MTB-Bundesliga Rad am Ring: Rennbericht

Vollgas auf der Auto-Rennstrecke

  • Romy Stiegler
 • Publiziert vor 5 Jahren

Eingebettet in das Mega-Event "Rad am Ring" fand am Nürburgring der vierte Lauf der MTB-Bundesliga 2016 statt. Mit dem kurzen Kurs und den steilen Rampen kamen Zwiehoff und Brandau am besten zurecht.

PS-starke Rennwagen, röhrende Motoren und insgesamt 22,8 Kilometer feinste Asphaltstrecke: Die Rede ist vom legendären Nürburgring in der Eifel. Doch dieses Mal waren es keine Vierräder, die auf dem weltbekannten Formel-1-Schauplatz so richtig Gas gegeben haben, sondern die Teilnehmer der KMC MTB Bundesliga . Nachdem die dritte Station der Serie am 8. Juli in Albstadt ein reines Sprint-Rennen war, fand beim vierten Lauf nun wieder ein richtiges Cross-Country-Rennen statt. Im Rahmen des dreitägigen "Rad am Ring"-Events war auch die deutsche MTB-Bundesligaserie am Samstag zum ersten Mal zu Gast am Nürburgring.

Veranstalter In Sichtweite zur Rennstrecke: Am Rand des Jedermann-Events "Rad am Ring" wurde der vierte Lauf der MTB Bundesliga ausgetragen.

Ein Rad-Event der ganz besonderen Art

Während andere Wettkämpfe, wie das 24-Stunden-Race und das Einzelzeitfahren, direkt auf der Auto-Rennstrecke stattfanden, ging es für die Mountainbiker aller Kategorien in den etwa vier Kilometer entfernten Offroad-Park. Doch auch ihnen wurde der Genuss, vor den zahlreich erschienen Zuschauern an die Startlinie zu gehen, nicht verwehrt: Beim sogenannten "Pre-Start" wurden die Fahrerinnen und Fahrer vor jedem Rennen in der Arena versammelt und fuhren dann begleitet durch eine Quad-Eskorte zum eigentlichen Startort, dem Offroad-Park. Erst dort erfolgten die finale Startaufstellung sowie der Startschuss.

Doch so ganz  ging dieser Plan leider nicht auf. Ohne Einzelaufruf und großer Präsentation wurde der "Pre-Start" für Fahrer und Betreuer eher zu einem Umstand. Auch nutzte leider so gut wie kein Zuschauer die Möglichkeit, sich mit einem kostenlosen Shuttlebus zum Offroad-Park chauffieren zu lassen, um dort das MTB-Rennen zu verfolgen.

Überlegener Sieg von Elisabeth Brandau

Im Damen-Rennen konnte Elisabeth Brandau (Radon-EBE-Racing) mit einer absoluten Punktlandung glänzen. Schon wenige Runden nach dem Start fuhr die junge Mutter den übrigen Fahrerinnen davon und konnte ihr hohes Tempo zwölf Runden lang allein an der Spitze durchhalten. „Es war ein bisschen Mischmasch zwischen Mountainbike und Cross, aber konditionell sehr anspruchsvoll. Auch technisch musste man sehr aufpassen“, so Brandau nach ihrem Sieg. Hanna Klein (Superior) setzte sich hinter Antonia Daubermann (Stevens) an die dritte Position und kam mit den Streckenverhältnissen sehr gut zurecht. So gut, dass sie nach etwa der Hälfte des Rennens noch an Kraft zulegen konnte und an der Stevens-Pilotin vorbeizog. Nur zwölf Sekunden hinter Brandau überquerte die 28-Jährige die Ziellinie. Mit ihrer Leistung war die Wahl-Freiburgerin sehr zufrieden. „Es war ein spezielles Rennen. Wir sind zu dritt los, Antonia Daubermann war an zweiter Stelle und ich hatte schon eine kleine Lücke. Irgendwann habe ich probiert, die Lücke zu schließen und das hat auch geklappt. Ich freue mich sehr über meinen zweiten Platz. Es war mal etwas anderes, aber es hat Spaß gemacht. Obwohl es ganz schön viele – fast schon zu viele – Runden für meinen Geschmack waren“, freute sich Klein. Daubermann rollte als Dritte über die Ziellinie. Komplettiert wurde das Fünfer-Podium von Clarissa Mai (Link Rad Quadrat) auf Rang vier und Theresia Schwenk (Radon) auf Rang fünf.

Veranstalter „Ein Mischmasch zwischen Mountainbike und Cross“, sagte Siegerin Elisabeth Brandau über die neue Strecke am Nürburgring.

Erhard Goller Elisabeth Brandau vorneweg, dahinter Antonia Daubermann. Sie wurde später noch von Hanna Klein (ganz hinten) überholt.

U23 vs. Elite: Ben Zwiehoff stellt seine Form unter Beweis

Bei den Herren starteten die U23-Fahrer gemeinsam mit den Teilnehmern der Elite-Kategorie. 13 Runden à 2,9 Kilometer und mit 65 Höhenmetern galt es zu bewältigen. Gleich nach der zweiten Runde bildete sich um Youngster Ben Zwiehoff (Bergamont) und den beiden Elite-Fahrern Simon Stiebjahn (Bulls) und Frank Beemer (Habitat MTB) eine dreiköpfige Spitzengruppe, die sich schnell immer weiter vom restlichen Feld absetzten konnte. Für Zwiehoff, der aufgrund von Knieproblemen bei der Deutschen Meisterschaft in Wombach das Rennen aufgeben musste, war am Nürburgring der Zeitpunkt gekommen, um seine Form unter Beweis zu stellen. Der Essener startete eine Attacke und ließ seine beiden unmittelbaren Mitstreiter hinter sich. Wer nun gedacht hat, die Strecke sei mit ihren 65 Höhenmetern nicht sonderlich anspruchsvoll gewesen, wurde nun eines Besseren belehrt: Die zahlreichen extrem steilen Rampen gestalteten sich für die Fahrer zu kräftezerrenden Hindernissen. Passagen zum Verschnaufen suchte man vergeblich. Nach knapp 1,5 Stunden überquerte Zwiehoff als Erster die Ziellinie, gefolgt von Breemer und Stiebjahn. „Es war eine sehr anspruchsvolle Strecke, auf die Dauer zumindest. Sehr wellig, viele kurze Anstiege, viele steile Berge – war auf jeden Fall ziemlich anstrengend. Es war das erste Mal, dass ich ein internationales Elite-Rennen gewinnen konnte“, sagte der 22-Jährige im Ziel.

Veranstalter Ben Zwiehoff wollte es der Konkurrenz am Nürburgring zeigen, nachdem er bei der DM von Knieproblemen ausgebremst worden war.

Erhard Goller Ben Zwiehoff bestimmte von Anfang an das Tempo auf dem Kurs am Nürburgring. Dahinter Simon Stiebjahn, der später mit seinem Klick-Pedal zu kämpfen hatte, und zwei Fahrer vom Habitat MTB Team.

Auch Stiebjahn, der erst vergangene Woche die BIKE Transalp bestritten hatte, war mit seiner Platzierung zufrieden: „Ich hatte ein bisschen Probleme auf dem Kurs, der sehr viele Kurven hatte, in den Rhythmus zu kommen. Ben war heute einfach stärker, ich hatte dann leider Mitte des Rennens Probleme mit dem Klick-Pedal und habe versucht, das Rennen noch zu Ende zu fahren. Mit Platz drei bin ich jetzt glücklich, dass ich noch ein paar Punkte für die Gesamtwertung gesammelt habe“, resümiert der Bulls-Fahrer sein Rennen. Im Gegensatz zu den meisten seiner Konkurrenten, war der Renntag für Stiebjahn aber noch nicht zu Ende. Der 26-Jährige aus Titisee-Neustadt ging noch bei dem 24-Stunden-Rennen an den Start und fuhr dort für die Charity-Organisation "De Ledschends".

Über den "Neuen" in der KMC Bundesliga sind sich die meisten Fahrer einig: Die Strecke habe viel Potenzial, könne aber noch ein wenig ausgebaut werden. Auch eine bessere Einbindung in das Event "Rad am Ring" sei durchaus wünschenswert.

Hier finden Sie alle Ergebnisse des Bundesliga-Rennens vom Nürburgring 2016 . Der nächste und fünfte Lauf der KMC MTB Bundesliga 2016 findet am 27. – 28. August in Ortenberg statt.

Themen: BundesligaCross CountryEifelNürburgringRad am RingRennberichtRennen


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