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Red Bull Rampage 2019 Red Bull Rampage 2019

Red Bull Rampage 2019 – Bericht & Videos

Klappe die Dritte für Brandon Semenuk

Adrian Kaether am 30.10.2019

Jahr zwei für die Rampage auf demselben Berg im Zion National Park: Rheeder und Semenuk glänzten mit ausgefeilten Tricks, Fairclough sorgte mit einem Backflip über sein Canyon Gap für Gänsehaut.

Wird die Rampage eigentlich jedes Jahr noch krasser? Auf den ersten Blick müsste die Antwort wohl lauten: Nein! Denn an die Größe von Features wie dem ikonischen Oakley Sender von 2013 – ein Riesendrop, den Cam Zink erst mit einem 360 und dann einem Backflip bezwang – oder dem am Ende über 23 Meter langen Red Bull Canyon Gap – Kelly McGarry clearte das Biest ebenfalls im Backflip – kommt heute eigentlich nichts mehr ran.

Red Bull Rampage 2019

Brett Rheeder mit seinem Flat-Drop-Backflip One-foot-Can. Das Foto vermittelt ein gutes Gefühl dafür, wie steil das Gelände bei der Rampage wirklich ist. 


Kein Wunder. Schließlich haben die Veranstalter beschlossen, die großen Holzfeatures zugunsten der Sicherheit der Fahrer wieder abzuschaffen. Nur noch ohne schweres Gerät, mit zwei Helfern und ein paar Sandsäcken dürfen die Athleten heute ihre Lines shapen. Und wir finden's gut, denn so wird der Kreativität der Fahrer einiges abverlangt und es geht nicht nur darum, wie man seine Lines um die großen Features herumbaut. Und heftig genug ist die Rampage noch immer. Wer’s nicht glaubt, der braucht sich einfach nur mal das Helmkamera-Video von Brendan Fairclough anzuschauen. Allein schon sein Drop vom „Dwayne the Rock Johnson“ oder der Backflip über das selbst gebaute Canyon Gap sind jetzt schon legendär. Dabei fuhr er beides erst vor einem Jahr zum ersten Mal. Dazu der technische Anspruch seiner Line insgesamt und der schiere Speed des Worldcup-Racers: Unglaublich, wozu der Brite fähig ist.


Slopestyle oder Freeracing? Was ist den Judges dieses Jahr wichtiger?


Was uns auch wieder zu der alten Rampage-Diskussion bringt: Slopestyle oder Freeriden? Fette Drops und maximales Risiko auf schier unmöglich zu fahrenden Lines oder technische Trick-Kombos? Um es schon einmal vorwegzunehmen: Der Sieger dieses Jahr hat natürlich beides in seinen Run eingebaut und das gilt im Übrigen auch für den Rest des Podiums. Doch die ewige Diskussion hat leider trotzdem kein Ende, denn wieder holten eher die Trick-Kombos am Ende den Sieg. Sehr zum Unmut der Fans eines gewissen „Freeracers“. Etwas knapper war es dieses Jahr aber immerhin.

Red Bull Rampage 2019

Carson Storch mit einem 360 von einem weiteren großen Drop.


Eröffnung durch Cam Zink, Storch punktet erstmals hoch


Cam Zink eröffnete als Veteran den Contest, crashte aber schon nach wenigen Hindernissen beim Versuch, einen Frontflip auf einem größeren Double zu landen. Die erste gute Punktzahl ging an Carson Storch. 85,66 Punkte holte der Amerikaner mit einer guten Kombination aus riesigen Features und einigen Flips, doch für einen Sieg würde das noch lange nicht reichen.


Einige Fahrer erreichten das Ziel mit Punktzahlen in den 70ern – Reed Boggs, Graham Agassiz und Emil Johansson – dann stand Brandon Semenuk im Startgate. Der Kanadier hatte mit der Rampage noch ein Hühnchen zu rupfen, nachdem er 2018 keinen einzigen seiner zwei Rennläufe beenden konnte. Dieses Jahr würde es anders werden, das konnte man schon den ersten Meter seines Laufs ansehen. Absolut sicher schoss Semenuk über die Drops und Sprünge, jagte zwischen den Felsen hindurch und feuerte dazu noch ein Trick-Feuerwerk in typischer Semenuk-Manier ab. Technisch anspruchsvoll und stylisch, dazu sauber in der Ausführung. Aber seht selbst.

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Ethan Nell war nicht der einzige mit einem Backflip von einem Riesendrop. Das alleine scheint den Judges für eine hohe Punktzahl nicht mehr zu reichen.


92,33 Punkte für Brandon Semenuk: Kann das noch jemand toppen?


92,33 Punkte. Mit einem Wert deutlich in den 90ern machten die Judges klar, dass man schon so einiges würde leisten müssen, um Semenuk seinen dritten Rampage-Sieg noch streitig zu machen. Brendan Fairclough oben auf dem Felsen muss das gehört haben und zog daraufhin den Gashahn voll auf. Mit dem Speed eines Worldcup-Racers schoss Fairclough durch die ersten Hindernisse, ließ dabei hin und wieder stylisch das Hinterrad heraushängen und gab schon ein paar kleinere Tricks zum Besten.


Wie im Jahr davor folgte nun der technische Roll-In in den noch technischeren Canyon Gap. Man hätte im Zielbereich eine Stecknadel fallen hören können, als Fairclough mit einem heftigen Impuls auf dem Absprung die Rotation initiierte und kopfüber in einem Backflip über den Abgrund flog. Absolute Gänsehaut und Stille für einen Sekundenbruchteil, bis Fairclough mit beiden Rädern gleichzeitig landete und vom frenetischen Jubel seiner beiden Digger Ben und Olly begleitet, die nächste, steile Talfahrt ansteuerte.


87,66 Punkte für Brendan Fairclough – van Steenbergen und Rheeder auf zwei und drei


87,66 Punkte würden die Judges Fairclough dafür zusprechen. Die Fans meckern, es hätte mehr sein müssen. Vielleicht stimmt das auch. Tom van Steenbergen und Brett Rheeder würden den Score von Fairclough noch überbieten, nicht aber den von Brandon Semenuk. Waren ihre Runs wirklich stärker? Sie waren anders. Trickreicher insgesamt und ähnlich technisch, dafür fehlten die großen Gänsehaut-Momente. Der Sieg ging damit an den fantastischen Run von Brandon Semenuk, die Plätze zwei und drei an Rheeder und van Steenbergen. Platz vier an Brendan Fairclough. Mit dem McGazza-Spirit-Award wurde Tyler McCaul geehrt, den Best Trick Award holte Brett Rheeder mit seinem technisch anspruchsvollen Frontflip vom ersten Mini-Drop.

Rampage verpasst? Hier gibt's die komplette Wiederholung zu sehen 


Alle Ergebnisse und vieles mehr rund um die Red Bull Rampage 2019 finden Sie auf den Websites von Red Bull.

Fotostrecke: Red Bull Rampage 2019

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Brendan Fairclough droppt vom Dwayne the Rock Johnson. 

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Die gefeierten Sieger: Brett Rheeder, Brandon Semenuk und Tom van Steenbergen (von links).

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Brett Rheeder glänzte ebenfalls mit technischer Präzision an großen Hindernissen.

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Brandon Semenuk in der Rhythm-Sektion.

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Für uns der Moment der Rampage: Brendan Fairclough flippt das Canyon Gap.

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Tom van Steenbergen ebenfalls mit einem Backflip von einem 12-Meter-Drop.

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Kollegialität wird unter den Freeridern groß geschrieben. Natürlich auch bei Brandon Semenuk (links) und Brendan Fairclough.

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Ein Fahrer, zwei Digger, ein paar Schaufeln und Spitzhacken und ein paar Sandsäcke. Mehr Hilfsmittel sind bei der Rampage nicht mehr erlaubt. Die Crew von Brett Rheeder holte sich dieses Jahr den Digger-Award.

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Mit dem McGazza Spirit Award wurde Tyler McCaul ausgezeichnet.

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Der best Trick Award für Brett Rheeder.

Adrian Kaether am 30.10.2019

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