"Trailjagd" nähert sich zweitem Saisonhighlight

Schnitzel-, Hörnli-, Knödeljagd. Oder doch Endurocamp?

  • Sebastian May
 • Publiziert vor 2 Jahren

Die Schnitzeljagd im österreichischen Sölden ist bereits vorbei. Doch Mitte August startet die zweite Runde. Bei der Hörnljagd geht es nochmal um die Wurst - Entschuldigung - das Hörnli.

Die Singletrail Schnitzeljagd in Sölden ist mittlerweile fester Bestandteil des Hobby-Enduro-Rennzirkus . Das belegen auch die Anmeldungen. Innerhalb von 20 Minuten waren die 400 Startplätze der Schnitzeljagd ausverkauft. Und das ist auch keine Überraschung. Mit der Idee der Schnitzeljagd stellen sich die Veranstalter gegen den Trend der Zeit. Es wird in 2er-Teams angetreten. Statt auf Renneifer und Siegesgier zu setzen, geht es bei den Rennen um den Spaß am Biken in der Gruppe. Aus diesem Grund gewinnt bei den seit 2017 als sogenannte Trailjagd-Trilogie  zelebrierten Trailjagd-Events nicht nur das schnellste Duo einen Preis. Die Bike-Seilschaft, die am nächsten an der Durchschnittszeit zwischen dem schnellsten und langsamsten Team landet, gewinnt das begehrte goldene Riesenschnitzel.

Auf den Trails der Bike Republic Sölden jagen die Teilnehmer das begehrte goldene Schnitzel.

Zwischen dem Rennbeginn im Massenstart auf über 3000 Metern und dem triumphalen, abschließenden Schnitzelessen in Sölden liegen allerdings traditionell steile Anstiege und flowige Trails. Neu auf der Karte der Schnitzeljagd war in diesem Jahr die frisch angelegte Ollweite Line. Das Flow-Ungeheuer besticht mit vielen Steilkurven, ruppigen Steinsektionen und spektakulären Gletscheraussichten. Wenig Gefälle macht die Strecke auch für weniger versierte Fahrer machbar. Aber Vorsicht: ein aktiver und besonnener Fahrstil ist Voraussetzung. Wenn dann doch mal die Bremsen glühen, sorgen die großen Schneefelder rund um die Strecke für Abkühlung.

Das atemberaubende Gletscherpanorama lädt zum Verweilen ein. Doch für die Fahrer ist das keine Option. Die neue Ollweite-Line fordert Konzentration.

Doch das ist nicht alles. Um bei dem offiziell gar nicht Rennen genannten Event in die Wertung fahren zu können, müssen die Teilnehmer an Checkpoints auf der Strecke vorbeifahren und Stempel sammeln, die sie nach einer abgeschlossenen Challenge bekommen. Die Challenges sind kleine herausfordernde Spiele und haben mal mehr, mal weniger mit Biken zu tun. Beim Scott-Stand beispielsweise gilt es, einen Geschicklichkeitsparcours auf einem 12-Zoll-Kinderbike zu bewingen.

Am Scott-Stand wurde mit dem heißesten Equipment gefahren. Auf 12 Zoll Kinderrädern wurde ein Geschicklichkeitsparcours absolviert. Sieht lustig aus. Ist Lustig. 

Die Endura-Challenge wiederumbesteht darin, mindestens 10 Sekunden stehend auf einem Podest zu balancieren - auf dem Bike natürlich, im sogenannten Trackstand. Der längste Trackstand wird mit einem entsprechenden Preis gekürt. Der Clou: Es wird den Balancierenden nicht verraten, welche Zeit es zu schlagen gilt. Somit muss jeder selbst entscheiden, ob man die vorgeschriebenen zehn Sekunden stehen will oder doch versucht, sich den Sachpreis zu ergattern. Der schlussendliche Gewinner dieses Minispiels ging auf Nummer sicher: 45 Minuten stand er auf dem Podest und heimste sich so den verdienten Sachpreis ein.

Jede Menge Spaß: Der Gewinner unseres BIKE-Gewinnspiels war mittendrin im Geschehen. 

Auch mit dabei: Bike-Pro Rob J Heran ließ sich die gute Stimmung bei der Schnitzeljagd nicht entgehen. 

Das schnellste Team erreichte das Ziel in 2:53 Stunden, das Langsamste trudelte nach fast 7 Stunden ins Ziel, wo leckere Schnitzel schon darauf warteten verzehrt zu werden. Das erste Rennen der Trailjagd-Trilogie war ein voller Erfolg.

Nach dem Schnitzel gibt`s Hörnli und Knödel

Doch schon einen Monat später gibt es die nächste Jagd serviert: die Hörnlijagd . Auf den Schweizer Trails rund um Graubünden jagen, wie bereits bei der Schnitzeljagd, 2er-Teams den Hörnlis hinterher.  Ob man das Rennen mit oder ohne Gondelunterstützung bestreitet, kann auch hier wieder jedes Team mit seinem eigenen Gewissen vereinbaren. Vom 10. bis zum 12. August findet das Jedermann/Jederfrau-Rennen statt.

Doch, was ist überhaupt ein Hörnli? Ein Berg? Ein Croissant? Hörnli ist Schweizerdeutsch und steht für kleine Maccheroni (eingedeutscht: Makkaroni) oder wie Wikipedia vorschlägt: "kurzes, leicht gebogenes röhrenförmiges Gebäck". Also Maccheroni. Die Hörnlijagd ist allerdings weder kurz, noch leicht. Start ist auf dem Weißhorn und sie führt die Fahrer ins benachbarte Lenzerheide, dem Austragungsort der Mountainbike WM 2018. Wer dann noch nicht genug hat, der kann auch noch am letzten Rennen der Trilogie teilnehmen: der Knödeljagd .

Auf den Südtiroler Dolomitentrails findet die Jagdsaison mit der Hatz nach dem laut Google kleinen, leicht runden, ballförmigen Teig ihr geschmackvolles Ende. Das Grundprinzip bleibt das gleiche: 2er-Teams, kleine Challenges und alpine Trails. Einen Monat nach der Hörnlijagd, vom 7. bis zum 9. September, geht es beim letzten Rennen zur Sache.

Komplett ohne Rennfieber: das Endurocamp

Bike-Legende Holger Meyer zeigt den Teilnehmern des Endurocamps, wie man selbst schwierige Schlüsselstellen meistert.

Für alle, die lieber entspannt an ihrer Fahrtechnik feilen und dabei noch die Trails rund ums Dreiländereck zwischen Italien, der Schweiz und Österreich entdecken wollen, dem sei das alljährliche Endurocamp empfohlen. In 3 Tagen bekommen die Teilnehmer jede Menge Tipps zur richtigen Kurventechnik, dem richtigen Bremsen und dem Bunny Hop. Aber der Fokus ist klar definiert: Trails, Trails und nochmal Trails! Das Camp richtet sich an fortgeschrittene Fahrer, die ihrer Fahrtechnik einen Feinschliff verpassen möchten. Für Einsteiger dürfte es etwas zu herausfordernd sein. Also: Rechtzeitig für’s nächste Jahr anmelden!

Schlagwörter: Die Rasenmäher Enduro Hörnlijagd Knödeljagd Race Schnitzeljagd


Lesen Sie das BIKE Magazin. Einfach digital in der BIKE-App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag
  • 6 leichte Trinkrucksäcke im Test
    Trinkrucksäcke für Race und Tour

    13.04.2016

  • Schnitzeljagd 2016: BIKE Leserreporter
    Schnitzeljagd: eine Teilnehmer „Er-Fahrung“

    27.06.2016

  • Test Mountainbike Touren-Rucksäcke
    Transalp-tauglich: 9 MTB-Rucksäcke für die große Tour

    08.03.2017

  • Best of Test: Mountainbike-Zubehör
    Das beste MTB-Zubehör 2017

    11.12.2017

  • Enduro World Series 2018 #4: Petzen/Jamnica
    Back on Track!

    03.07.2018

  • GT Bikes: Trailbike Sensor und All Mountain/Enduro Force
    GT Sensor und Force: neue Bikes für Trail bis Enduro

    06.07.2018

  • Neue Scheibenbremse: Formula Cura 4
    Downhill- und Enduro-Wurfanker aus Italien

    26.06.2018

  • Santa Cruz 2019: Enduro/All Mountain Bronson, Trailbike 5010
    Santa Cruz Bronson & 5010: Neues für Trail bis Enduro

    03.07.2018

  • Alchemy Arctos in Deutschland erhältlich
    US-Nobel-Enduros kommen nach Deutschland

    09.07.2018

  • FREERIDE-Test: Evoc Travel Bag Pro
    Teile in Gefahr: Evoc Bike-Reisetasche Pro

    18.05.2020

  • Test 2017 – Enduros: YT Industries Capra CF Comp
    YT Industries Capra CF Comp im Test

    09.05.2017

  • Alutech Green Days 2016 in Nauders am Reschenpass
    Abfahrtsorientiertes Testival im Dreiländereck

    30.04.2016

  • Liteville 301 MK11

    24.07.2013

  • Test 2015: GT Sanction Pro
    Enduro-Test: GT Sanction Pro

    15.12.2014

  • Liteville 901

    10.06.2009

  • Enduros um 3500 Euro

    30.09.2008

  • Dauertest: Rotwild R.E1 FS Edition

    06.06.2012

  • Neuer Mountainbike-Film: Signatures

    07.11.2014