Mountainbike-WM 2015: Cross-Country-Eliminator

Erste Medaille für Deutschland bei der WM in Andorra

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 5 Jahren

Im Cross-Country-Eliminator waren die deutschen Athleten schon immer ganz vorne mit dabei. In Andorra sicherte sich jetzt Simon Gegenheimer die erste Medaille in einer Weltmeisterschaft.

Andorra ist der ideale Ort für die Austragung einer Mountainbike-Weltmeisterschaft. Das kleine Fürstentum liegt in den Pyrenäen zwischen Frankreich und Spanien und kann dadurch sowohl mit gutem Wetter als auch mit idealem Terrain punkten. Eingeläutet wurde der WM-Zirkus am Dienstag, dem 1. September, mit der Weltmeisterschaft im Cross-Country-Eliminator.

Zwar konnten die deutschen Athleten bis jetzt noch keine Medaillen in der verhältnismäßig jungen Disziplin für sich beanspruchen, doch dieses Jahr standen die Chancen besonders gut. Mit den frischgebackenen Deutschen Meistern David Horvath und Nadine Rieder sowie Simon Gegenheimer gingen in Andorra drei Top-Athleten für Deutschland an den Start.

Für die Weltmeisterschaft im Cross-Country Eliminator hat sich Claudio Caluori, sonst berühmt für seine Previews der Downhill-World Cup Tracks auf eine Cross-Country Carbon Rennfeile geschwungen und zeigt uns die Strecke für den Cross-Country-Eliminator in Andorra.

Nadine Rieder scheidet im Halbfinale aus

Nadine Rieder war durch den Meistertitel motiviert wie nie, doch in Andorra hatte sie ein wenig Pech. Im Halbfinale geriet sie ausgerechnet an die beiden Schweizerinnen Kathrin Stirnemann, die Titelverteidigerin, und Linda Indergand, die später den Titel holen sollte. Rieder musste die beiden ziehen lassen und so blieb ihr nur noch das kleine Finale, um sich den achten bis fünften Platz zu sichern.

Doch auch hier lief es nicht ideal. Während sie sich im Halbfinale vorgeworfen hatte, nicht genug Risiko eingegangen zu sein, gelang ihr im kleinen Finale die Krafteinteilung nicht optimal, so dass sie auf der Zielgeraden noch immer überschüssige Kraftreserven hatte. Mit dem siebten Platz konnte Rieder sich trotzdem eine respektable Position in der WM sichern.

Drei Schweizerinnen im Finale

Im Finale trafen Vorjahressiegerin Kathrin Stirnemann, Linda Indergand, Ramona Forchini und Ingrid Boe Jacobsen aufeinander. Damit standen drei Schweizerinnen im Finale des Cross-Country-Eliminators, was wieder einmal die aktuell überlegene Position der Schweizer im Cross Country verdeutlicht. Lediglich Ingrid Boe Jacobson hielt für Norwegen die Fahne hoch.

Während sich Stirnemann und Jacobsen im letzten Anstieg der Strecke duellierten, konnte sich Linda Indergand immer weiter absetzen. Ihr Sieg wurde nicht mehr gefährdet. Kathrin Stirnemann musste sich im Zielsprint Ingrid Boe Jacobsen geschlagen geben, Ramona Forchini wurde Vierte.

David Horvath wird von der Strecke geschoben

Auch für den zweiten Deutschen Meister, David Horvath, lief es in Andorra nicht perfekt. Zwar war er top in Form und fühlte sich gut, doch im Viertelfinale zog der Italiener Luca Braidot kurz vor der Zielgeraden zu ihm rüber und beförderte Horvath damit einen Abhang hinunter. Damit war die WM für Horvath beendet. Ohne dieses Malheur hätte der erst 19 Jahre alte Deutsche vielleicht auch bis ins Finale vordringen können.

Wesentlich besser lief es dagegen für Simon Gegenheimer. Zusammen mit Daniel Federspiel, dem österreichischen Favoriten für den XCE-Titel in Andorra, kämpfte er sich ab dem Achtelfinale bis in das Rennen der besten Vier.

Mit Daniel Federspiel, Sam Gaze und Kevin Miquel war die Konkurrenz im Finale, gegen die Simon Gegenheimer antreten musste, allerdings auch extrem stark. Der Startschuss fiel und die vier sprinteten über die Startgerade auf die erste Kurve zu. Hier zählte vor allem Nervenstärke, denn diese abschüssige Rechtskurve war mit Gras bewachsen und extrem rutschig.

Dabei setzte sich Daniel Federspiel durch, Simon Gegenheimer konnte sich direkt hinter ihm einordnen. Ihm folgte Sam Gaze und mit geringem Abstand Kevin Miquel. Auch im letzten Anstieg der Strecke lag Gegenheimer noch direkt hinter Federspiel, doch Sam Gaze griff nun voll an. Zwar parierte Gegenheimer zunächst, doch Gaze war schon zu schnell. Gegenheimer musste ihn ziehen lassen. Damit gewann Daniel Federspiel vor Sam Gaze, Simon Gegenheimer und Kevin Miquel. Die erste Bronzemedaille für Deutschland im Cross-Country-Eliminator geht damit an Simon Gegenheimer.

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