Mountainbike-WM 2015: Junioren

Brandl erkämpft WM-Silber für Deutschland

  • Stefan Loibl
 • Publiziert vor 5 Jahren

Was für eine Schlammschlacht beim WM-Rennen der Junioren in Andorra! Maximilian Brandl erkämpft sich die Silbermedaille. Robin Hofmann wird beim Sieg des bärenstarken Dänen Simon Andreassen Vierter.

Die Deutschen waren immer vorne mit dabei, auch am Start.

Als Brandl auf die Zielgerade einbiegt, fängt das deutsche Betreuer-Team hinter den Absperrgittern zu Jubeln an. Er reißt die Arme in die Höhe bei der Zieldurchfahrt. Danach realisiert er, was er gerade geleistet hat und schreit seine Freude über die WM-Silbermedaille heraus. Er wirft seinen Helm weg, wirft sich auf den Boden und schnappt nach Luft. Denn Brandl hat auf den letzten Metern der schlammigen, rutschigen Strecke alles gegeben, um den Kolumbianer Ergan Bernal abzuhängen. Auch als gestützt ins „Winners-Tent“ taumelte, hatte er ein Lachen im Gesicht. „Ich bin völlig fertig, habe alles gegeben“, sagte der 18-Jährige später bei der Pressekonferenz.

Das Duell des Rennens: Ergan Bernal (links) und Maximilian Brandl.

Brandl einer der stärksten Abfahrer im Feld

Der dänische Vorjahres-Weltmeister Simon Andreassen setzte sich bereits in der ersten Runde ab und fuhr an der Spitze ein einsames Rennen. Dahinter das Duell um Silber: zwischen dem Deutschen vom Lexware Mountainbike Team und dem Kolumbianer Ergan Bernal. Bergauf war der Südamerikaner spärker als Brandl, so musste er ihn immer wieder ziehen lassen. Aber sobald es in die technischen Abfahrten ging, konnte Brandl aufholen und meist wieder aufschließen. Er zählt zu den stärksten Abfahrern im Feld der Junioren. „Der Schlüssel zur Silbermedaille war, dass ich im Kopf stark geblieben bin und an mich geglaubt habe. Es war schwer ihn nicht ganz weg zu lassen", sagte Brandl nach dem Rennen. Denn nach drei Runden war Bernal gut 20 Sekunden davongefahren, aber zu Beginn der letzten Runde war Brandl wieder dran. Er ging sogar mit ein paar Metern Vorsprung in den letzten von fünf Umläufen.

Nach 2014 nun auch Weltmeister 2015: der Däne Simon Andreassen.

Trotz zwei Stürzen den Kolumbianer abgehängt

In der ersten technischen Passage der Runde, dem Rockgarden, dann der Schreckmoment: Brandl stürzt, hat Schmerzen im rechten Fuß und der linken Hand. Doch er schwingt sich wieder aufs Bike und jagt Bernal hinterher. „Im steilsten Anstieg musste ich ihn dann wieder mal ziehen lassen. Aber oben hatte ich nur wenig Rückstand", erzählt Brandl. Bergab schloss Brandl die Lücke und zog vor dem letzten langen Downhill innen vorbei am Kolumbianer. „Dafür muss ich mich selber loben, wie ich da vorbeigegangen bin. Der Technik-Trainer wäre stolz auf mich”, sagte Brandl später grinsend. Dann rutschte ihn in einem kurzen Zwischenstück nochmal das Vorderrad weg auf dem nassen Schlamm. Doch auch der Kolumbianer kämpfte mit den widrigen Bedingungen. „Als ich mich auf der Zielgerade umgedreht habe, habe ich ihn gar nicht mehr gesehen", sagt Brandl. Dann gab es kein Halten mehr und die Freud über Silber bei der WM platzte aus ihm heraus. Robin Hofmann rundete das deutsche Top-Ergebnis mit einem starken vierten Platz ab.

Maximilian Brandl mit der WM-Silbermedaille.

Martina Berta holte bei den Juniorinnen den WM-Titel

Die Britin Evie Richards versuchte bei den Juniorinnen gleich nach dem Start davonzuziehen. Sie hatte bald einen Vorsprung von 30 Sekunden vor der Italienerin Martina Berta. Doch die fuhr ein konstant, starkes Rennen und verkleinerte den Rückstand ab der zweiten Runde. Ein Sturz von Richards kostete die Britin die Führung. Anschließend zog Marta ihr Ding durch und siegte am Ende souverän mit 1:20 Minuten Vorsprung vor Richards und 2:27 Minuten vor der Schweizerin Nicole Koller. Antonia Daubermann wurde Achte.

Das WM-Podium bei den Juniorinnen.

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