Rio 2016: Vorschau Männer-Rennen

Herren: Letzte Infos vor dem Olympia-Rennen

  • Stefan Loibl
 • Publiziert vor 4 Jahren

Über Nacht hat es in Rio heftig geregnet, auch während dem Olympia-Rennen der Männer ist Regen vorhergesagt. Hier die letzten Infos von der Strecke in Deodoro.

Die ganze Woche über war es heiß und trocken in Rio. Die Strecke war beim Training an allen Tagen dementsprechend schnell und staubig, die Steine in den Rockgardens griffig. Aber seit gestern Nachmittag hat das Wetter umgeschlagen, in der Nacht hat es teilweise heftig geregnet. Auch fürs Olympia-Rennen der Männer, das in Rio um 12:30 Uhr Ortszeit startet, ist Regen vorhergesagt. Wir waren auf der Strecke und haben uns ein Bild gemacht, inwieweit der Regen der Strecke zusetzt. Ein Schlammrennen wird es sicher nicht geben, da der Untergrund fast überall sehr kompakt und fest ist. Auch ein britischer Betreuer meinte, dass es „kein Problem sein dürfe“. Nur der sandige Untergrund auf der Startrunde sei aufgeweicht und tief und deshalb mit etwas Vorsicht zu genießen.

Manuel Fumics Schrauber Giacomo Angeli sieht im Regen auch kein großes Problem. „Klar, das Rennen wird einen Tick langsamer dadurch. Und alle die Physis wird nicht über den Sieg entscheiden, sondern man braucht auch Köpfchen, welche Linien man fährt. Nur die Baumstämme dürften sehr rutschig sein. Die Männer müssen sieben Runden auf der 4,85 Kilometer langen Strecke fahren, die je mit 165 Höhenmetern gespickt ist.

Großen Teilen des Olympia-Kurses in Deodoro kann der Regen nichts anhaben, da er Untergrund hart und kompakt ist.

Nur diese steile mit Baumstämmen gebaute Stufe dürfte sehr rutschig und schwierig zu fahren sein. Wir sind gespannt, wie viele die weitere und langsamere B-Linie außenherum nehmen.

Auch in diesem technischen Uphill sind fleißig Baumstämme eingebaut, die glitschig wie eine Mango sein werden.

Der große Rockgarden in der Mitte der Strecke

Die Anlieger sind zumindest auf der Ideallinie kompakt und fest.

Das sandige Stück rund um Start/Ziel ist durch den Regen aufgeweicht und tief.

Sagan in der siebten Startreihe

Straßen-Weltmeister Peter Sagan hat in den letzten Tagen fleißig Trainingskilometer auf der Runde in Deodoro abgespult. Auch gestern beim letzten Training hat er noch einmal drei gedreht. Seinen Sturz vom Mittwoch scheint er gut weggesteckt zu haben. Sagan ließ gestern über die sozialen Netzwerke verlauten, dass er noch nie so aufgeregt war vor einem Rennen wie vor seinem Olympia-Seitensprung auf dem Mountainbike. Er werde alles geben. Allerdings startet er ganz hinten im 50 Fahrer starken Männerfeld, in der siebten Startreihe. Es werden also Exoten vor dem Slowaken stehen wie Phetetso Monese aus Lesotho oder Nathan Byukusenge aus Ruanda, da sie in der UCI-Weltrangliste vor dem Radsport-Superstar stehen.

Gefragter Mann in Rio: Peter Sagan lässt sich mit einem kanadischen Fan fotografieren.

Laut werden an der Strecke wird es vor allem für Henrique Avancini, den Brasilianer aus dem Team Cannondale Factory Racing. Avancini, der aus der Nähe von Petropolis kommt, wo sich das das deutsche Team auf die Spiele vorbereitet hat, wird aus der zweiten Startreihe ins Rennen gehen. Sein Teamkollege Manuel Fumic liegt derzeit in der UCI-Weltrangliste nur auf Rang 25. Das bedeutet die dritte Startreihe für den 34-Jährigen. Fumic sagte gestern nach dem finalen Training: „Alles easy, ich fühle mich entspannt und freue mich auf morgen.“

Zwei Reihen weiter hinten wird Moritz Milatz stehen, der gestern noch einmal für drei Runden auf der Strecke war. Einschränkungen von seinem Trainingssturz hat Milatz keine. „Nur das rechte Handgelenk spüre ich noch ein wenig. Aber das geht schon“, sagte Milatz gestern. Der Wind hatte in bei einem Drop im oberen Teil der Strecke am Mittwoch einfach umgeblasen. Falls es wieder so windet, will Milatz im Rennen auf Nummer sicher gehen und die B-Linie nehmen. Und das könnte gut sein, denn für den Nachmittag ist hier in Deodoro wieder starker Wind vorausgesagt.

Olympiasieger Jaroslav Kulhavy erlebte dagegen am Freitag einen Schreckmoment. Er wurde beim Training auf der Straße von einer Autotür ausgebremst. Aber außer Abschürfungen am Knie und den Fingern scheint dem Tschechen nichts passiert zu sein. Gestern trainierte er bereits wieder, aber nicht auf dem Kurs, sondern wieder auf der Straße.

Schurter als Schweizer Fahnenträger bei Schlussfeier

Derweil wurde heute früh vom Schweizer Radsportverband bekannt gegeben, dass Nino Schurter die Schweizer Fahne im Maracanã-Stadion bei der Schlussfeier tragen wird. Das habe die Missionsleitung von Swiss Olympic beschlossen, da Schurter „ein großartiger Athlet und ein Aushängeschild für den Schweizer Sport“ ist. Der amtierende Weltmeister sagte selbst dazu: „«Ich übernehme diese Aufgabe sehr gerne! Es wird ein ganz spezielles Erlebnis sein, zum Abschluss dieser Olympischen Spiele zusammen mit den anderen Schweizer Athletinnen und Athleten ins Maracanã einzulaufen."

Das olympische MTB-Rennen der Herren wird ab 17:30 Uhr deutscher Zeit live im ZDF bzw. als ZDF-Livestream im Internet übertragen.

Aushängeschild und Schweizer Superstar: Nino Schurter wird bei der Schlussfeier von Rio 2016 die Schweizer Fahne tragen.

Schlagwörter: Cross Country Deodoro Olympia-MTB-Rio Rennen Strecke Vorschau


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