Mountainbike-Weltmeisterschaften 2015: Downhill Damen

Rachel Atherton komplettiert perfekte Saison

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 5 Jahren

Rachel Atherton fehlte zur perfekten Saison nur noch der WM-Titel. Manon Carpenter und Tracey Hannah konnten Atherton auf der vielseitigen Strecke in Vallnord aber das Fürchten lehren.

Rachel Atherton hat eine fast perfekte Saison im Worldcup hinter sich. Nur beim ersten Rennen der Saison in Lourdes musste sie sich Emmeline Ragot geschlagen geben und wurde Zweite, alle anderen Rennen hat sie gewonnen. Teilweise sogar mit fast zehn Sekunden Vorsprung. Keine Frage also, dass das Ausnahmetalent aus der wohl bergab schnellsten Familie der Welt die eindeutige Favoritin für die Weltmeisterschaft in Andorra war.

Der GT-Mechniker überprüft das Bike von Rachel oder ihrem Bruder Gee ein letztes Mal vor dem großen Rennen.

Doch so eindeutig die Prognosen auch sein mögen. Der Sieg in einem Downhillrennen kann nur schwer vorausgesagt werden. Ein Verbremser, ein falscher Reifendruck oder eine zu steinige Linie, ein leicht fehlerhaftes Setup des Fahrwerks und schon sind alle Hoffnungen auf den Sieg dahin, so hoch ist aktuell das Niveau bei den Damen.

So kann man sich die WM gefallen lassen.

Die Weltmeisterschaft ist der krönende Abschluss der Saison. Ohne Rücksicht auf weitere Rennen in der nächsten Zeit können die Fahrer hier das volle Risiko eingehen. Vor allem auf die Verteidigerin des Titels, Manon Carpenter und "Pompon" alias Myriam Nicole zählte das Publikum in Andorra um Rachel Atherton zu schlagen.

Myriam Nicole mit Sattelproblemen

Myriam Nicole sprintete aus den Startlöchern doch schon im oberen Streckendrittel musste sie anhalten. Probleme mit ihrem Sattel machten ihr alle Chancen auf den Sieg zunichte. Wirklich schade, denn neben besten Chancen auf den Sieg hatte die Französin sowohl ihr komplettes Team als auch zahlreiche Fans an die Strecke gelockt.

Rachel Atherton war über fünf Minuten Rennlänge absolut perfekt. Selbst in der Helmkamera sind kaum Fehler zu erkennen.

Für manche vielleicht eher überraschend war es dann Tracey Hannah aus Cairns in Australien, die mit ihrer Zeit erste Chancen auf den Sieg hatte. Mehr als zwölf Sekunden konnte sie auf Morgane Charre gutmachen, die den Hot Seat gerade von Emilie Siegenthaler übernommen hatte. Insbesondere die extrem steile und durch Matsch rutschige zweite Hälfte spielte ihr wohl in die Karten. Im wesentlichen ohne zu rutschen tänzelte sie um die vielen Löcher in der Strecke und holte sich damit absolut verdient die vorläufige Gold-Medaille.

Doch die Luft wurde nun dünn an der Startlinie. Tahnee Seagrave überraschte als nächste mit besonders aggressivem Fahrstil. In echter Sam-Hill Manier nahm sie in jeder Kurve die innerste und schnellste aber auch gefährlichste Linie und warf ihr Devinci von einer Ecke in die nächste. Doch die aggressive Strategie zahlte sich nicht aus. In einer besonders engen Linkskurve war Seagrave zu schnell gewesen und verlor die Kontrolle. Umständlich musste sie auf die Strecke zurückklettern, der Sieg war dahin.

Manon Carpenter in Topform

Manon Carpenter überzeugte als nächste mit einem eher kontrollierten Fahrstil. Die Britin, die erst ab der Hälfte dieser Saison so richtig warm wurde, konnte auch Tracey Hannah noch um über sechs Sekunden schlagen. Es sah also so aus, als ob sie den WM-Titel verteidigen könnte. Aber wieder einmal zeigte Rachel Atherton die brilliante Form, die sie über die komplette Saison des Worldcups hatte halten können. Mit wiederum zwei Sekunden Vorsprung auf Carpenter sicherte sie sich damit bereits ihren dritten WM-Titel. Platz zwei geht an Manon Carpenter, die Bronzemedaille an Tracey Hannah.

Die Sieger von Valnord: Manon Carpenter, Rachel Atherton und Tracey Hannah (v. l. n. r.).

Selbst auf der GoPro sind fast keine Fehler zu sehen. Ein absolut verdienter Sieg für Rachel Atherton.

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