SSES #4 Saalfelden Leogang Enduro SSES #4 Saalfelden Leogang Enduro

Specialized-SRAM Enduro Series 2016 Saalfelden Leogang

SSES #4 – Nasses Déjà-vu zum Saisonabschluss

Sebastian Brust am 20.09.2016

Nach dem vierten und letzten Rennen der Specialized-SRAM Enduro Series im verregneten Saalfelden Leogang stehen auch die Gesamtsieger der Rennserie fest. Bei den Frauen wurde es besonders spannend.

Mit dem vierten und letzten Rennen ging am vergangenen Wochenende vom 17.-18. September 2016 die Specialized-SRAM Enduro Series (SSES) in die Winterpause. Die rutschigen, mit Wurzeln sowie Northshore-Elementen gespickten und sehr langen Abfahrten durch den Bikepark und das alpine Gelände von Saalfelden Leogang forderten noch einmal den Gleichgewichtssinn und die Unterarmmuskulatur der knapp 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

SSES #4 Saalfelden Leogang Enduro

Regenwald: Die Trails in Saalfelden Leogang sind bei Trockenheit schon anspruchsvoll genug.

40 km Streckenlänge, nur 600 Höhenmeter auf Transferetappen, vier Gondeln als Aufstiegshilfen – Auf den ersten Blick schienen die Eckdaten des SSES-Abschussrennens einen lockeren Saisonausklang vorzugaukeln. Die Würze steckte im Downhill. Dank der großzügigen Gondel-Unterstützung summierten sich auf den fünf Wertungsabschnitten am Ende nämlich rund 3500 Tiefenmeter über Wege mit so berühmten Namen wie Leoganger Wurzeltrail, X-Line, Bergstadl-Trail, Hacklberg-Trail, Hangman I und Bongo-Bongo-Trail – in Summe fast 13 Kilometer Trails, die, technisch ohnehin schon anspruchsvoll genug, bei den nassen Bedingungen nach einer Extra-Portion Fahrtechnik und Kondition verlangten.

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Rund 600 Höhenmeter mussten die Enduro-Biker aus eigener Kraft bewältigen – plus vier Gondelfahrten machte in Summe knapp 3500 Tiefenmeter bergab.

Thema Wetter: Déjà-vu mit Schneegestöber

Es war wie verhext: Wie im Jahr zuvor hatte sich zum letzten SSES-Rennen der Saison auch der Sommer aus den Bergen verabschiedet. Dauerregen am Samstag mit Schneegestöber in der Höhe weichte Strecke und Teilnehmer gleichermaßen auf. Die zahlreichen Wurzelpassagen und Northshore-Elemente boten den Grip eines frisch gebohnerten Treppenhauses.

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Winter-Wetter-Wende: Unter der Woche strahlte noch die Spätsommersonne und sorgte für Temperaturen von fast 30 Grad. Am Rennwochenende fiel neben der Temperatur viel Regen und sogar Schnee.

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Hannes Slavik (AUT – Ghost Magura) trainiert am Samstag auf spiegelglatter Wurzelpassage.

Am Renn-Sonntag war es wieder etwas freundlicher und vor allem trockener, der frühmorgendliche Start in noch klammen Klamotten kostete aber so manche Fahrer erst einmal Überwindung. Wohl dem, der einen trockenen Satz Klamotten zur Verfügung hatte, denn Aufwärmen konnte man sich beim ersten Uphill auch nicht wirklich: mit der Ansitzbahn ging es von Leogang zuerst auf frostige 1760 Meter Höhe.

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Sonntags beruhigte sich das Wetter wieder und es schüttete nicht mehr.

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Erstmals wurde im Rahmen der SSES in Saalfelden Leogang auch ein E-MTB-Rennen veranstaltet. Testweise. Statt die Ansitzbahn als Aufstiegshilfe für den ersten Uphill nutzen zu dürfen, mussten die E-Biker selbst von Leogang hinaufpedalieren. Ganz links im Hintergund der spätere Sieger André Wagenknecht (Cube Action Team), ehemals Deutscher Meister im Enduro und Downhill.  

Sponsoring-Vertrag für den Sieger der Open Junior-Klasse

Gegen 12:30 Uhr waren es dann die Junioren, die als Erste wieder im Ziel in Leogang ankamen. Timo Holzschuher (GER, 29er-Racing) führte vor dem Rennen die Gesamtwertung mit sieben Punkten Vorsprung vor Vojtěch Bláha (CZE, Vendeta Racing) knapp an. In Saalfelden Leogang musste sich der ehemalige BIKE-Junior-Team-Fahrer Holzschuher schließlich mit 1:44 Minuten Rückstand auf seinen Verfolger und Platz zwei zufrieden geben.

Der Tscheche gewann in einer Zeit von 26.45,41 Minuten, übernahm nach dem Sieg in Saalfelden Leogang mit nur acht Punkten Vorsprung auch die Gesamtführung und sicherte sich damit das Sponsoring-Paket der Serienpartner Specialized, SRAM, Maxxis, Leatt und Muc Off.

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Drei Siege, ein zweiter Platz: Der Norweger Zakarias Johansen, hier während des Samstag-Trainings, dominierte die SSES-Saison 2016. In Saalfelden Leogang machte er den Sack zu.

Bei den Elite-Männern ließ der diesjährige Top-Favorit nichts anbrennen. Zakarias Johansen (NOR - Specalized Nordic) fuhr mit 25.50,95 Minuten die schnellste Zeit des Tages und verbannte Gerd Skant (AUT - rideTSG) und Markus Reiser (GER - Focus Trail Team) auf die Plätze.

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Das Herren-Podium in Saalfelden Leogang: Gerd Skant, Zakarias Johansen und Markus Reiser (von links).

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Christian Textor wurde in Schöneck Deutscher Enduro-Meister 2016. In Saalfelden Leogang reichte es nur für den undankbaren vierten Platz, in der SSES-Gesamtwertung noch für Rang zwei.

Mit drei Siegen und einem zweiten Platz gewann Johansen, der erst in diesem Jahr vom Downhill zum Enduro wechselte, die Gesamtwertung deutlich vor Christian Textor (GER – Team Bulls) und Premek Tejchman (CZE - Specialized) auf Rang drei.

In letzter Sekunde: Führungswechsel bei den Elite-Frauen

Bei den Frauen führte Raphaela Richter vor dem Rennen die Tabelle der SSES-2016-Gesamtwertung mit drei Siegen souverän an, ein neunter Platz hätte für die Titelverteidigung gereicht. Doch die 19-Jährige verzichtete am Wochenende auf den Start in Saalfelden Leogang. Stattdessen trat sie in der U21-Kategorie bei der Enduro World Series im französischen Valberg-Guillaumes an, wo sie trotz Sturz auf Platz zwei fahren konnte. Hier gehts zum BIKE Rennbericht der Elite-Klasse >>

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Start der Women-Elite. 

Damit ergab sich die letzte Gelegenheit für die noch in Reichweite liegende Veronika Brüchle (GER - Stevens MTB Racing Team), die Gesamtführung zu übernehmen. Eine Gelegenheit, die sich die 21-jährige Niederstaufenerin nicht entgehen ließ. Die ehemalige Cross-Country-Fahrerin fuhr zwar auf keiner Wertungsprüfung die schnellste Zeit, drei zweit- und zwei drittschnellste reichten ihr jedoch für die beste Gesamtzeit von 33.39,30 Minuten. Zweite in Saalfelden Leogang wurde Birgit Braumann (AUT - Trek Gravity Girls), Lisa Policzka (GER - Ghost Riot Racing) fuhr auf Rang drei.

Mit dem Sieg und den damit verbuchten 75 Punkten schaffte Brüchle auch den Sprung an die Spitze der Gesamtwertung und wurde dafür belohnt, als einzige Fahrerin bei allen vier Serien-Rennen gestartet und in die Punkte gefahren zu sein.

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Das Frauen-Podium in Saalfelden Leogang: Birgit Braumann, Veronika Brüchle und Lisa Policzka (von links).

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Veronika Brüchle sicherte sich im letzten Rennen mit dem ersten Saisonsieg auch den Gewinn der SSES-Gesamtwertung.

Österreich-Meisterschaften

Mit dem Rennen der Specialized-SRAM Enduro Series in Saalfelden Leogang wurden gleichzeitig auch die österreichischen Staatsmeisterschaften im Enduro erstmals ausgetragen. Die schnellsten Österreicher Birgit Braumann (Elite Women) und Gerd Skant (Elite Men) dürfen sich ab sofort erste Enduro-Staatsmeister nennen.

Alle Ergebnisse auf der SSES-Webseite www.enduroseries.net >>

Sebastian Brust am 20.09.2016
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