XC Worldcup Albstadt: Endlich geht's los! XC Worldcup Albstadt: Endlich geht's los! XC Worldcup Albstadt: Endlich geht's los!

UCI MTB XC-Worldcup Albstadt 2021 Vorschau

XC Worldcup Albstadt: Endlich geht's los!

  • Tim Folchert
 • Publiziert vor einem Monat

Endlich! Am Freitag startet der MTB Worldcup in Albstadt. Nach dem Corona-gebeutelten Vorjahr mit nur zwei Worldcup-Rennen starten die XC-Racer ins Olympia-Jahr 2021.

Wie schon 2019 markiert das Albstädter Bullentäle den Auftakt der wichtigsten Rennserie im Mountainbike-Sport. Am kommenden Wochenende (7.-9. Mai 2021) starten die weltbesten XC-Racer in die Olympia-Saison 2021. Neben dem Saisonhighlight in Tokio stehen insgesamt sechs Worldcup-Rennen und die Weltmeisterschaften im italienischen Val di Sole auf dem Programm. Los geht's am Freitagabend mit den Short-Track-Rennen. Hier kämpfen die 40 schnellsten Fahrerinnen und Fahrer auf dem 1,1 Kilometer kurzen Rundkurs unter anderem um die Platzierung in der Startaufstellung für das Hauptrennen am Sonntag. Ein Startplatz in den vorderen Reihen ist oft rennentscheidend, denn auf der engen, 4,2 Kilometer langen XC-Strecke in Albstadt ist das Überholen schwierig. Das Short-Track-Rennen mauserte sich aufgrund der übersichtlichen Strecke in Stadtnähe zu einem Zuschauermagnet. Doch dieses Jahr sind keine Zuschauer an der Strecke erlaubt. Ob bei den weiteren Worldcup-Stopps Zuschauer an die Strecke dürfen, ist noch nicht bekannt. Die Rennen am Freitag und Sonntag werden auf Red Bull TV live übertragen.

Short Track: Evie Richards und Mathieu van der Poel in der Favoritenrolle

Das kurze und kompakte Rennformat eröffnet einer Vielzahl an explosiven Fahrerinnen und Fahrern die Chance auf einen Sieg. Dennoch scheinen einige von ihnen geradezu prädestiniert für diese Disziplin zu sein. Der niederländische Superstar Mathieu van der Poel siegte 2019 in fünf von fünf Short-Track-Rennen. Kein anderer Fahrer der Männer scheint derart spritzig und damit für die so rennentscheidenden kurzen, knackigen Antritte im Short Track so gemacht zu sein wie der Niederländer. Van der Poel wird in Albstadt das erste Mal 2021 auf dem Mountainbike in Erscheinung treten. Doch nach seiner starken Cyclocross-Saison samt WM-Titel, dem Sieg beim Strade Bianche und dem zweiten Platz bei der Flandern-Rundfahrt ist mit dem Superstar von Alpecin Fenix auf jeden Fall zu rechnen. Zudem hat van der Poel das olympische MTB-Rennen in Tokio fest im Fokus.

Bartek Wolinski Superstar und Allround-Talent Mathieu van der Poel zählt als Favorit im Short Track und im XCO-Rennen.

Inwieweit die Größen des Cross-Country-Sports dem Niederländer die Stirn bieten können, ist noch ungewiss. In der Vergangenheit war es häufig der Brasilianer Henrique Avancini, der van der Poel Paroli bieten konnte. Auch der Dominator der letzten Jahre, Nino Schurter, möchte sicherlich ein Wörtchen mitreden, wenn es um die Vergabe der Podestplätze geht.

Maximilian Brandl, Deutscher Meister in der Cross-Country-Disziplin, sagt im Hinblick auf das Short-Track-Rennen am Freitagabend: „Mein Ziel beim Short Track in Albstadt ist es, unter die besten Acht zu fahren – dann starte ich aus der ersten Reihe im anschließenden Cross-Country-Rennen. Das wäre genial!“. Brandl fuhr 2020 in Nove Mesto überraschend als einziger Fahrer zwei Mal auf das erweiterte Treppchen mit den Plätzen drei und fünf.

Bei den Damen gibt es auch eine Menge Kandidatinnen, die Chancen auf das Short-Track-Podium haben. Darunter unter anderem die Siegerin des Short-Track-Rennens 2019 in Albstadt , Kate Courtney. Oder die amtierende XC-Weltmeisterin Pauline Ferrand-Prévot. Die Französin belegte 2020 bei den beiden Wettkämpfen in dieser Disziplin jeweils den zweiten Rang und musste sich dabei in beiden Fällen der Britin Evie Richards geschlagen geben. In packenden Sprintentscheidungen konnte sich die Britin, die für Trek fährt, damals durchsetzen.

Französische Dominanz im Bullentäle?

Im Short Track zeichnet sich zwar keine klare Favoritin ab, doch im Cross-Country-Rennen am Sonntag scheint die Rollenverteilung nach den ersten Vorbereitungsrennen klar zu sein: Die beiden französischen Fahrerinnen Pauline Ferrand-Prévot und die junge Loana Lecomte gelten als größte Anwärterinnen auf den Sieg in Albstadt. 2020 verteidigte Ferrand-Prévot ihren Weltmeistertitel im österreichischen Leogang auf dem anspruchsvollen Kurs. Bei den beiden Worldcup-Rennen im vergangenen Jahr in Nove Mesto zeigte sich die 29-Jährige ebenfalls in Bestform: Das zweite Rennen in Tschechien konnte Ferrand-Prévot für sich entscheiden, beim ersten Rennen musste sie sich lediglich ihrer jungen Landsfrau Lecomte geschlagen geben. Für den Worldcup-Auftakt in Albstadt schraubt Ferrand-Prévot jedoch die Erwartungen herunter: „Ich weiß, dass meine Form noch nicht bei 100 Prozent ist, aber das ist Teil des Prozesses. Ich habe nicht das Ziel, in Albstadt zu dominieren, ich muss geduldig sein und diesen Zustand akzeptieren.“

Bartek Wolinski,Red Bull Content Pool Die amtierende Weltmeisterin Pauline Ferrand Prévot baut ihre Form für Olympia langsam auf. Seit dieser Saison fährt sie für das Team Absolute Absalon auf BMC-Bikes.

Dementsprechend rückt die erst 21 Jahre alte Loana Lecomte in den Fokus: Die junge Französin profitierte wie kaum eine andere Fahrerin im Feld von der coronabedingten Zwangspause und katapultierte sich im vergangenen Jahr in die absolute Weltspitze. Nach ihrem überraschenden Erfolg beim Rennen in Nove Mesto folgte der Weltmeistertitel in der U23-Klasse. Beim international hochkarätig besetzten Rennen im italienischen Nals ließ sie vor etwas mehr als drei Wochen alle etablierten Kräfte um Pauline Ferrand-Prévot, Jolanda Neff und Co. hinter sich und ist damit Favoritin Nummer eins für die Kletterpartie auf der Schwäbischen Alb.

Der Österreicherin Laura Stigger, die im vergangenen Jahr bei den beiden Worldcups in Nove Mesto jeweils den fünften Platz belegte, und der Schweizerin Sina Frei, U23-Weltmeisterin aus dem Jahr 2019, ist in Albstadt ebenfalls einiges zuzutrauen. Doch auch die etablierten Größen im Worldcup-Zirkus laufen zur Höchstform auf. Die US-Amerikanerin Kate Courtney konnte in der außergewöhnlichen Saison 2020 nicht ganz an die Stärke aus den Vorjahren – mit dem Gesamtweltcupsieg 2019 und dem Weltmeistertitel 2018 – anknüpfen, scheint aber nun wieder rechtzeitig zur verschobenen Olympia-Saison in Form zu kommen.

EGO-Promotion,Lynn Sigel Die Gesamtworldcup-Siegerin 2019 Kate Courtney konnte 2020 zwar nicht ganz an ihre Leistungen aus den Vorjahren anknüpfen, doch rechtzeitig für die Olympia-Saison 2021 scheint sie wieder in Form zu kommen.

Im deutschen Fahrerinnenlager ruhen die Hoffnungen auf eine Top-Platzierung indes auf mehreren Schultern: Die Deutsche Meisterin Elisabeth Brandau konnte zum Saisonauftakt Ende Februar in Spanien durch starke Resultate auf sich aufmerksam machen, war jedoch in jüngster Vergangenheit nicht mehr ganz vorne in der Weltspitze zu finden. Nadine Rieder, beste deutsche Fahrerin bei den Worldcup-Rennen im Jahr 2020, laboriert aktuell an den Nachwirkungen eines zweifachen Bänderrisses und zweier Frakturen am Knöchel. Nichtsdestotrotz will die Allgäuerin von Ghost Factory Racing in Albstadt am Start stehen, auch wenn die Vorbereitung auf die Wettkämpfe verletzungsbedingt schwierig war.

Max Fuchs Die Deutsche Meisterin Elisabeth Brandau ist eine der deutschen Hoffnungen für Albstadt.

Nicht zu vergessen ist Ronja Eibl von Alpecin Fenix. Die U23-Gesamtworldcup-Siegerin aus dem Jahr 2019 sagt: „Ich bin bisher nur drei Rennen gefahren, dementsprechend schwer fällt es mir genau festzulegen, wo ich mich einordnen muss. Meine Trainingswerte sind ziemlich gut und meine Vorbereitung lief reibungslos. Dennoch bin ich noch sehr unsicher, da ich noch kein richtig gutes Ergebnis vorweisen kann. Der erste Weltcup in der Eliteklasse in Albstadt wird sicher nochmal eine besondere Herausforderung – wenn ich unter die besten 20 Fahrerinnen komme, bin ich sehr zufrieden, vielleicht schaffe ich ja sogar den Sprung in die Top Ten!“

Allround-Talente vs. etablierte MTB-Größen

Selten zuvor war der Spannungsbogen vor einem Mountainbike-Worldcup im Herren-Starterfeld so groß wie beim nun anstehenden Auftakt in Albstadt: Ob Nino Schurter, Mathias Flückiger, Superstar Mathieu van der Poel, der britische U23-Weltmeister Tom Pidcock oder auch der frisch gebackene Weltmeister Jordan Sarrou: Die Liste möglicher Siegkandidaten im Bullentäle ist lang und die möglicher Podestanwärter sogar um ein Vielfaches länger.

Niklas Hartmann Mathias Flückinger siegte 2019 bei Regen und Matsch in Albstadt. Der Schweizer reist nach zwei Siegen im Ötztal und in Nals mit breiter Brust an.

Nach fünf Weltmeistertiteln in Folge musste im vergangenen Jahr der Schweizer Nino Schurter das Regenbogentrikot an Jordan Sarrou abgeben. Kalte und matschige Bedingungen im österreichischen Leogang machten dem 32-fachen Worldcup-Sieger zu schaffen, so dass der Franzose Jordan Sarrou die Gunst der Stunde nutzte und sich zum Weltmeister krönte. Eine Woche später aber sicherte sich Schurter den Europameistertitel vor heimischem Publikum in Lugano. Der Schweizer deutete in den ersten Vorbereitungsrennen der Saison bereits an, dass er seinen Siegeshunger keineswegs verloren hat. Bisher musste sich Schurter bei den ersten drei Renneinsätzen jedoch stets knapp mit dem zweiten Rang begnügen, weshalb er umso motivierter sein wird, in Albstadt seinen ersten Sieg 2021 einzufahren. Der Schweizer Mathias Flückiger und der Brasilianer Henrique Avancini sind die bisherigen Bezwinger Schurters und damit auch potenzielle Sieganwärter.

Bartek Wolinski,Red Bull Content Pool Jordan Sarrou: Der Überraschungsweltmeister fährt seit dieser Saison für Specialized.

Der Überraschungsweltmeister aus Leogang, Jordan Sarrou, äußerte eine Kampfansage an die Konkurrenz: „Albstadt liegt mir sehr gut. Es ist mein erstes Saisonhighlight dieses Jahr. Ich will gewinnen“, so der Franzose im Vorfeld. Eine ganze Reihe französischer Top-Athleten schart sich um ihn, die allesamt in der Lage sind, um den Sieg mitzufahren. Ob Maxime Marotte, Titouan Carod oder Victor Koretzky – all diese Namen könnten unter gewissen Voraussetzungen ganz oben auf dem Ergebnistableau zu finden sein.

Ähnlich wie im Feld der Damen gibt es auch bei den Herren eine Reihe junger Fahrer, die den etablierten Kräften das Leben schwer machen: Der Däne Simon Andreassen (Cannondale) jubelte im vergangenen Jahr völlig überraschend beim ersten der beiden Worldcup-Rennen in Nove Mesto. Auch der Niederländer Milan Vader (KMC Orbea) und der Südafrikaner Alan Hatherly (Cannondale) sorgten damals für Furore und könnten in Albstadt erneut im Spitzenfeld vorzufinden sein.

In die Riege dieser Fahrer reiht sich auch Max Brandl, die wohl größte deutsche Hoffnung auf eine Top-Platzierung, ein. Der amtierende Deutsche Meister landete bei den Rennen in Nove Mesto 2020 auf den Plätzen neun und elf und wurde bei den Weltmeisterschaften respektabler Zwölfter.

Deutscher U-23-Meister in Lauerstellung

Für die Fahrerinnen und Fahrer der U23-Klasse ist das Auftaktrennen einer jeden Weltcupsaison stets die erste Standortbestimmung über die Kräfteverhältnisse im Fahrerfeld. Ältere Fahrerinnen und Fahrer verlassen die Nachwuchsklasse und treten nun im Elitefeld an, jüngere Talente rücken zeitgleich aus der Junioren-Kategorie auf. Und so fällt eine eindeutige Zuweisung möglicher Favoritenrollen in diesem Fall besonders schwer.

Große Hoffnungen auf ein mögliches Top-Resultat darf sich der Deutsche U23-Meister David List machen: Bereits im Vorjahr wusste der junge Lexware-Fahrer in der U23-Klasse zu überzeugen, belegte bei den beiden Rennen in Nove Mesto die Ränge sieben und dreizehn. Beim hochklassig besetzten Vorbereitungsrennen im österreichischen Haiming kletterte List vergangene Woche bereits als Drittplatzierter aufs Podest und peilt auch beim Rennen in Albstadt einen Platz unter den besten Drei an: „Die Vorbereitungen in Richtung Albstadt liefen sehr gut und ich bin dementsprechend guter Dinge vor dem Weltcupauftakt. So wie das letzte Rennen in Haiming lief, strebe ich erneut einen Platz auf dem Podium an.“ Weitere Favoriten auf den Sieg könnten der Schweizer Joel Roth, der Spanier Jofre Cullel Estape oder der Chilene Martin Vidaurre sein.

Bei den Damen dürfte der Sieg in Albstadt nur über die Juniorenweltmeisterin aus dem vergangenen Jahr, Mona Mitterwallner, gehen. Die Österreicherin von Trek Vaude besticht in den Vorbereitungsrennen dieser Saison mit einer sehr starken Frühform und rückte bei den Rennen meist in die Riege der absoluten Top-Fahrerinnen der Elite vor.

Wie in den vergangenen Jahren gastiert im Rahmen des UCI Mountain Bike World Cups in Albstadt auch die ranghöchste internationale Rennserie für Fahrerinnen und Fahrer der Juniorenklasse, die Junior World Series. Für die Nachwuchstalente geht es im Bullentäle um wertvolle Weltranglistenpunkte im Hinblick auf die anstehenden Saisonhighlights wie Welt- und Europameisterschaften.

Aus deutscher Sicht könnte es insbesondere in der weiblichen Nachwuchsklasse zu Erfolgserlebnissen kommen: Sina van Thiel aus Kempten landete unter anderem beim Auftakt der internationalen MTB-Bundesliga in Obergessertshausen auf dem obersten Podest und gilt als Anwärterin auf den Sieg im Bullentäle. Bei den männlichen Junioren hoffen die deutschen Fahrer darauf, unter den besten Zehn mitmischen zu können. Der Deutsche Jugendmeister des Vorjahres, Emil Herzog, und der Vizemeister der Juniorenklasse, Ben Schweizer, konnten sich beim Rennen der UCI Junior Series im österreichischen Haiming vorletztes Wochenende stark präsentieren und scheinen damit die aussichtsreichsten Kandidaten auf eine Top-Platzierung zu sein. Auch das BIKE Junior Team powered by Bulls wird in Albstadt am Start stehen.

Themen: AlbstadtCross CountryCross Country RennenManuel Fumicschwäbische AlbUCI Mountain Bike World CupWeltcupWorldcup


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