MTB Weltmeisterschaft 2016 Nove Mesto: Staffel

Frankreich holt Gold - Deutschland auf Platz vier

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 4 Jahren

Die Franzosen holen das dritte Staffel-Gold in Folge. Tschechien präsentiert sich mit Nash und Kulhavy bei der Heim-WM stark, bei den Deutschen glänzt mit Zwiehoff, Schehl und Grobert der Nachwuchs.

Das Staffelrennen (Team Relay) ist die einzige Mountainbike-Disziplin, bei der echte Nationalteams gegeneinander antreten. Die Regeln dabei sind denkbar einfach: Jedes Team besteht aus vier Fahrern, dabei muss jedoch ein Junior (U19), ein U23-Fahrer und eine Frau mit im Team sein. Als Staffel fährt jedes Team ein Rennen von vier Runden auf dem Cross Country-Kurs gegen die Staffeln der anderen Nationen, wobei pro Fahrer jeweils eine Runde gefahren wird. Die Nation, deren letzter Fahrer als Erster das Ziel erreicht, gewinnt.

Pauline Ferrand-Prevot vor ihrem Start

Das führt zu einem äußerst interessanten Rennen. Nicht nur für den Nachwuchs ist es eine Chance, sich auf der großen Bühne und gegen die Elite-Fahrer zu etablieren, sondern es wird auch viel taktiert, da die Rundenzeiten der Fahrer teilweise sehr unterschiedlich ausfallen.

Frankreich und Dänemark mit starkem Start

Der Start des WM-Staffelrennens: Manuel Fumic in weiß als Zweiter von rechts.

Der Start in das Staffelrennen gelang besonders Frankreich und Dänemark sehr gut, die mit Victor Koretzky und Simon Andreassen zwei sehr starke Fahrer ins Rennen schickten. Sie lagen nach dem Ende der ersten Runde vorne. Auch Manuel Fumic, der als erster für Deutschland startete, konnte zunächst überzeugen, fand jedoch nicht in seinen Rhythmus und stürzte sogar auf der nassen Strecke, so dass Deutschland nach Runde eins auf Platz fünf lag. Nicht das, was sich das deutsche Quartett erwartet hatte.

Die nächsten Fahrer warten hinter der Absperrung. Beim Wechsel müssen sich die beiden Fahrer berühren. Meist klatschten die Rennfahrer ihren Partnern auf den Arm.

In der folgenden Runde ließen die meisten Teams ihre Junioren starten. Und während Dänemark dadurch weit nach hinten rutschte, konnte das ausgewogene deutsche Team mit einer sensationell guten Leistung von Niklas Schehl wieder einige Positionen gutmachen. Doch auch der französische Junior, Benjamin Le Ney, konnte hier überzeugen, so lag er am Ende von Runde noch immer auf Platz eins, Deutschland auf Platz zwei, die Schweiz dich dahinter auf Platz drei.

Spannung in Runde drei und vier

Die ideale Ausgangslage für Runde drei, in der die Damen ihr Bestes gaben. Für Frankreich übernahm Pauline Ferrand-Prevot, Helen Grobert lieferte sich ein ausgewogenes Duell mit der Schweizerin Sina Frei. Doch die eigentliche Sensation war Orbea-Pilotin Katerina Nash. Die Tschechin ging von Position neun aus in die dritte Runde und gab so Gas, dass sie sich in einer spektakulären Aufholjagd bis an Grobert und Frei herankämpfte und sie am Ende sogar noch überholen konnte. Damit hatte sie in einer einzigen Runde gut 50 Sekunden aufgeholt.

Helen Grobert fuhr ein gutes Rennen.

Auch in der letzten Runde blieb es spannend. Da Nash, Grobert und Frei die Ziellinie fast gleichzeitig erreichten, konnten sich Ben Zwiehoff für Deutschland und Lars Forster für die Schweiz direkt hinter Jaroslav Kulhavy (CZE) klemmen, der nun versuchte auch Jordan Sarrou (FRA) an der Spitze noch einzuholen. Vor allem Ben Zwiehoff konnte hier überzeugen, fast die gesamte Runde hielt er sich tapfer hinter dem Olympischen Champion Kulhavy und vor Lars Forster, der auch schon mehrfach im Worldcup in die Top 10 gefahren ist. Eine wirklich beeindruckende Leistung. Erst gegen Ende der Runde konnte Zwiehoff die Pace nicht mehr mitgehen.

Jordan Sarrou und Pauline Ferrand-Prevot: die neuen und alten Staffel-Weltmeister.

Sieben Sekunden fehlen zu einer Medaille

Damit blieben die Positionen von Anfang der Runde bestehen. Kulhavy hatte es nicht geschafft, Jordan Sarrou einzuholen, hatte sich aber leicht von Lars Forster abgesetzt und holte damit die Silbermedaille für WM-Gastgeber Tschechien. Gold ging an Frankreich, Bronze an die Schweiz. Mit nur sieben Sekunden Abstand verpasste Deutschland eine Medaille und landete auf Platz vier. Dänemark entschied den Zielsprint für sich und sicherte sich damit Platz fünf vor Italien auf Platz sechs.

Die finalen Ergebnisse im Staffelrennen der WM 2016 in Nove Mesto



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