Crankworx Whistler 2015 Crankworx Whistler 2015

Red Bull Joyride 2015 in Whistler/Kanada

Brett Rheeder gegen Brandon Semenuk?

Adrian Kaether am 18.08.2015

Beim Red Bull Joyride in Whistler, Kanada, kommen die besten Slopestyler der Welt zusammen und kämpfen um den – neben der Rampage – prestigeträchtigsten Titel im Freeride-Mountainbiking.

Der Red Bull Joyride beim Crankworx in Whistler ist das Highlight der FMB (Freeride Mountain Bike) Series. Vielleicht sogar eine Art inoffizielle Weltmeisterschaft im Slopestyle. Ein Bericht über Biker, die mehr fliegen als fahren.

Die Regeln beim Slopestyle sind denkbar einfach. Die Fahrer starten nacheinander, jeder Fahrer zweimal. Die einzelnen Runs werden von einer vierköpfigen Jury mit Punkten von 0 bis 100 bewertet, wer die höchste Punktzahl in einem Run erreicht, gewinnt. Punkte gibt es für Style und Perfektion in der Ausführung, sowie für Kombinationen und Schwierigkeitsgrad der Tricks.

Ganze 13 Möglichkeiten zu tricksen gab es auf der Strecke in Whistler. Riesige Sprünge katapultierten die Athleten für maximale Airtime hoch in die Luft. Das sah spektakulär aus, doch es war auch mit hohen Risiken verbunden. Dass fast alle Fahrer Integralhelme, Knieschoner und häufig auch Protektorenjacken trugen, war keineswegs nur ein Zugeständnis an die Optik des Events.

Showdown – Rheeder gegen Semenuk?

Nachdem Regen am Samstag, den 15. August, das Rennen unmöglich gemacht hatte, war es dann am Sonntag endlich so weit. Gut für Favorit Brett Rheeder, der samstags noch krank im Bett lag. Mit Geräten, die stark an überdimensionale Haartrockner erinnerten, hatten die Streckenhelfer für Sonntag die Holzfeatures der Strecke getrocknet. Das Duell Semenuk gegen Rheeder konnte endlich beginnen.

Überhaupt: Brett Rheeder hat bisher alle Crankworx- und alle FMB-Events des Jahres gewonnen und steht damit mit 500 Punkten Vorsprung auf den Zweitplatzierten Thomas Genon an der Spitze des FMB-Rankings. Doch auch Brandon Semenuk ist dieses Jahr top in Form. Zwar hat er kaum an FMB-Events teilgenommen, doch seine Videos beweisen, dass er noch immer die Chance auf den Sieg beim Crankworx hat. Schon drei Mal stand Semenuk ganz oben auf dem Podium in Whistler.

Crankworx Whistler 2015

Von der Gondel aus hat man die beste Sicht.

Machen lustige Hosen coolere Tricks?

Der erste, der in den offiziellen Runs richtig Punkten konnte, war Thomas Lemoine. Der Franzose, der sonst auch durch seine Hosen mit Zebra- oder Leopardenmuster oder anderen abgefahrenen Designs auffällt, legte einen soliden Run hin und wurde für seine schwierige Kombination mit 81,20 Punkten geehrt. Im Vorfeld hatten bereits Tom van Steenbergen und Cam Zink vielversprechende Runs gezeigt, waren dann aber gestürzt, so dass sie ihre Runs nicht beenden konnten.

Mit einem sehr sauberen Seven-Twenty und einem Backflip Tailwhip über den schwierigen Hip-Jump beeindruckte Logan Peat im Folgenden die Jury und sicherte sich mit 85 Punkten zeitweise den ersten Platz. Doch Brandon Semenuk konnte seinem WG-Kameraden den ersten Platz nicht lassen. Schließlich galt es Brett Rheeder zu schlagen.

Crankworx Whistler 2015

Nicholi Rogatkin wagte in Whistler sogar einen Frontflip.

Semenuk über jeden Zweifel erhaben

Semenuks Run war der absolute Wahnsinn. Er griff tief in die Trickkiste und kombinierte einen Backflip mit einem Tailwhip und einem One-Foot-Can, zog zwei Corked-Seven-Twentys und ließ einen Backflip-Double-Tailwhip so einfach aussehen, als würde er nur mit dem Rad zum Supermarkt fahren. Wem das zu viel Freerider-Latein ist, der schaut sich den Run einfach mal im Original an. Rekordverdächtige 93,80 Punkte ließ die Jury dafür springen.

Selbst Brett Rheeder konnte nun Semenuks vierten Sieg beim Crankworx in Whistler nicht mehr verhindern. Er stürzte in seinem ersten Run bei einem Backflip Double-Tailwhip und konnte kein zweites Mal mehr starten. Nicholi Rogatkin sicherte sich mit einer 90,40 Zählern nach einem fast perfekten zweiten Run den zweiten Platz, Dritter wurde Thomas Genon.

Crankworx Whistler 2015

Nicholi Rogatkin, Brandon Semenuk und Thomas Genon nehmen ihre Trophäen entgegen (v. l. n. r.).

Adrian Kaether am 18.08.2015
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