkurrenz nichts vorwerfen. Insbesondere die 20-jährige Tahnee Seagrave (Transition) schlägt sich gut. Nach Einschätzung von Ex-Weltmeisterin Emmeline Ragot fehlt ihr aber noch die Erfahrung, um Atherton wirklich in die Schranken weisen zu können.

Rachel Atherton feiert ihren 30. Worldcup-Sieg: Auch Miranda Miller (ganz rechts) kann sich freuen. Es ist ihr bestes WC-Ergebniss überhaupt.

Brosnan, Hart und Minnaar weiter stark

Etwas weniger eindeutig, wenn auch nicht viel, war das Rennen der Männer. Auch hier haben die Briten weiterhin eine starke Präsenz in den Top 10 vorzuweisen. Greg Williamson (Cube) konnte wie auch schon in Fort William und Lourdes überzeugen, ebenso Joseph Smith (Chain Reaction Cyles) und Bernard Kerr (Pivot). Doch allen voran ging Danny Hart (Mondraker), der trotz der zunehmend trockenen Bedingungen in Leogang einen soliden Run ins Tal brachte und auf den vierten Platz – noch vor Greg Minaar (Santa Cruz), dem Sieger von Fort William – fuhr.

Die Runs mit echten Siegchancen kamen jedoch nicht aus England, sondern von zwei alten Bekannten und einem echten Newcomer. Schon der Run vom Konstanzkünstler Troy Brosnan schien nahezu perfekt. Unaufgeregt, präzise und zielsicher bahnte sich Brosnan seinen Weg durch die Wurzel- und Steinfelder von Leogang, ließ auch in den flachen Passagen nichts anbrennen und leistete sich nur einen kleinen Fehler im oberen Teil. Mit mehr als vier Sekunden Vorsprung kletterte er so in den Hot Seat. Eine Zeit, die bis zu den letzten beiden Fahrern Bestand hatte.

Danny Hart in einer der tiefen Rillen, die sich während des Finales bildeten.

Die meisten Fans standen im Zielbereich und am Zielsprung.

Loris Vergier tritt in Loic Brunis Fußstapfen

Loris Vergier, Teamkamerad des verletzten Weltmeisters Loic Bruni, war der vorletzte Starter. Zwar ist der Junioren-Weltmeister noch ein Newcomer und fährt erst die zweite Saison in der Elite-Kategorie, doch schon jetzt gilt Vergier als der Star der Zukunft. In Leogang machte er ernst und stieg damit auch gleichzeitig in die Fußstapfen seines verletzten Teamkameraden. Selbst auf Troy Brosnan konnte Vergier noch eine knappe Sekunde herausfahren.

Loris Vergier konnte in Leogang überzeugen. Wird er der nächste Downhill-Superstar?

Selbst das war allerdings nicht genug, um den amtierenden Worldcup-Gesamtsieger auszubooten. Nach drei Jahren mit technischen Defekten blieb dieses Jahr das Bike von Aaron Gwin komplett. Kein Wunder also, dass der Amerikaner, der in Leogang schon letztes Jahr ohne Kette zum Sieg gefahren war, jetzt mit Kette, nicht mehr zu Bremsen war. Mit mehr als drei Sekunden Abstand holte er souverän den Sieg, dabei war Gwin bei der ersten Zwischenzeit noch 1,5 Sekunden zurückgelegen.

Bei der ersten Zwischenzeit noch 1,7 Sekunden zurück, dann nach dem Flachstück plötzlich vorne: Aaron Gwin hat gezeigt, dass man nicht viel treten muss, um schnell zu sein.

Das Podium der Herren: Danny Hart, Loris Vergier, Aaron Gwin, Troy Brosnan, Greg Minnaar (von links).

Ergebnisse Downhill Worldcup Leogang 2016

Die Ergebnisse der Herren beim DH-Worldcup in Leogang 2016

Die Ergebnisse der Damen beim Downhill-Worldcup in Leogang 2016

Schlagwörter: Aaron Gwin Downhill Ergebnisse Leogang Rachel Atherton Rennen UCI Worldcup


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