Red Bull Rampage 2016: Vorschau

Rampage: Wer wird König der Freerider?

  • Adrian Kaether
  • Alexander Giandomenico
 • Publiziert vor 4 Jahren

Die Rampage ist das wohl krasseste Mountainbike-Event überhaupt. Am 14. Oktober ist es wieder soweit. Wir geben Aufschluss über das neue Format. Plus: Interview mit Darren Berrecloth.

Oktober. Das heißt für die meisten von uns fallende Blätter, die letzten schönen Tage des Jahres genießen, Kürbisse schnitzen und Mensch und Bike für den Winter fit machen. Doch in der Freeride-Szene ist der Oktober für etwas ganz anderes bekannt. Denn während wir hierzulande schon auf dem Bike frieren und uns dick einpacken müssen, sinken in der Wüste von Utah die Temperaturen gerade erst auf ein erträgliches Maß. Perfekte Bedingungen, um wie jedes Jahr bei der Red Bull Rampage den König der Freerider zu krönen. Der Countdown läuft, am 14. Oktober geht’s los.

Auch wenn es auf dem Papier anders aussieht: Die Rampage ist nicht nur ein weiterer Trick-Contest. Seit 2001 ist die Rampage das prestigeträchtigste Event in der gesamten Freeride-Szene. Und nicht zu unrecht, denn alles ist hier größer, krasser, gefährlicher, exklusiver. Gefahren wird mit Big Bikes, nicht mit Slopestylern, die Strecken sind so heftig, dass sich ein normaler Mensch nicht mal zu Fuß hinunter trauen würde, Drops von mehr als zehn Metern Tiefe oder Sprünge über Schluchten sind hier keine Seltenheit. Da ist es nur verständlich, dass nur 21 ausgesuchte Fahrer, die alle vorher eine Einladung erhalten haben, überhaupt teilnehmen dürfen.

Hier geht's zur Übersicht über die Rampage-Teilnehmer 2016. Link .

Regeländerungen für 2016: Zurück zu den Wurzeln

Für 2016 hat sich im Reglement einiges geändert. Qualifiziert haben sich die zwölf besten Fahrer von 2015 plus weitere neun Fahrer, die bei ähnlichen Events gut abgeschnitten haben, oder die durch Videos überzeugen konnten. Jeder Fahrer darf mit seinem zweiköpfigen "Dig-Team" in vier Tagen seine eigene Line bauen, schweres Gerät ist nicht erlaubt. Außerdem soll es 2016 weniger künstliche Features geben, die Bewertung übernehmen nicht die bei der FMB World Tour üblichen Judges, sondern fünf ehemalige Rampage-Teilnehmer.

Damit soll das Event fahrerbasierter werden und durch den ausschließlichen Einsatz von leichtem Gerät sowie natürlichen Rohstoffen mehr zu seinen Ursprüngen zurückkehren. Die Änderung des Reglements ist aber sicher auch eine Reaktion auf die Bewertung der Runs 2015, die in der Szene wie bei den Fahrern viel Kritik ausgelöst hatte. Die Bewertungskriterien für dieses Jahr sind der technische Anspruch der gewählten Line, der Fahrfluss, die Tricks und die Geschwindigkeit.

Auch Darren Berrecloth ist 2016 wieder dabei. Der Kanadier, der seit 2015 bei Canyon unter Vertrag steht, gilt als einer der wichtigsten Pioniere des Freeridens. Schon 2002 stand er bei der Rampage auf dem Podium, jetzt – 14 Jahre später – tritt er wieder an. Was er über die Rampage denkt, verrät er im Interview.

Interview mit Darren Berrecloth


Was macht die Red Bull Rampage so besonders?
Darren Berrecloth: Red Bull Rampage ist so besonders, weil das Gelände außergewöhnlich ist – es ist einfach ehrfurchteinflößend! Man kann nicht anders als glotzen, wenn man sich den Berg anschaut, den die Jungs runterfahren. Außerdem ist es das einzige Event, bei dem wir Big Mountain Rider unsere Skills präsentieren können.


Du bist schon seit den Anfängen der Red Bull Rampage dabei. Was war deine krasseste Erfahrung?
Richtig, ich bin tatsächlich schon eine ganze Weile dabei und ja, ich liebe es einfach. Die krasseste Erfahrung hatte ich letztes Jahr. Da hatte ich während meines ersten Runs einen Platten und mein zweiter Run wäre fast gecancelt worden, weil es zu windig war. Ich habe mit den Eventorganisatoren gesprochen und durfte trotz des Windes fahren. Also habe ich’s gemacht!


In diesem Jahr geht die Red Bull Rampage zurück zu ihren Anfängen – weniger Rider, neue Regeln, neuer Kurs. Welche "Version" bevorzugst Du und warum?
Die Rampage ist kein Slopestyle oder Dirt Jump Contest, sondern ein Ort, an dem sich Big Mountain Rider treffen, ihr eigenes Meisterwerk am Hang kreieren und einfach fahren, wie sie wollen. Einen Haufen Features zu bauen und es jemanden einfach zu machen, reinzurollen und ein paar Backflips auf vorgebauten Jumps zu machen – darum geht es bei diesem Event nicht.


Hast Du schon ein paar Ideen für Deine Line und wie würde Deine perfekte Line aussehen?
Ich hab‘ da schon so eine Idee, aber das ändert sich immer, wenn ich eine Schaufel in die Hand kriege.


Big hucks oder big tricks – was bevorzugst Du?
Ich mag eine Line, die technisch anspruchsvoll ist und ein paar fette Sprünge mitbringt.


Du wirst ein maßgeschneidertes Big Bike von Canyon fahren, das "Sender". Hat es ein spezielles Suspension Set-up?
Ich fahre ein ganz normales Bike, das zur Feier des Tages eine besondere Lackierung verpasst bekommen hat. Mein Set-up ist eigentlich Standard, aber ich werde den Dämpfer ein bisschen härter fahren und die Druck-und Zugstufe etwas feintunen.


Im Vergleich zu Dir ist Dein Teamkollege Thomas Genon ein "Rampage-Neuling”, der die Anfänge von der Rampage nicht kennt. Glaubst Du, dass das ein Vorteil für Dich ist?
Nein, nicht wirklich. Es kommt im Endeffekt darauf an, wer auch immer an diesem besonderen Tag am besten fährt!


Wer ist Dein Lieblingsfahrer? Wer wird Red Bull Rampage dieses Jahr gewinnen?
Haha, der ist gut! Es gibt mindestens zehn Rider, die sich in diesem Jahr den Sieg holen können.


Warum sollten sich die Leute das Event auf Red Bull TV ansehen?
Weil es einfach die beste Alternative ist, wenn man nicht das Glück hat, selbst dabei zu sein.

Übertragung der Red Bull Rampage 2016

Die Übertragung beginnt planmäßig am 14. Oktober um 18:30 Uhr deutscher Zeit. Hier geht's zur Übertragung Link.

Wie war das eigentlich? Rampage vor 10 Jahren. Unsere Rampage-Historie inklusive aller Siege, Highlights und der wichtigsten Stürze gibt Aufschluss. Link.

Und hier nochmal der Link zur kompletten Startliste für die Rampage 2016. Link.

Schlagwörter: Berrecloth Brandon Semenuk Canyon FMB World Tour Interview Rampage Red Bull


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