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MTB Worldcup 2016 Lenzerheide: Vorschau

WM-Revanche: Worldcup-Vorschau Lenzerheide

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 4 Jahren

Beim Worldcup 2016 in Lenzerheide heißt es Kulhavy gegen Schurter und Absalon sowie Neff gegen Langvad. Im Downhill werden Gwin, Minnaar und Brosnan um den Sieg kämpfen.

Einmal durchschnaufen und weiter geht's: Kaum sind die MTB-Weltmeister im Cross Country 2016 gekürt, steht auch schon das nächste Kräftemessen an. Der Worldcup in Lenzerheide, das zweite Event des Jahres, bei dem man Downhill- und Cross-Country-Worldcup an einem Ort und einem Wochenende bestaunen kann.

Hier das Programm der Worldcup-Rennen in Lenzerheide im Überblick.

Favoriten im Cross Country für Lenzerheide

Bei den Damen wird Jolanda Neff endlich wieder eine gute Platzierung einfahren wollen. Am vergangenen Wochenende wurde sie bei schwül-heißen Bedingungen in Nove Mesto nur WM-Achte , auch beim Worldcup letztes Jahr in Lenzerheide machte ihr die Hitze zu schaffen. Sie startete zu schnell, konnte die eigene Pace nicht halten und wurde am Ende Fünfte. Die Schweizerin wird also dieses Jahr alles daran setzen, auch endlich einmal in ihrem Heimatland den Sieg einzufahren. Auch das Wetter wird ihr dieses Jahr wohl keinen Strich durch die Rechnung machen. Es wird wechselhaft und etwa 20 Grad warm. Besser könnte Neff es sich gar nicht wünschen.

Chance für die, die bei der WM leer ausgegangen sind

Hauptkonkurrentin für Jolanda Neff ist die frischgebackene Weltmeisterin Annika Langvad. Schon letztes Jahr konnte sie in Lenzerheide lange überzeugen, bis sie in den letzten Runden etwas zurückstecken musste. Der Kurs liegt ihr aber und dieses Jahr ist die Dänin bisher in einer bestechenden Form. Das hat sie mit mehreren sehr überzeugenden Rennen in Cairns, Albstadt und nicht zuletzt Nove Mesto eindrucksvoll unter Beweis gestellt.

Die Führungsgruppe in der ersten Runde von Nove Mesto: Jolanda Neff, Katerina Nash, Catharine Pendrel, Maja Wloszczowska und Annika Langvad (von links). Entscheidend in Lenzerheide wird sein, wer sich unter der Woche am besten erholt hat.

Im Auge behalten sollte man auch Gunn-Rita Dahle Flesja, die in Lenzerheide letztes Jahr den Sieg holte und die Amerikanerin Lea Davison. Sie wurde schon letztes Jahr in Lenzerheide zweite und fuhr auch bei der Weltmeisterschaft vergangene Woche die Silbermedaille ein. Aus deutscher Sicht liegen die größten Hoffnungen sicher auf Sabine Spitz und Helen Grobert. Beide hatten in Nove Mesto mit technischen Defekten zu kämpfen und sind daher jetzt bestimmt umso motivierter, in Lenzerheide aufs Podium zu fahren.

Macht Kulhavy das Rennen?

Jaroslav Kulhavy wuchtete letztes Jahr in Lenzerheide ein 38er-Kettenblatt um den Kurs und siegte.

Lange haben wir darauf gewartet, dass Jaroslav Kulhavy dem ewigen Duell Schurter/Absalon ein Ende bereitet. Und jetzt ist er wieder da. Von seinem komplizierten Handgelenksbruch Anfang des Jahres in Zypern hat sich der Tscheche offensichtlich gut erholt, auch sonst scheint er extrem fit zu sein. Das beweist sein zweiter Platz bei der Heim-WM in Nove Mesto. Zwar machte Schurter am Ende das Rennen, doch Kulhavy hat endlich sein Selbstvertrauen zurückgewonnen. Dazu kommt, das die Strecke in Lenzerheide Kulhavy offensichtlich sehr liegt. Mit einem 38er-Kettenblatt an seiner Einfach-Kurbel holte er hier im vergangenen Jahr den Sieg.

Auch der frischgebackene Weltmeister Nino Schurter und sein ewiger Konkurrent Julien Absalon sind allerdings top in Form und werden in Lenzerheide alles für den Sieg geben. Es wird in jedem Fall spannend! Rechnen kann man auch mit Maxime Marotte, Mathias Flückiger, Mathias Stirnemann und Ondrej Cink. Alle vier konnten in den letzten Rennen überzeugen und werden den drei Spitzenfahrern auf jeden Fall die Show stehlen wollen.

Greg Minnaar mit 20. Worldcup-Sieg?

Greg Minnaar hatte 2015 auch im Staub von Lenzerheide die totale Kontrolle.

Im Downhill-Worldcup hat Rennsport-Legende Greg Minnaar gute Chancen seinen 20. Worldcup-Sieg einzufahren. Letztes Jahr überraschte er viele mit seinem Sieg in Lenzerheide, doch der Südafrikaner, der sich in der Regel vor allem auf langen Strecken durchsetzt, ist eben auch ein Meister der Linienwahl. Selbst auf den wurzeligsten und verblocktesten Passagen findet er noch den besten Kompromiss aus einer schnellen Linie und einer möglichst hohen Endgeschwindigkeit beim Verlassen des Wurzel- oder Steinfeldes. Ein sehr gefragtes Talent auf der Strecke in der Ostschweiz.

Doch auch Aaron Gwin hat diese Fähigkeit perfektioniert. So weit sogar, dass er im Notfall ohne Kette gewinnen kann – unmöglich, wenn man nicht weiß, mit welchen Linien man am besten Bewegungsenergie konserviert. Er ist nicht nur deswegen der Top-Favorit für Lenzerheide. Als Favorit Nummer drei wird Troy Brosnan gehandelt. Der Australier hat zwar erst einen Worldcup-Sieg in der Tasche, glänzt dafür aber immer mit außerordentlicher Konstanz in seinen Resultaten. Weltmeister Loic Bruni ist noch verletzt und wird deswegen nicht starten können, sein Teamkollege Loris Vergier wird aber in jedem Fall am Start stehen und hat gute Chancen, das Favoriten-Trio gehörig aufzumischen.

Bei den Damen dreht sich wieder alles um Rachel Atherton. Falls Myriam Nicole startet, könnte sie eine neue Bedrohung für die Dominanz der Britin darstellen, ansonsten müssen Tahnee Seagrave, Manon Carpenter und Tracey Hannah weiter ihr Glück versuchen oder auf einen Patzer von Atherton hoffen. Denn bereits seit Anfang letzten Jahres hat Rachel Atherton kein einziges Rennen mehr verloren!

Schlagwörter: Aaron Gwin Cross Country Downhill Jaroslav Kulhavy Jolanda Neff Lenzerheide Nino Schurter Schweiz UCI Worldcup Video Worldcup


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