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Titan Desert 2016 Blog #3

Titan Desert Blog: Ab nach Marokko

  • Alexander Brempel Ballester
 • Publiziert vor 5 Jahren

Das Abenteuer Titan Desert 2016 startet für unseren Leser Alexander. Per gecharterter Maschine ging es von Madrid nach Marokko, wo sich alle „Titanen“ das erste Mal beschnuppern.

Nach Wochen der gruseligen, nervenaufreibenden Vorfreude bin ich heute mit einer altersschwachen Boeing 737 von "Privilege Airlines" in Fès gelandet. Ich hatte mich auf eine geräumige Air Europa-Maschine mit wohlduftenden Stewardessen gefreut. Auf dem Rollfeld in Madrid gab es aber nur die Wahl zwischen fliegendem Ersatzteillager oder als Angsthase nach Hause die Heimreise anzutreten. Den Steward an der Kabinentür mit schlecht gebundener Krawatte ignorierend setzte ich mich neben zwei redselige, muskelbepackte Sevillaner, die mir versicherten, der Flieger sei um Klassen besser als der vom verganenen Jahr. Na dann, bitte einmal Vollgas Richtung Nordafrika.

Eine ungemütliche Nacht am Flughafen von Madrid

Die Nacht davor habe ich am Madrider Flughafen Barajas auf dem Boden schlafend verbracht. Die zum Teil abenteuerlichen Anreisen zu exotischen Etappenrennen, bei denen man sich in der Wartehalle um zwei Uhr morgens ein Twix als Abendbrot aus dem Automatenspender fischt, lassen keinen großen Spielraum für Radrennfahrer-Romantik. Und werden wahrscheinlich deshalb nur selten in Berichten erwähnt. Nach der Landung sind wir in einem Bus mit gesprungener Frontscheibe von Fès nach Ifrane geshuttelt.

Privatfoto Alexander mit Abendlektüre beim Abflug nach Madrid am Flughafen von Palma de Mallorca.

Hier auf 1659 Metern Meereshöhe sitze ich im Moment mit dem kompletten Titan Desert-Tross und warte auf den Startschuss morgen früh. Das ganze Gelände ist auf eine bizarre Weise einem bayerischen Dorf nachempfunden. Deutsche Häuserkulisse, Kiefernwälder, Pflasterstein-Fußgängerzone. Sogar ein leicht angeknabberter Schäferhund dreht seine Runden um den Speisesaal.

Nach dem Medical-Check und dem Anbringen des obligatorischen GPS-Trackers mit Kabelbindern an den Trinkrucksack sind die meisten anderen Teilnehmer damit beschäftigt, in diesem verlassenen Skigebiet ein bisschen die Beine zu lockern, bevor es morgen zur Sache geht.

Für Verpflegung ist auch gesorgt. Man tauscht seine Euros gegen sogenannte "Titanitos" ein, eine Art Camp-interne Währung. An den sportlich straffen Preisen für die nicht enthaltenden Getränke ändert das nichts.

Ich teile mir das Zimmer mit Ignacio Gili, dem großen argentinischem Campeonisimo vergangener Zeiten, der sich bei den Olympischen Spielen in Sydney im Jahr 2000 noch mit einem gewissen Tinker Juarez duellierte und vergangenes Jahr beim Titan Desert im Gesamtklassement 13. wurde.

Screenshot Per Live-Tracking kann man unseren Blogger Alexander beim Titan Desert 2016 verfolgen.

Morgen früh um sechs Uhr werde ich beim Frühstuck „Scotland The Brave“ auf maximaler Lautstärke anschmeißen, um mich dann zuerst durchs Büffet und danach durch den hohen Atlas zu schlagen.

113 Kilometer und 1890 Höhenmeter sind Sonntagmorgen um 8:00 Uhr genau das Richtige. Hoffentlich kriegen die Jungs von "Caragol Biketech" meine Schaltung bis morgen früh repariert. „Caragol“ heißt übersetzt übrigens „Schnecke“ ... Allah sei mit mir!


Drückt mir die Daumen!
Saludos,
Alexander

Privatfoto Wagt das Abenteuer Titan Desert: Unser BIKE-Blogger Alexander aus Mallorca.

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