MTB XCO EM Glasgow 2018

Sieg für Jolanda Neff und Lars Forster

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 2 Jahren

Licht und Schatten: Auf der langen Strecke in Glasgow wurden die Karten neu gemischt. Van der Poel war chancenlos, Fumic schied aus. Dafür punkteten Forster, Neff, Egger und Brandau.

Die Europameisterschaft im Mountainbiken dieses Jahr war ein etwas seltsames Event, zumindest auf das Timing bezogen. Am Dienstag den 07.08.2018 wurde das Rennen in Glasgow ausgetragen, nur wenige Tage vor dem Beginn des Mountainbike-Worldcups im kanadischen Monte-Sainte-Anne. Eine eindeutige Fehlkoordination. Denn obwohl sich die Öffentlichkeit interessiert zeigte, blieben einige der größten Stars des Sports dem Event fern: Vor der Europameisterschaft hat der Weltcup eindeutig Priorität für Nino Schurter, Annika Langvad und andere. Die Szene äußerte Verständnis.

Für ein bisschen Style ist bei Georg Egger immer Zeit. Und irgendwer musste ja für den Schurter-Whip sorgen, wenn der Meister selbst nicht am Start stand.

Das Fahrerfeld war dennoch hochkarätig besetzt und die etwas unkonventionelle Strecke mischte die Karten neu und führte zu Ergebnissen, die gleichermaßen unkonventionell waren. Mathieu van der Poel, der große Favorit, konnte zum Beispiel auf dem langen, etwas altertümlichen Kurs gar nicht punkten. Stattdessen gewann der junge Schweizer Lars Forster. Er konnte sich schon zu Beginn des Rennens absetzen, dann unterliefen seinen Verfolgern noch einige eindeutige Fahrfehler, die das Einholen des Schweizers unmöglich machten. Da hatte am Ende auch Luca Braidot das Nachsehen, der sich lange mit Forster duelliert hatte. David Valero Serrano fuhr in einigen starken letzten Runden auf den dritten Platz.

Die Strecke in Glasgow war technisch nicht extrem schwierig. In den schnellen Kurven konnte man aber trotzdem viel Zeit liegen lassen.

Jolanda Neff fährt Solo zum Sieg

Bei den Damen war das Rennen schnell entschieden. Jolanda Neff hatte schon im Training gemerkt, dass ihr die Strecke lag und sie in den Abfahrten und schnellen Kurven viel Zeit gutmachen konnte. Sie setzte sich schon zu Beginn des Rennens an die Spitze und startete dann in Runde zwei eine Attacke, der niemand mehr folgen konnte. Gunn-Rita Dahle Flesjå erlitt dann auch noch mit einer halben Minute Rückstand auf Rang zwei liegend einen Kettenriss, Pauline Ferrand Prévot fehlten die Körner. Sie fuhr am Ende auf Rang zwei, Githa Michiels aus Belgien landete nach einem starken Rennen auf Rang drei.

Schon zu Beginn des Rennens bewegte sich Georg Egger in der Top 20.

Aus deutscher Sicht gab es eine freudige Überraschung: Elisabeth Brandau erwischte einen guten Start, lag erst auf Rang Zehn und kämpfte sich dann weiter und weiter nach vorne. Als dann bei Gunn-Rita Dahle Flesjå die Kette riss und Linda Indergand in der vorletzten Runde durch ein defektes Hinterrad ebenfalls zurückfiel war sogar eine Medaille im Rahmen des Möglichen. Aber dafür fehlte die Energie. Nach einem Magen-Darm-Infekt, den ihre Kinder aus dem Kindergarten angeschleppt hatten, war erst am Morgen vor dem Rennen wieder der Normalzustand eingekehrt und eine Attacke in den letzten Runden wurde so unmöglich gemacht. Trotzdem: Platz fünf bei einer Europameisterschaft ist ein sehr gutes Ergebnis.

Im Gegensatz zu Deutschland zeigte sich in Glasgow das Wetter von der zahmen Seite und ermöglichte es allen Fahrern richtig Vollgas zu geben.

Licht und Schatten

Im Rennen der Männer konnte ebenfalls ein Deutscher ordentlich punkten. Leider war es aber nicht Manuel Fumic, dessen Rücken sich in der zweiten Runde nach einer Überlastung wieder zurückmeldete und ihn schließlich zum Aufgeben zwang. Stattdessen nahm ausgerechnet Georg Egger Fumics Platz als bester deutscher Athlet im Männerrennen ein. Der 23-jährige Lexware-Fahrer hatte sich schon mächtig auf das Event gefreut und konnte seine positive Energie auch eindeutig auf das Pedal bringen.

Platz neun für Georg Egger bei der EM! Es ist das beste Ergebnis seiner Karriere und lässt auf mehr hoffen.

Schon kurz nach dem schnellen Start war er in der Top 20 zu finden, dann fuhr er sukzessiv immer weiter nach vorne und hängte sich gegen Ende des Rennens an die Attacke von David Valero Serrano und Lukas Flückiger, die bis auf das Podium vorfahren wollten. Ganz so weit konnte Egger nicht mitgehen, doch bis Rang neun trugen ihn seine Beine. Ein Weltklasse-Ergebnis, mit dem Georg Egger eindeutig seine Position als einer der talentiertesten deutschen Nachwuchssportler zementiert. Nach einem bisher durchwachsenen Saisonverlauf war auch der Essener Ben Zwiehoff mit Rang 15 relativ zufrieden, Adelheid Morath ärgerte sich als Zweitbeste deutsche Fahrerin ein wenig über den 16. Rang. Die Energie war da, nur der Start war schlecht, da wäre mit einem besseren Start deutlich mehr möglich gewesen.

Alle Ergebnisse zur Europameisterschaft in Glasgow finden Sie auf der Website der UCI. Schon am 10. August findet mit der Eröffnung des Weltcups in Kanada durch das Short Track Race das nächste hochkarätige Event statt. Mehr dazu in Kürze hier auf www.bike-magazin.de

Schlagwörter: Cross Country Elisabeth Brandau Europameisterschaft Georg Egger Manuel Fumic


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