Specialized-Sram Enduro Series 2014: Ludwigs Diaries #3

  • Ludwig Döhl
 • Publiziert vor 6 Jahren

Volksfest-Stimmung, Bikepark-Geballer und der Druck der Startnummer 1: Ludwig Döhl berichtet vom Enduro-Rennen am Samerberg.

Im Training allgegenwärtig: hohe Erwartungen an die Startnummer "1".

Überraschung bei der Startnummern-Ausgabe

Bei der dritten Runde der Specialized Sram Enduro Series hatten wir endlich mal einheimischen Boden unter den Füßen. In Samerberg bei Rosenheim kämpfte die europäische Enduro-Szene um die beliebten Plätze auf dem Podium. Ebenfalls Premiere an diesem Wochenende feierte die Sonne. Fast schon ungewohnt, wenn man sonntagabends nicht den Dampfstrahler anwerfen muss, um die Wäsche zu waschen. Als ich freitags durch die langsam wachsenden Race Pits zur Nummernausgabe schlenderte, ahnte ich noch nichts von meinem Glück. Zwei Minuten später stand ich unter unserem Cube-Pavillon und montierte die Nummer 1 an den Lenker meines Bikes – ohne genauer darüber nachzudenken, was das bedeuten würde. Da ich nach den ersten beiden Rennen (Terlago/Riva) punktgleich mit Fabian Scholz auf Platz zwei der Gesamtwertung hinter dem Italiener Milivinti lag, kam diese Startnummer auch ein bisschen überraschend für mich.

Ludwig mit Kopfkino im Prolog.

Erwartungsdruck war groß

Als ich dann das erste Mal zum Training ausrollte, wurde mir erst mal der Druck der Nummer 1 bewusst. Jeder zweite Rennfahrer, ja sogar die passierenden Wanderer gaben Kommentare à la "Ja da schau her, die Nummer 1, der wird schnell sein" zum Besten. Und schon war er da, der Erwartungsdruck im Kopf. Nach zahlreichen Trainingsfahrten im Bikepark gipfelte der Druck am Samstagabend um 20 Uhr beim Prolog. Die Nummer 1 ging als Letzter auf die von Zuschauern gesäumte Fourcross-Strecke. Als ich ganz alleine im Starthäuschen stand, begann das Kopfkino zu laufen und natürlich hab’ ich es gleich mal ein bisschen verpatzt. Platz 15 im Prolog war kein Beinbruch, aber gerne hätte ich mich weiter vorne eingereiht. Wie immer gewann der Tscheche Michal Prokop, aber diesmal in besonders beeindruckender Manier mit fast zwei Sekunden Vorsprung vor dem Zweiten.

Blut, Schweiß und Dreck.

Ein Mix aus Trails, Bikepark-Geballer und Tretpassagen

Das ganze Wochenende über herrschte ein Hauch von Volksfest-Stimmung im Start-Ziel-Bereich. Die komplett ausgebuchte Veranstaltung genoss sogar internationales Flair, mit einigen Startern aus Holland, Tschechien, Österreich und der Slowakei. Neben Volksfest-Stimmung und internationalem Flair bot der Veranstalter aber auch supergeile Rennstrecken. Ein gelungener Mix aus richtig kniffligen, Technik-Passagen, Bikepark-Geballer und Tretpassagen. Am Sonntag ging es beim Enduro immer darum, überall flüssig, ohne Sturz und grobe Fehler durchzukommen. Leider steckte bei mir der Teufel im Detail. Ich hatte zwar gute Rennläufe in den Wertungsprüfungen, aber es hakte an zu vielen Ecken. Das sah dann so aus: Kein Sturz, aber hier mal eine Kurveneinfahrt verpasst, dort mal ein Steinfeld nicht übersprungen… Bei dem hohen Niveau der Rennfahrer bedeutet das am Ende des Tages dann leider nur Platz sechs für mich.

Mit Vollgas auf der Tretpassage.

Lustigerweise war ich trotz meines Cross-Country-Backgrounds bei den reinen Downhill-Prüfungen deutlich stärker als bei den typischen Enduro-Stages mit Tretpassagen. Michal Prokop (CZE) bewies als ehemaliger Weltmeister sein Talent und gewann sein erstes Enduro-Rennen der Serie vor Matthias Stonig (AUT) und Fabian Scholz (GER). Ich reihe mich aktuell auf Rang drei der Gesamtwertung ein und reiche so die Startnummer 1 in Willingen erleichtert weiter. Diese Woche mache ich mich erst einmal auf den Weg nach Schottland, um bei der Enduro World Series meinen Leistungsstand auf internationalem Niveau zu prüfen.

Alle Ergebnisse vom Samerberg gibt's hier: http://www.enduroseries.net/de/Ergebnis-SSES-3-Samerberg

Schlagwörter: Deutschland Döhl Enduro Enduro World Series Race-Blog Rennen Samerberg Specialized-Sram Enduro Series Tagebuch


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