96,5 Punkte zum Sieg: Kurt Sorge gewinnt Rampage 96,5 Punkte zum Sieg: Kurt Sorge gewinnt Rampage 96,5 Punkte zum Sieg: Kurt Sorge gewinnt Rampage
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Red Bull Rampage 2015: Rennbericht

Perfektion pur von Zink, Semenuk, Genon, Agassiz, Lacondeguy und Sorge

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 6 Jahren

Die Red Bull Rampage 2015 war wieder mal ein Trick- und Drop-Feuerwerk der Superlative. Die Top-Fahrer haben ausgelotet, was auf dem Bike möglich ist. Unser Bericht inkl. der Top-Läufe im Video.

Red Bull Cam Zink rotierte mit einem sauberen 360 von seinem Drop. Ein Trick, der ihm letztes Jahr fast den Sieg brachte und dieses Jahr noch sauberer gelang. 

Als nächster startete Cam Zink und kombinierte in seinem Lauf alles, was wir je von ihm gesehen haben. Wie letztes Jahr startete er mit einer unglaublichen Steilabfahrt in seinen Run, weitere Highlights waren der 360 Drop, der ihm auch letztes Jahr beinahe den Sieg einbrachte und ein Backflip über einen zweiten Drop. Ein wirklich perfekter Run. 89,25 Punkte vergab die Jury hierfür: ein sehr gutes Ergebnis, aber vielleicht etwas wenig in Anbetracht der Perfektion von Zinks Leistung.

Semenuk und Genon perfektionieren ihre Tricks

Erst Brandon Semenuk konnte die Leistung von Cam Zink noch überbieten. Mit einer Leichtigkeit, die den besten Slopestyle-Profis eigen ist, brachte er einen Flatdrop-Backflip, einen Backflip-One-Foot-Can und einen unmöglich erscheinenden Flatspin-450 zustande, die er noch mit hohen Drops und einer technischen Abfahrt kombinierte. Verdiente 94,00 Punkte gab es dafür, die Semenuk ins einem zweiten Lauf noch auf 94,25 Punkte steigerte. Slopestyle-Profi Thomas Genon überraschte mit einem auffallend Freeride-lastigen Run. Der Belgier ist sonst eigentlich eher auf dem Dirtbike zu Hause, hat sich aber dieses Jahr besonders auf die Rampage vorbereitet. Mit 91,25 Punkten sicherte er sich den Respekt der Big-Biker und den Gesamtsieg in der FMB Diamond Series.

Agassiz, Lacondeguy und Sorge besetzen das Podium

Langsam begann der Wind stärker zu werden. Paul Basagoitia stürzte schwer, nachdem er bei einem riesigen Drop viel zu schnell und weit gesprungen war. Graham Agassiz musste erst mit seiner Crew korrespondieren, ob sie den Wind nicht für eine zu große Gefahr hielten. In seiner üblichen Manier entschied er dann aber "Okay, Gegenwind ist besser als Wind von der Seite" und stürzte sich todesmutig in seinen Run. Zwei steile Drops oben am Berg, ein Suicide-No-Hander auf dem Berggrat und ein weiterer am riesigen Step-Down, dann ein makelloser Backflip über den Razor Sprung und ein Tabletop. Mit 94,75 Punkten ging Graham Agassiz in Führung.

Die Helmkamera vermittelt einen guten Eindruck davon, welches Maß an Verrücktheit die Rampage erreicht hat. Der Einschlag nach einem großen Drop ist so heftig, dass sogar die Go Pro verrutscht.

Es folgte Kurt Sorge, der Sieger von 2012, der letzten Rampage, an der er teilnehmen konnte, da ihn 2013 und 2014 Beinverletzungen davon abhielten. Sorge startete mit einer steilen Linie, backflippte mehr oder weniger blind von der einen Seite des Bergrates auf die andere, nahm den großen Drop mit, an dem Paul Basagoitia gescheitert war, und beendete alles mit einem Backflip-Tuck-No-Hander. Mit unglaublichen 96,5 Punkten konnte er sich noch vor seinen Kumpel Graham Agassiz setzen.

Kyle Strait war mit 82 Punkten weit abgeschlagen und so blieb es an Vorjahressieger Andreu Lacondeguy, das Unmögliche möglich zu machen und die 96,5 Punkte von Kurt Sorge zu schlagen. Lacondeguy platzte am Startbogen fast vor Adrenalin und Energie. Mit einer Linie sehr ähnlich zu der, die ihm 2014 den Sieg bescherte, griff Lacondeguy an. Mit Style flog er über die Drops, landete einen Flatspin-450 über einen Hip Jump, der kaum zu kontrollieren war und dropte erneut in die Tiefe. Ein Flatspin-360 und ein weiterer Backflip krönten Lacondeguys Run. Mit 95,75 Punkten brachte das Lacondeguy den zweiten Platz.

Die Jury und ihre undankbare Aufgabe

Der zweite Run brachte nur noch wenige Veränderungen und musste bald wegen des Windes abgebrochen werden. So ist die Red Bull Rampage 2015 Geschichte und wie bei jedem erstklassigen Event, bei dem eine Jury entscheidet, wird es auch hier Diskussionen geben. War der hohe Score, den Agassiz erhielt, berechtigt? War Kurt Sorges Run wirklich der Beste? Hätte Cam Zink nicht weiter oben stehen müssen?

Red Bull Die Gewinner der Red Bull Rampage 2015 schwingen die Fahne der Fest Series: Andreu Lacondeguy, Kurt Sorge und Graham Agassiz (von links).

Der Jury fiel bei dieser Rampage eine besonders undankbare Aufgabe zu. Das Niveau der Top 6 war so hoch, dass nur noch persönliche Präferenzen in Linienwahl oder Tricks wirklich über den Sieg entscheiden können. Durchgänig alle Fahrer auf den ersten sechs Plätzen vereinten Flow mit steilen Linien, hohen Drops und starken Tricks. Dass insgesamt fünf Fahrer die 90 Punkte-Marke knackten, kann nicht auf die geringeren Ansprüche der Jury, sondern nur auf das wahnsinnig hohe Niveau des Wettbewerbs zurückgeführt werden. Und wieder stellt sich die Frage: Wo kann es von hier aus noch hingehen? Können die Grenzen dessen, was auf einem Bike überhaupt möglich ist, noch weiter verschoben werden? Wir sind gespannt.

Red Bull Der Endstand der Rampage 2015.

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    Red Bull Rampage 2015: Bericht
    96,5 Punkte zum Sieg: Kurt Sorge gewinnt Rampage
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    Red Bull Rampage 2015: Rennbericht
    Perfektion pur von Zink, Semenuk, Genon, Agassiz, Lacondeguy und Sorge

Themen: Andreu LacondeguyDownhillFreerideRampageRed Bull


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