Jenny Rissveds gewinnt ihren ersten Worldcup Jenny Rissveds gewinnt ihren ersten Worldcup Jenny Rissveds gewinnt ihren ersten Worldcup

MTB Worldcup #4 Lenzerheide Cross Country: Rennbericht

Jenny Rissveds gewinnt ihren ersten Worldcup

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 4 Jahren

Jenny Rissveds wird schon länger als absolutes Ausnahmetalent gehandelt. Jetzt holte die U23-Weltmeisterin ihren ersten Sieg in der Elite-Kategorie. Im Männerrennen dominierte Nino Schurter.

Nur eine Woche nach den Weltmeisterschaften in Nove Mesto ging es für die schnellsten Cross-Country-Athleten der Welt zum Worldcup nach Lenzerheide: Ein letztes großes Kräftemessen der Kandidaten für Olympia, denn beim nächsten Worldcup in Mont-Saint-Anne werden sicher einige der Athleten nicht mehr dabei sein, um sich besser auf Rio vorbereiten zu können.

Jolanda Neff im Heimvorteil

Jolanda Neff hat sich in Lenzerheide aufs Podium zurückgekämpft. Platz drei holte die Schweizerin am Ende.

Eine große Chance vor allem für Jolanda Neff, die nach ihrem achten Platz bei der Weltmeisterschaft sicher nichts gegen ein gesteigertes Selbstbewusstsein durch einen Erfolg im eigenen Land gehabt hätte. Diesmal zwang sich die Schweizerin, das Rennen ruhig anzugehen und machte keine Anstalten, sich bereits nach dem Start vom Feld abzusetzen. Das Tempo gaben in der Startrunde gleich zwei Weltmeisterinnen vor: Annika Langvad, Weltmeisterin in der Elite-Kategorie, und Jenny Rissveds, die neue U23-Weltmeisterin.

Kein unübliches Bild, denn auch in La Bresse und Albstadt hatte sich die junge Schwedin zu Anfang an die Spitze des Feldes vorgekämpft, konnte die Position aber noch nicht bis zum Ende halten. Auf Annika Langvad zu setzen. war da durchaus erfolgversprechender. So bildete sich bald eine Führungsgruppe aus Langvad, Rissveds und Catherine Pendrel heraus, bis Langvad zuerst Pendrel und dann auch Rissveds davonfuhr. Jolanda Neff, die das Rennen eher ruhig angegangen war und erst nach dem ersten Drittel den Hahn voll aufdrehte, holte bald Pendrel und dann auch Rissveds ein.

Jenny Rissveds fuhr in Lenzerheide ein großartiges Rennen. Sie bewahrte einen kühlen Kopf und konnte so im letzten Drittel des Rennens noch einmal angreifen.

Jenny Rissveds im Duell mit Jolanda Neff

Doch Rissveds war wohl, wie sich später herausstellen sollte, keineswegs wegen mangelnder Kraft zurückgefallen. Eine Zeit lang duellierte sie sich mit Jolanda Neff, sodass das Duo immer mehr Zeit auf Annika Langvad aufholte. Dann startete Rissveds ihre Attacke. Die zwischenzeitlich niedrigere Pace hatte ihr die nötigen Reserven gelassen. Erst ließ sie Jolanda Neff hinter sich, dann kämpfte sich Rissveds auch an Annika Langvad heran und überholte die Elite-Weltmeisterin in der vorletzten Runde.

Von da an war Rissveds nicht mehr zu bremsen. Souverän fuhr sie ihren ersten Worldcup-Sieg nach Hause, während Langvad und Neff sich auf 1500 Metern Höhe nicht mehr genug erholen konnten, um Rissveds wieder gefährlich zu werden. Die Taktik, sich in der Mitte des Rennens etwas zurückfallen zu lassen und dann am Ende noch einmal alles zu geben, hatte sich für Rissveds ausgezahlt.

Es ist nicht ihre erste Sektdusche in der Elite-Kategorie, doch die erste bei der sie ganz oben auf dem Treppchen steht: Jenny Rissveds hat allen Grund zu feiern.

Damit macht die Schwedin wahr, was schon lange prognostiziert wurde. Außergewöhnlich talentiert sowohl im Hinblick auf Fahrtechnik wie auch auf Fitness hat sie ihren allerersten ersten Worldcup-Sieg in der Damen-Elite eingefahren. Es wird sicher nicht ihr letzter bleiben. Platz zwei ging an Annika Langvad, Platz drei an Jolanda Neff, Platz vier an Katerina Nash, Platz fünf an Maja Wloszczowska. Helen Grobert wurde Zehnte, Sabine Spitz 17.

Schurter feiert 20. Worldcup-Sieg

Maxime Marotte fuhr ein sehr gutes Rennen. Auf seinem Hardtail fuhr er wieder einmal dem Großteil der Weltelite davon, nur Absalon und Schurter musste er sich am Ende geschlagen geben.

Wesentlich mehr Bewegung gab es dagegen an der Spitze des Männerrennens in Lenzerheide. Nach einem ungewöhnlich schlechten Start musste sich Nino Schurter durch das Feld nach vorne kämpfen, gab dann aber bald das Tempo vor. Wieder folgten ihm Jaroslav Kulhavy und Julien Absalon. Eine Wiederholung des Rennens von Nove Mesto? Keineswegs, denn das französische Duo aus Victor Koretzky und Maxime Marotte mischte sich bald in den Kampf um die Spitze ein und plötzlich war es ausgerechnet Julien Absalon, der sich zurückfallen lassen musste.

Jaroslav Kulhavy hätte sicher gerne seinen Sieg vom letzten Jahr wiederholt. Doch Absalon, Marotte und Schurter waren dieses Jahr stärker. Platz vier also am Ende. Immerhin.

Nino Schurter dagegen war in Lenzerheide in seinem Element. Vor den eigenen Fans trieb er das Tempo immer weiter an, bis erst Koretzky, dann Marotte und schließlich auch Kulhavy die Pace des Schweizers nicht mehr mitgehen konnten. Ein platter Reifen warf Kulhavy noch weiter zurück, der sich plötzlich hinter Julien Absalon auf Platz sechs wiederfand.

Und weder Absalon noch Kulhavy konnten diese Platzierung als gegeben hinnehmen. Beide hatten sich vom hohen Anfangstempo gut erholt und kämpften sich nun Sekunde um Sekunde im Duett an Marotte und Koretzky heran. Koretzky musste bald nachgeben und fiel dann auch innerhalb des Feldes weit zurück, doch Marotte wehrte sich lange. Nur Julien Absalon konnte am Ende seinen Landsmann in der letzten Runde noch überholen, während Kulhavy sich mit Platz vier zufriedengeben musste. Platz fünf ging an den spanischen Newcomer David Valero Serrano. Markus Schulte-Lünzum wurde bester Deutscher und landete auf Platz 25.

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Wiederholung.

Das Podium der Herren in Lenzerheide: Jaroslav Kulhavy, Julien Absalon, Nino Schurter, Maxime Marotte und David Valero Serrano (von links).

Themen: Cross CountryJaroslav KulhavyJenny RissvedsLenzerheideNino SchurterRennenUCI WorldcupWorldcup


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