MTB WM Leogang 2020 Tag 2: Rennbericht

WM-Titel und Silber für deutsche Junioren

  • BIKE Magazin
 • Publiziert vor 2 Monaten

Starke Vorstellung der deutschen Nachwuchsfahrer: Beim Sieg der Österreicherin Mona Mitterwallner holte Luisa Daubermann WM-Silber, danach krönte sich BDR-Junior Lennart Krayer (18) zum Weltmeister.

Tag zwei bei der UCI Mountainbike-Weltmeisterschaft in Leogang 2020: Die Regenwolken hatten sich verzogen, die Sonne kam zum Vorschein und der Wind hatte sich gelegt. Die Cross-Country Juniorinnen und Junioren konnten bei deutlich besseren Bedingungen auf die Jagd nach dem Regenbogentrikot gehen. Das sollte sich bezahlt machen: Genau wie Gastgeber Österreich durch Mona Mitterwallner, konnte Deutschland eine Goldmedaille feiern: Lennart Krayer vom Team Lexware ließ in der Cross-Country-Juniorenklasse der Konkurrenz keine Chance.

Während die Elite-Fahrer von Cross Country und Downhill heute nur trainiert haben, ging es bei den Cross-Country-Juniorinnen bereits um alles. Als eine der klaren Favoritinnen ging Mona Mitterwallner (AUT) nach ihrem überlegenen Weltcupsieg in Nové Město in das heutige WM-Rennen.

Mona Mitterwallner dominiert – Luisa Daubermann holt Silber

Genau wie gestern wartete bereits unmittelbar nach dem Start der erste steile Anstieg auf die Athletinnen. Die nun wechselhaften Bedingungen aus nass und trocken erwiesen sich nur auf den ersten Blick als besser. Wem es gelang, hier ohne Absteigen oder zumindest Fußabsetzen nach oben zu kommen, konnte bereits einen guten Vorsprung einfahren.

Die junge Österreicherin ließ von Beginn an keinen Zweifel, wer die stärkste Fahrerin im Feld ist und setzte sich früh ab.

Die Favoritinnen Mona Mitterwallner (AUT) und Puck Pieterse (NLD) setzten sich nach gutem Start direkt an die Spitze, jedoch erwies sich die Österreicherin schnell als die dominierende Pilotin. In der dritten Runde hatte sie bereits 1:30 Minuten Vorsprung auf Pieterse und den Rest des Feldes. Cornelia Holland (AUT), Matylda Szczecinska (POL) und Madigan Munro (USA) fielen bereits früh zurück und konnten nicht mehr in die Medaillenvergabe eingreifen.

Nachdem Mitterwallner ihre holländische Verfolgerin abgeschüttelt hatte, baute die Tirolerin ihre Führung Runde für Runde aus. Am Ende überquerte sie mit 1:15:55 Stunden als erste die Ziellinie und war damit über zwei Minuten schneller als die zweitplatzierte Deutsche Luisa Daubermann.

Luisa Daubermann feiert ihre WM-Silbermedaille.

Als Führende der UCI-Weltrangliste bei den Juniorinnen war Mitterwallner als Favoritin ins Rennen gegangen und konnte die Erwartungen erfüllen.

Im Vorjahr Silber, bei der Heim-WM Gold: Mona Mitterwallner aus Tirol.

Der deutschen Meisterin von 2018 und 2019 gelang es, ebenso wie der später drittplatzierten Aneta Novotna (CZE), sich früh in den Top 5 festzubeißen und im Verlauf des Rennens vom Hauptfeld abzusetzen. Es entbrannte ein spannender Zweikampf um Silber, den die Deutsche schließlich für sich entscheiden konnte. Novotna sicherte sich die Bronze-Medaille.

Mona Mitterwallner sagte nach dem Sieg bei der Heim-WM: „Das war ein echt hartes Rennen. Ich hatte einen recht schweren Sturz, der mich ein bisschen aus dem Rhythmus geworfen hat und dann ist mir die Kette noch zweimal runter durch den ganzen Matsch und Dreck. Aber der Weltmeister-Titel bei der Heim-WM ist extrem besonders für mich. Ich bin mega happy, wie es gelaufen ist.“

Lennart Krayer rollt das Feld von hinten auf und sichert erstes Gold für Deutschland

Bei den Junioren startete Riley Amos (USA) mit mächtig Dampf ins Rennen und hatte den Plan, sich bereits früh ein gutes Zeitpolster zu erkämpfen. Der Plan ging nur zum Teil auf, ab Runde zwei machte ihm Luca Martin (FRA) die Führung streitig. Im Verlauf des Rennens griffen mehr und mehr Fahrer in den Kampf um das Regenbogen-Jersey ein.

Janis Baumann (SUI) und der Deutsche Lennart Krayer brauchten zwei Runden, um zu den Führenden aufzuschließen und setzten sich noch vor Beginn der dritten Runde an die Spitze.

Der folgende Dreikampf zwischen dem nun führenden Baumann, Krayer und Martin sollte bis zum Ende des Rennens andauern, während Amos verzweifelt darum kämpfte, zurück in die Medaillenränge zu fahren.

Krayer versucht mit einer Trinkflasche, seinen Antrieb vom zähen Schlamm zu befreien.

MTB-Weltmeister mit 18 Jahren: Lennart Krayer aus Schwetzingen auf dem Weg zum Titel in Leogang.

Mit dem letzten Anstieg setzte sich der 18-jährige BDR-Fahrer vor den Schweizer und konnte diese Führung im Verlauf der letzten Runde immer weiter ausbauen und das Rennen schließlich mit einer Zeit von 1:16:39 Stunden als Weltmeister beenden. Mit 40 Sekunden Rückstand konnte Baumann, der die Ziellinie zu Fuß passierte, Deutschlands erstes WM-Gold zwar nicht verhindern, bescherte der Schweiz aber immerhin die zweite Silbermedaille.

Der Deutsche Junioren-Meister teilte sich die vier Runden gut ein und gewann am Ende mit 40 Sekunden Vorsprung.

Der Kampf um Bronze entschied sich erst auf der Zielgeraden. Martin und Amos fuhren Rad an Rad durch die letzten beiden Kurven, im Zielsprint konnte sich der Franzose dann durchsetzen und holte eine weitere Medaille für die französische Equipe.

Direkt nach der Zieldurchfahrt gratulieren sich Krayer und Baumann zu ihren Leistungen. Der Deutsche war auf einem Hardtail unterwegs, der Schweizer griff zum Fully.

Ein deutscher Mountainbiker im Weltmeistertrikot, sieht man auch nicht alle Tage. Lennart Krayer bei der Siegerehrung.

Hier gibt's alle Ergebnisse im Überblick www.tissottiming.com/2020/mtbwch/en/uci

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