Schnitzeljagd 2015: Blog der BIKE-Reporterinnen

Schnitzeljagd Nullfünfzehn

  • Julia Deutsch
  • Marie-Theres Merbold
 • Publiziert vor 5 Jahren

Als BIKE-Reporterinnen bei der Schnitzeljagd: Julia Deutsch und Marie-Theres Merbold gewannen einen der begehrten Startplätze für die Singletrail-Jagd nach dem goldenen Schnitzel. Hier ihre Eindrücke.

Ziemlich schräge Idee, als Vegetarier dem goldenen Riesenschnitzel auf der Singletrail-Schnitzeljagd in Sölden hinterherzujagen. Dennoch gefiel uns das Konzept der Schnitzeljagd ganz gut. Vier Missionsstationen und sechs Checkpoints zwischen Gaislachkogel, Giggijoch und Klebe Alm sollen so schnell es geht gefunden werden. Auf den Missionsstationen müssen kleine Challenges absolviert werden. Knackpunkt bei der Sache ist allerdings, dass die Missionsstationen und Checkpoints erst eine Stunde vor dem Start bekannt gegeben werden. Das Ganze sei ein Enduro-Rennen, bei dem der Spaß im Vordergrund steht. Okay, jetzt waren wir vom Jagdfieber gepackt. Sölden, wir kommen!

Die Siegertrophäe bei der Schnitzeljagd in Sölden.

Von der Warteliste zum Reporter

Aber was war das? Ausgebucht. Die Maximalzahl von 300 Teilnehmern war erreicht. 92 Teilnehmer standen mit uns auf der Warteliste. Dumm gelaufen. Schlimmer noch, dass uns beim Durchblättern der BIKE auch noch die tolle Anzeige der Rasenmäher für das Event vom 26. bis 28. Juni 2015 entgegensprang. Moment mal, was stand da? „Bike-Reporter für die Schnitzeljagd in Sölden gesucht – bewerbt euch!“. Gesagt, getan. Das war die Chance, noch zwei Startplätze zu ergattern und dabei sein zu können. Könnt ihr euch vorstellen, dass wir fast Schnappatmung bekamen, als wir zwei Wochen später eine mail der BIKE-Redaktion mit dem Betreff "Herzlichen Glückwunsch - Ihr seid die Schnitzeljagd-Reporterinnen" erhielten? Yeah, wir sind dabei und rocken das Ding!

Ein Spaß-Event mit Trail-Garantie: Genau das Richtige für unsere beiden BIKE-Reporterinnen.

Frieren oder gut aussehen?

Freitags starteten wir Richtung Ötztal. In Sölden angekommen, testeten wir erst einmal den niegelnagelneuen Teäre Line-Flowtrail. Gehört hatten wir schon von dem neuen Super-Flowtrail mit den 130 Kehren. Unser Urteil: ziemlich cooles Teil, Trailsurfing vom Allerfeinsten. Natürlich hatten wir mitgezählt, ob es auch wirklich 130 Kehren sind. Mit einem fetten Grinsen im Gesicht sind wir dann direkt zur Startnummernausgabe ins Marco´s gerollt. Bei leckerem Hugo und Veggi-Burger checkten wir mal kurz den Wetterbericht für das Rennen. Was? Eisige drei Grad sollten uns am Startpunkt auf dem 3000 Meter hohen Gaislachkogel erwarten. Kein Problem, wir hatten ja dicke Wollsocken, Skihandschuhe und Windjacke dabei. Problem war nur, dass diese überhaupt nicht in unser ausgeklügeltes Klamottenkonzept passten. Style war uns wichtig, und gelbe Windjacke auf lila-grün gestreifter Hose und roten Handschuhen geht nun mal gar nicht. Die Alternative wäre frieren. Zwei Hugo später fanden wir unser buntes Farbenspiel dann doch gar nicht mehr so schlecht. Prima, wir waren startklar!

Gute Taktik: Mit zwei Gondelfahrten und einem 600-Höhenmeter-Uphill kamen Julia und Marie-Theres aus.

Schlachtplan mit zwei Gondelfahrten

Samstag gegen neun Uhr wurde es dann so langsam Ernst. Wir wollten rechtzeitig oben sein, um unsere Bikes für den Le-Mans-Start in den vorderen Reihen zu platzieren. Eine Stunde vor Start hielten wir dann endlich die lang ersehnten Schnitzelpässe in unseren Händen. Dort waren die vier Missionsstationen und die sechs Checkpoints eingezeichnet und lachten uns frech entgegen. 50 Minuten brüteten wir gemeinsam über der Karte und überlegten uns einen Schlachtplan, wie wir die Stationen am geschicktesten anfahren können. Wir beide sind nicht unbedingt die talentiertesten Strategen, wir waren uns aber schnell einig. Um nicht zu viel Zeit zu verlieren, wollten wir versuchen mit nur zwei Gondelfahrten auszukommen.

Neben den Checkpoints warteten noch einige nette Stationen mit Aufgaben auf die Mädels.

Checkpoints abklappen: ein Stempel im Schnitzelpass.

10:30 Uhr, Holger Meyer zählte den Countdown an. Drei – Zwei – Eins – Go! 300 verrückte Schnitzeljäger rannten zu ihren Bikes (manche auch zu den falschen) und stürzten sich todesmutig die knapp 900 Höhenmeter Schotterpiste bis zur Mittelstation der Gaislachkogelbahn hinunter. Nach den ersten Metern hatten wir uns schon aus den Augen verloren. Na, das fing ja gut an. Verlust des Teampartners nach 200 Metern. Gute Bilanz. Unserem schrecklichen Farbkonzept sei Dank erkannten wir uns dann irgendwie in der staubigen Meute wieder. Diese Sektion war eine echte Bewährungsprobe, vor allem für die Bremsen. Allerlei Defekte konnten wir rechts und links des Weges beobachten. An der Mittelstation angekommen, hieß es erst einmal durchschnaufen, Finger entkrampfen und Bremsen abkühlen lassen. Nach kurzer Pause ging es zu unserer ersten Missionsstation beim Gasthaus Silbertal. Die Challenge, mit Wasser gefüllte Luftballons auf einem Tablett balancieren, war schnell gemeistert. Weiter zur nächsten Station auf der Gampe Thaya. Die Alm war schnell gefunden. Dafür war die Challenge recht tricky. Ein Hindernisparcours mit Wippe musste auf einem Mini-Bike durchfahren werden. Ganz schön tief mussten wir in unsere Fahrtechnik-Trickkiste greifen, um den Parcours auf den gefühlt 12 Zoll kleinen Rädern zu absolvieren. Nach zwei Anläufen hatten wir aber auch diese Herausforderung gemeistert. Auf zur nächsten Station, der Edelweißhütte. Leider konnten wir diese nicht auf direktem Weg ansteuern. Auf dem Trail unterhalb der Gampe Thaya Alm waren noch Checkpoints versteckt. Also hieß es erst mal wieder runter ins Tal, mit der Gaislachkogelbahn hoch und schnell rüber zu Edelweißhütte. Die Challenge dort hieß, mit verbundenen Augen, vom Teampartner navigiert, eine Hindernisstrecke zu durchlaufen. Okay, erledigt. Nun packte uns dann doch ein wenig der Ehrgeiz, denn wir lagen recht gut in der Zeit. Allerdings galt es, noch eine recht dicke Nuss zu knacken. Von der Edelweißhütte konnten wir unsere letzte Missionsstation, die Stallwies Alm, schon sehen. Nur dumm, dass zwischen uns und der Alm noch das Tal lag und es an der gegenüberliegenden Bergseite keinen Lift gab. Den knapp 600 Höhenmetern mussten wir uns also wohl oder übel stellen.

Und zwischen den Stationen kommt der Fahrspaß auf den Söldener Trails nicht zu kurz.

Als erstes Mädels-Team im Ziel

Vor der Arbeit kommt ja bekanntlich das Vergnügen. Und das bereitete uns der Leiterberg-Trail von der Edelweißhütte runter nach Sölden. Mega cooler Trail mit allem, was das Biker-Herz begehrt: Spitzkehren, Northshores und kleine Sprünge. Zum Schwärmen blieb uns aber nicht viel Zeit. Jetzt hieß es, Kräfte schonen für den Anstieg zur Stallwies Alm. Es lief gut, wir hatten unsere Kräfte ganz gut eingeteilt. Wir kamen zwar nicht mehr ganz frisch, aber lebend auf der Alm an. Für die Challenge dort brauchten wir nochmal all unsere Konzentration. Reifen und Mäntel über einen Stab werfen. Mit ein wenig Augenklimpern bekamen wir auch einen kleinen Mädels-Bonus und durften von weiter vorne aus werfen. Yeah, geschafft. Jetzt hieß es runterdonnern zum Ziel an der Gaislachkogelbahn. Der Trail von der Stallwies Alm runter zum Ziel war noch mal ein echtes Sahnestück. Im Ziel angekommen schrie Holger uns schon von weitem entgegen "Erstes Mädels-Team im Ziel – Platz 1!". Wohooo! Wir waren geflasht. In 4:45 haben wir die Schnitzeljagd gerockt und dabei keinen Trail ausgelassen. Offensichtlich ging unsere Strategie auf. Nun konnte die Schnitzel-Party mit Siegerehrung und Tombola beginnen.

Auf dem Podest: Julia und Marie-Theres waren die zwei schnellsten Mädels bei der Schnitzeljagd.

Unser Fazit: Die Schnitzeljagd war ein gelungenes Enduro-Event, ohne Wettkampfstress mit 100-prozentiger Spaßgarantie. Zwar haben wir das Riesenschnitzel nicht gewonnen, aber das ist uns als Vegetarier auch nicht so wichtig. Nächstes Jahr sind wir auf jeden Fall wieder dabei!

Themen: EventFlowtrailÖtztalSchnitzeljagdSöldenTrails


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