Nachwuchs-WM in Serfaus-Fiss-Ladis Nachwuchs-WM in Serfaus-Fiss-Ladis Nachwuchs-WM in Serfaus-Fiss-Ladis

MTB-Festival Serfaus-Fiss-Ladis 2018

Nachwuchs-WM in Serfaus-Fiss-Ladis

  • Adrian Kaether
  • Rasoulution
 • Publiziert vor 3 Jahren

Beim MTB-Festival Serfaus-Fiss-Ladis stehen die Rookies im Rampenlicht. Jackson Goldstone und Co. werden sich wieder packende Duelle liefern und so am Ende zeigen, wer die Weltmeister von morgen sind.

Es ist soweit! Bald schon, genauer vom 30. Juli bis 5. August 2018 steigt in Serfaus-Fiss-Ladis wieder das wichtigste Downhill-Nachwuchs-Event, das Rookie Camp 2018 im Rahmen des MTB-Festivals Serfaus-Fiss-Ladis. Ein absolutes Muss für alle angehenden Downhill-Profis, aber auch für alle anderen, die einfach ein bisschen Worldcup-Feeling schnuppern wollen. Denn genau das bietet das Rookie Camp mit den beiden Hauptrennen am 4. und 5. August.

Rick Schubert Vali Höll bei den iXS International Rookies Championships 2017.


Los geht’s aber mit kleineren Events, Fahrtechnik- und Trailbuilding-Kursen, bevor dann am Wochenende die Hauptevents steigen, auf die die Nachwuchssportler schon die ganze Woche gewartet haben. Am Samstag wird der fünfte Stopp des Specialized Rookie Cups ausgetragen, am Sonntag folgt dann das wahre Highlight: Die iXS International Rookies Championships, nichts weniger als die Downhill-WM für Nachwuchssportler.

Kleines Who-is-Who des Nachwuchs-Downhill-Sports

Rick Schubert Henri Kiefer war letztes Jahr im Schlamm unschlagbar. Der junge Deutsche versägte die Konkurrenz um fast zwanzig Sekunden.


Sportler wie Henri Kiefer, Nuno Zuzarte Reis oder Jackson Goldstone standen hier in der Vergangenheit ganz oben auf dem Podium und bei ihnen allen ist schon jetzt klar, dass sie es im Downhill einmal weit bringen werden. Auch Vali Höll hat die Damenwertung bereits mehrfach gewonnen, jetzt mischt sie bereits den MTB-Worldcup auf und wäre mit ihren Zeiten ab und zu sogar in der Elite auf dem Podium gelandet. Der Hype um die junge Österreicherin ist also mehr als berechtigt.

Interview mit Ron und Jackson Goldstone

Adrian Kaether Ein dickes Grinsen zieht sich meistens quer über Jackson Goldstones Gesicht.


Was treiben die Goldstones dieses Jahr? Der Veranstalter hat im Vorfeld nachgefragt und sich mit Jackson und seinem Vater Ron über die Pläne für dieses Jahr, über Schnitzel, Tricks und über das Biken im Allgemeinen unterhalten.

Hi Jackson, Hi Ron. Wie geht es euch? Was war in den letzten Monaten bei euch los?
Jackson: 2018 war bisher überragend! Wir sind zum ersten Mal in Neuseeland gewesen, um ein bisschen zu fahren und uns Crankworx anzuschauen. Es ist wirklich ein richtig schönes Land. Gerade sind wir im Woodward West in Kalifornien, um ein wenig zu trainieren bevor der Sommer richtig losgeht.

Jackson, was hast du in den letzten Monaten Neues auf dem Bike gelernt?
Jackson
: Momentan habe ich nicht viele neue Tricks. Ich fahre seit kurzem ein 24’’ Dirt Jump Bike, was sich ungewohnt anfühlt. Ich versuche das Erlernte jetzt auf dem größeren Bike umzusetzen. Es fühlt sich schon besser an, aber es wird noch ein wenig dauern, bis ich mich vollständig daran gewöhnt habe.

Wie gehst du vor, wenn du neue Tricks lernen willst? Hast du einen Coach, der dich in deiner Entwicklung voranbringt?
Jackson
: Übung. Viel Übung. Meistens fange ich an, neue Tricks in die Schnitzelgrube oder auf Airbags zu probieren und Es dauert dann ein bisschen, bis ich erstmals auf Dirt umsteige. Dass ich einfach loslege, kommt eher selten vor. Ich versuche sicherzugehen, dass ich mich wohlfühle, bevor ich den nächsten Schritt mache und es ist egal, wie viele Male man einen Trick in die Schnitzelgrube macht, das erste Mal auf Dirt ist immer nervenaufreibend. Ich glaube, ich lerne am meisten, wenn ich mit Jake Kinney in Woodward bin. Er hilft mir enorm, weil er für einen Fortschritt bei mir sorgt, ohne Druck auszuüben.


Wie sieht die Top 5 deiner „Bucketlist“ aus? Was willst du als nächstes im Petto haben?
Jackson
: Hmm… Schwierige Frage… Ich glaube, dass ich vor allem die Tricks, die ich schon erlernt habe, konstanter landen möchte. Das ist ein guter Anfang. Ich finde Barspins sehr schwierig, aber auch sehr wichtig. Ich will wirklich daran arbeiten, sie besser hinzubekommen. Als nächstes würde ich gerne anfangen, mehr Tricks zu kombinieren – einen 360 Tailwhip oder 360 Tuck-No-Hander zum Beispiel.

Ihr werdet im August nach Österreich zurückkehren. Worauf freut ihr euch mehr? Schnitzel oder Kaiserschmarrn?
Jackson
: Definitiv freue ich mich auf das Schnitzel im Brötchen, das sie unten im Bikepark Serfaus-Fiss-Ladis hatten. Wir haben uns das fast jeden Tag gegönnt (lacht).

Und auf welche Trails freut ihr euch besonders?
Ron
: Auf den Frommestrail! Der ist genau mein Ding. Beeindruckende alpine Landschaft, flowige Kurven und lange Abfahrten. Das gibt es hier in Kanada nicht allzu oft, ohne dass man viel bergauf fahren muss. Das ist schon ein Highlight.
Jackson: Ich fand den Trail auch cool, aber der Supernatural Trail im Bikepark war auch mega spaßig. Ich glaube, sie haben dieses Jahr auch an dem Trail noch was verändert, also freue ich mich jetzt schon riesig darauf.

Jackson, du wirst dieses Jahr auch am "Rookie Camp" während des MTB-Festival Serfaus-Fiss-Ladis teilnehmen und mit anderen jungen Shreddern über die Trails im und außerhalb des Bikeparks heizen. Was gefällt dir an solchen Camps?
Jackson
: Es macht einfach Spaß, so viele andere Fahrer zu sehen und coole Dinge zu unternehmen. Es dreht sich auch nicht alles ums Biken. Es gibt BBQs und ich freue mich jetzt schon darauf, mit den Sommerrodelbahnen zu fahren. Das Einzige, was mir letztes Jahr Angst gemacht hat, war als ich aufstehen musste, um mich vorzustellen. Ich kann nicht so gut deutsch, also fühlte ich mich ein wenig doof. Aber es war sehr witzig und wir haben alle zusammen gelacht.

Du fährst ja schon auf einem Level, von dem viele noch träumen. Was können junge Mountainbiker in solchen Camps lernen und wo möchtest du dich verbessern?
Jackson
: Danke! Ich finde es einfach super, mit anderen Kids oder Jugendlichen zu fahren. Man sieht jemand etwas ausprobieren und will es dann selbst auch. Es ist cool, wenn dann auch Coaches dabei sind, die einem Linien oder Techniken zeigen. Am besten ist es aber, in der Gruppe zu fahren. Ich will dieses Jahr vor allem an meiner Linienwahl arbeiten. Letztes Jahr waren wir mit Si Paton unterwegs und er meinte, dass man vielleicht 0,5 Sekunden an einem Sprung gutmachen kann, aber es gibt nur wenige davon. Wenn man allerdings in jeder Kurve 0,1 – 0,2 Sekunden schneller ist, summiert sich das und man erreicht eine schnellere Zeit.

Ron, was denkst du bringen solche Camps den Kindern?
Ron
: Ich sehe da zweierlei. Zum einen ist das "Rookie Camp” eine großartige Gelegenheit, andere Kids kennenzulernen und über einen längeren Zeitraum gemeinsame Erfahrungen zu machen. Jackson hat auch viel über Geographie gelernt und erfahren, wie man ohne eine Sprache zu können, dennoch kommunizieren kann. Er hat die Chance wahrgenommen, Menschen aus anderen Ländern kennenzulernen, die die gleiche Passion für’s Biken mitbringen und auch sonst vieles gemeinsam haben. Ich würde mir sehr wünschen, dass sich daraus langfristige Freundschaften entwickeln. Zum anderen bieten die Rennen ganz andere Benefits. Man sieht, wo man im Vergleich zu den anderen starken Fahrern steht, und lernt, wie man sich noch verbessern kann, um schneller zu werden. Da wo wir herkommen, gibt es jede Menge richtig schnelle Mountainbiker, also wollten wir mal sehen, ob Jackson auch mit Kids aus anderen Ländern mithalten kann. Letztes Jahr gelang ihm das. Ich habe außerdem festgestellt, dass Rennen in Europa ernsthafter betrieben werden und strukturierter sind. Es war eine sehr gute Mischung aus Ernsthaftigkeit und Spaß.

Wie nimmst du als Vater Bike Festivals wie das in Serfaus-Fiss-Ladis wahr?
Ron
: Das Beste dort ist, dass sich in dieser einen Woche wirklich alles nur um die jungen Kerle und Mädels dreht. Es ist meiner Meinung nach einzigartig im Vergleich zu anderen großen Festivals wie Crankworx oder Sea Otter. Dort können die Kids zwar die großen Stars treffen und Selfies machen, aber Serfaus-Fiss-Ladis macht einen großartigen Job und stellt die Kinder in den Mittelpunkt. Sie versuchen, den Kids das Gefühl zu geben, dass sie die "Pros” sind. Ein Live-Webcast, eine verlässliche Zeiterfassung, eine anspruchsvolle Strecke und ein internationales Feld an Teilnehmern sorgen wirklich für ein Weltcup-Feeling. Ich muss ehrlich gestehen, dass ich den Namen "iXS International Rookies Championship" zuerst etwas skeptisch wahrgenommen habe, aber jetzt wo wir schon mal da waren, muss ich sagen, dass es dem absolut gerecht wird.

Jackson,wie ist es mit Kids aus aller Welt Rennen zu fahren?
Jackson:
Es war der Hammer! Mich haben vor allem die vielen unterschiedlichen Sprachen beeindruckt. Man hört so viele unterschiedlichen Personen sprechen, aber ich hatte keinen blassen Schimmer, was sie gesagt haben (lacht). Ich bin so viel es ging mit Ike Klassen aus Südafrika, Nuno Zuzarte Reis aus Portugal und den Kiefer Brüdern aus Deutschland gefahren. Ich glaube, dass ich mich mit Ike am besten verstanden habe, weil wir miteinander englisch sprechen konnten. Nuno und ich hatten ähnliche Startzeiten, sodass ich mit ihm auch Zeit verbracht habe. Ich hoffe, dass ich Ike vielleicht schon vor dem Camp treffen kann.

Ron, wie wichtig schätzt du es ein, dass man Spaß hat, andere junge Fahrer trifft und voneinander lernt?
Ron
: Beim Mountainbiken konkurriert man meiner Meinung nach weniger gegen andere, sondern mehr gegen die Uhr. Du bist selbst dafür verantwortlich, wie du in einem Downhill-Rennen abschneidest. Es ist für alle von Vorteil, wenn möglichst viele gute Fahrer dabei sind, von denen man lernen kann und mit denen man zusammen fahren kann. Es gibt Strecken-Sektionen, wo Jackson anderen Kids etwas beibringen kann, aber es gibt genauso Abschnitte, wo er von anderen lernt. Ich glaube mein Standpunkt rührt aus Erfahrungen, die ich gemacht habe und aus dem BMX Racing. Ich sehe viele Kids, die mit sechs, sieben, acht Jahren fantastisch waren, aber von ihren Eltern zu sehr unter Druck gesetzt wurden. Damit kommen sie oft nicht klar und hören dann einfach mit dem Biken auf. Ich schätze mich sehr glücklich, dass Jackson so früh eine wirkliche Leidenschaft dafür entwickelt hat, sich seine eigenen Ziele setzt und selbst weiß, was ihm wichtig ist. Warum würde ich das gefährden wollen, indem ich zu stark auf Resultate und Sponsoren schaue? Der Grund, weshalb Jackson beliebt ist, liegt in seiner Persönlichkeit. Es macht Spaß, mit ihm Zeit zu verbringen und seine Liebe für’s Biken ist zu hundert Prozent authentisch. Das wird ihn im Leben viel weiterbringen als jede Trophäe, die er in einem Rennen gewonnen hat.

Adrian Kaether Jackson Goldstone beim Backflip...

Unter diesem Link finden sie alle Informationen zum MTB-Festival Serfaus-Fiss-Ladis 2018.

Themen: DownhillInterviewJackson GoldstoneNachwuchsNachwuchsförderungSerfaus-Fiss-LadisValentina Höll


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