MTB Bundesliga Ortenberg 2016: Rennbericht

Zwiehoff und Brandau holen Bundesliga-Sieg

  • Romy Stiegler
 • Publiziert vor 4 Jahren

Vorletztes MTB Bundesliga-Rennen in Ortenberg: Elisabeth Brandau und Hannah Klein erneut auf den Plätzen eins und zwei. Ben Zwiehoff triumphiert vor Markus Schulte-Lünzum und Christian Pfäffle.

Hochsommerliche Temperaturen beim fünften Lauf der KMC MTB Bundesliga

Wie bereits bei der vierten Station der KMC Bundesliga , die am berühmten Nürburgring stattfand, begab sich auch der fünfte und damit vorletzte Lauf der MTB-Serie auf bis dato unbekanntes Cross Country-Neuland. Den Sprint-Spezialisten unter den Teilnehmern dürfte das hessische Ortenberg allerdings bereits bestens bekannt gewesen sein, denn 2015 durfte es bereits Schauplatz für die MTB Sprint-DM sein. Auch dieses Jahr stand im Rahmen des Bundesligaprogramms ein Sprintrennen auf dem Programm (Freitag), das jedoch abgesagt wurde.

Heiß, heißer, Ortenberg! Bei strahlendem Sonnenschein und Temperaturen über 30 Grad lautete das Motto der Teilnehmer: Einen kühlen Kopf bewahren. Der 3,4 Kilometer lange Kurs startete in einer provisorischen Arena und  führte über eine lange Flachpassage zu einem Singletrail, der einen langen Anstieg und eine technisch relativ anspruchsvolle Abfahrt beinhaltete.

Zweiter Sieg in Folge für Elisabeth Brandau

Das Rennen der Elite Damen entpuppte sich schnell zu einem Déjà-Vu, was das Siegerpodest angeht: Wie bereits am Nürburgring holte sich Elisabeth Brandau (Radon-EBE-Racing) den Sieg. Direkt nach dem Startschuss legte die Deutsche Cyclocross-Meisterin vor und startete dadurch 20 Sekunden vor ihren Konkurrentinnen in die zweite Runde. Ihren Vorsprung konnte Brandau dann sogar noch auf insgesamt eine Minute ausbauen, als sie nach insgesamt sechs Runden die Ziellinie überquerte. „Heute war es extrem heiß, aber ich konnte trotzdem in der ersten Runde richtig schnell fahren. Aus der Strecke haben die Veranstalter das Beste rausgeholt, man könnte allerdings noch ein wenig mehr Streckenpflege machen, bevor dort ein Rennen ausgetragen wird“, resümierte die Schönaicherin ihr Rennen. Zweite wurde – ebenfalls wie beim vorherigen Lauf – Hannah Klein (Superior), die zu Beginn des Rennens so einige Schwierigkeiten mit der extremen Hitze hatte. „Ich hatte die ersten vier Runden Probleme mit der Hitze, aber dann habe ich mir Wasser geben lassen und das immer wieder über mich drüber geleert, das war meine Rettung. Dadurch konnte ich die letzten zwei Runden nochmal ein bisschen schneller fahren“, so die 28-Jährige im Ziel. Mit ihrer Leistung ist die Wahl-Freiburgerin sehr zufrieden: "Ich freue mich sehr über den zweiten Platz." Rang drei ging an U23-Fahrerin Clarissa Mai (Link Rad Quadrat).

Strahlende Siegerin: Elisabeth Brandau in der Mitte mit Hannah Klein (links) und Clarissa Mai).

Ben Zwiehoff trotzt erfolgreich den heißen Temperaturen und seinen Konkurrenten

Bei den Teilnehmern des Herren Elite Rennens sorgte eine Durchsage knapp eine Stunde vor Rennbeginn für vorzeitige Schweißausbrüche. Aufgrund "der sehr guten Bedingungen" wurde die Rundenanzahl von anfangs sieben auf zehn aufgestockt, wie die Wettkampf-Kommissäre laut dem Moderator entschieden hatten. Nach dem Start konnten sich Markus Schulte-Lünzum (Focus) und Christian Pfäffle (Stevens) zusammen absetzen und führten das Feld die ersten Runden des Rennens abwechselnd an. „Ich hatte einen super Start, habe mich total gut gefühlt. Die ersten fünf Runden haben Christian Pfäffle und ich zusammengearbeitet“, so der Haltener. Lange blieb das Spitzen-Duo allerdings nicht allein, denn Nürburgring-Sieger Ben Zwiehoff (Bergamont) arbeitete sich hinter ihnen Sekunde für Sekunde näher heran, nachdem er anfangs Schwierigkeiten hatte mit dem hohen Tempo seiner Konkurrenten mitzuhalten. Um sich die Führung zu sichern, startete der U23-Fahrer dann jede Runde am Berg eine Attacke. Dort war es auch, wo Stevens-Pilot Pfäffle aufgrund von Kreislaufproblemen sein Tempo drosseln musste und den Anschluss verlor. Diese Chance nutzte der Belgier Kevin Panhuyzen (KTM) und schob sich an Pfäffle vorbei auf Platz drei. An der Spitze lieferten sich Schulte-Lünzum und der drei Jahre jüngere Zwiehoff derweil einen Zweikampf, den Schulte-Lünzum am Ende jedoch knapp verlor. „Der Abstand (zu den Verfolgern, Anm. d. Red.) ist aber nicht signifikant größer geworden. Ich hatte das Gefühl, dass Christian schon in der zweiten oder dritten Runde nicht mehr ganz so schnell fahren konnte. Ich habe dann versucht wieder Zeit rauszufahren, wenn ich in der Führung war. Dadurch habe ich ziemlich früh angefangen sehr unrhythmisch zu fahren. Das hat mir hintenraus dann ein bisschen den Stecker gezogen. Ich konnte Bens Attacken zwar noch zweimal mitgehen, aber über die Distanz hat es mir dann ein paar zu viele Körner gezogen“, so der Deutsche Meister. Jubelnd fuhr Zwiehoff als Erster durch den Zielbogen. „Am Anfang bin ich nicht mitgekommen, die (Schulte-Lünzum und Pfäffle, Anm. d. Red.) haben ein Mörder-Tempo vorgelegt. Ich bin dann konstant mein Ding gefahren und konnte in der vierten Runde wieder ganz gut ranfahren. Ich habe dann gar nicht groß taktiert, sondern direkt Vollgas gegeben. Die Attacke in der letzten Runde hat dann noch einmal gesessen“, freute sich der 22-Jährige über seinen Sieg. 32 Sekunden nach Zwiehoff holte sich Schulte-Lünzum Platz zwei. „Es war ein sehr langes Rennen bei extremer Hitze. Ich bin happy mit dem zweiten Platz“, resümierte der Focus-Rider sein Rennen. Panhuyzen rollte als Dritter über die Ziellinie, gefolgt von Pfäffle auf Rang vier.

Von Beginn an machten Schulte-Lünzum und Pfäffle das Tempo an der Spitze.

Der Deutsche Meister Markus Schulte-Lünzum wird verfolgt von Christian Pfäffle.

Nummer eins und zwei der Bundesliga-Gesamtwertung 2015 auf Platz sieben und zwölf

Simon Stiebjahn (Bulls), der seinen Sprintmeister-Titel 2015 an genau diesem Ort an David Horvath (Lexware) verloren hatte, hatte sehr mit den extremen Temperaturen zu kämpfen und rollte nach Max Holz (CEP) als Siebter ins Ziel. „Es war schon recht zäh heute, gerade nach den letzten Wochen, in denen ich sehr viele Marathon-Rennen gefahren bin. Ich habe also damit gerechnet, dass es so zäh wird. Mit dem siebten Platz bin ich eigentlich noch ganz zufrieden und habe noch einmal wichtige Punkte für die Gesamtwertung gesammelt. Mal sehen, wie es dann beim Finale in Titisee-Neustadt läuft“, so Stiebjahn über sein Rennen.

Das Podest der Herren bei der MTB-Bundesliga in Ortenberg 2016.

Für Markus Bauer (Kreidler) lief das Rennen eigentlich ziemlich gut, bis ihn ein Plattfuß am Hinterrad zum Schieben zwang. Nachdem das defekte Laufrad in der Technikzone ausgewechselt wurde, war der Führungszug für den Schwarzwäldler leider schon abgefahren. „War ziemlich cool wieder dabei zu sein. Die ersten zwei Runden war in den Top Fünf unterwegs und habe mich auch echt gut gefühlt. Ich habe dann leider in der dritten Runde an ungünstigster Stelle einen Plattfuß am Hinterrad gehabt, sodass ich lange bis zur Technikzone laufen musste und dann war das Rennen natürlich irgendwie ein bisschen vorbei. Es war extrem heiß heute, ich denke, wir haben alle gelitten. Zehn Runden waren meiner Meinung nach auch ein wenig überambitioniert“, lautet das Fazit des 26-Jährigen. Am Ende wurde es für den Kreidler-Fahrer, der in den letzten Monaten mit schweren Verletzungen an Schulter und Hüfte zu kämpfen hatten, Platz 28.

Aktuell steht Simon Stiebjahn, wie bereits 2015, an Platz eins der der Bundesligagesamtwertung. Auf Rang zwei und drei folgen Julien Absalon (BMC) und Max Holz, Victor Koretzky (BH-SR Suntour) und Lysander Kiesel (CEP) belegen Patz vier und fünf.

Der letzte Lauf der KMC MTB Bundesliga findet am Wochenende 17./18. September in Titisee-Neustadt statt.

Themen: BundesligaCross CountryRennberichtRennenSimon Stiebjahn


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