Cooper entscheidet U23-Krimi für sich Cooper entscheidet U23-Krimi für sich Cooper entscheidet U23-Krimi für sich

Mountainbike-Weltmeisterschaft 2015: U23

Cooper entscheidet U23-Krimi für sich

  • Stefan Loibl
 • Publiziert vor 6 Jahren

Die neuen U23-Weltmeister heißen Anton Cooper (NZL) und Ramona Forchini (CH). Fernab der Top 10 platzierte sich der deutsche Nachwuchs. Georg Egger wurde 28., Sofia Wiedenroth 24.

Regen, Matsch und tiefe Bedingungen auf der Strecke: So präsentierte sich der Cross-Country-Kurs in Andorra am Tag der U23-Bewerbe. 15 Grad zeigte das Thermometer beim Start auf 1900 Metern im Skigebiet Vallnord. Fünf Runden mussten die Nachwuchs-Fahrer und Stars der Zukunft auf dem technisch anspruchsvollen Rundkurs zurücklegen.

UCI Mit der matschigen Strecke hatten heute alle zu kämpfen: auch Ramona Forchini vorne.

Forchini durchkreuzt vorhergesagtes Duell Rissveds gegen Indergard

Vor dem Rennen hatten alle ein spannendes Duell bei den Damen zwischen Jenny Rissveds (SWE) und der frisch gebackenen Sprint-Weltmeisterin Linda Indergard (CH) erwartet. Doch dazu kam es nicht. Eine andere Schweizerin bestimmte ab der zweiten Runde das Tempo: Ramona Forchini. Zuvor war Rissveds – die in dieser Saison alle U23-Worldcups gewonnen hat – vorneweg geprescht und lag alleine in Front. Linda Indergard, die im Worldcup bei der Damen-Elite startete, konnte von Beginn an dieses Tempo nicht mitgehen. Dafür drehte ihre Schweizer Team-Kollegin Forchini auf. Sie schloss die Lücke zu Rissveds und bestimmte in den Anstiegen das Tempo.

UCI Lange Zeit bildeten Forchini und Rissveds das Führungsduo...

Stefan Loibl ...doch irgendwann war Ramona Forchini alleine vorneweg. Die Schweizerin holte überraschend den U23-WM-Titel.

In der zweiten Rennhälfte musste Rissveds dem hohen Anfangstempo Tribut zollen. Erst verlor sie den Anschluss zu Forchini, dann kam Olga Terentyeva immer näher. In der Schlussrunde konnte die Russin überraschend aufschließen und Rissveds sogar hinter sich lassen. Doch obwohl Forchini sichtlich langsamer wurde und sogar einmal strauchelte, konnte die Russin die Führende nicht mehr einholen. So siegte Forchini mit 39 Sekunden Vorsprung und konnte es im Ziel kaum fassen. Das zweite ungeschriebene Blatt, Olga Terentyeva, sicherte sich Silber. Dritte wurde Jenny Rissveds. Sofia Wiedenroth stand als einzige Deutsche im 36 Fahrerinnen starken Feld am Start. Mit 11:33 Minuten Rückstand rollte die Rotwild-Pilotin als 24. ins Ziel.

UCI Forchinis Jubel bei der Zieleinfahrt.

Herren: Zweikampf zwischen Cooper und Koretzky

Bei den U23-Herren bestimmten zwei Neuseeländer die Anfangsphase, die unterschiedlicher nicht sein könnten: das kleine Kraftpaket Anton Cooper und der großgewachsene Samuel Gaze, der ähnlich große Gänge im Wiegetritt drückt wie sein Teamkollege Jaroslav Kulhavy. Gegen Mitte des Rennens aber setzten sich Cooper und der Franzose Victor Koretzky vom Rest des Feldes ab. Die beiden schenkten sich nichts. Die Führung wechselte mehrere Male, beide strauchelten auf den nassen Wurzel und Steinen. Doch die Lücken, die dadurch entstanden, konnte der andere immer wieder schließen. Die tiefen Spurrillen in der Strecke zwangen die beiden teils zum Absteigen und Schieben. In der letzten Runde konnte Koretzky im langen technischen Downhill ein paar Meter zwischen sich und Cooper bringen. Doch der Cannondale-Pilot aus Neuseeland schloss die Lücke im steilen Pisten-Anstieg wieder. Die Entscheidung dann erst auf den letzten Metern: Cooper wählt eine andere Linie als der Franzose, Koretzky muss absteigen und schieben. Die wenigen Meter Vorsprung reichen dem kleinen Neuseeländer an Vorsprung, um zwei Sekunden vor Koretzky im Ziel zu sein. Dritter wird der Brite Grant Ferguson, der den beiden gegen Ende des Rennens immer näher gekommen war.

UCI Lieferte sich ein spannendes Duell mit Anton Cooper: der Franzose Victor Koretzky.

Der Deutsche Meister Georg Egger hatte sich eine Top-10-Position vorgenommen. Doch daraus wurde nichts. „Ich habe mich das ganze Rennen über kaputt gefühlt. Ich weiß nicht, woran es lag, das Training während der Woche war gut. Aber vielleicht haben wir uns irgendwas eingefangen“, sagte Egger im Ziel, der 28. wurde. Denn auch für seine Teamkollegen lief es nicht wie geplant. Eine WM zum Abhaken für die U23-Piloten des BDR.

Stefan Loibl So sieht er aus, der neue U23-Weltmeister: Anton Cooper im Regenbogen-Jersey.

Stefan Loibl Anton Coopers Cannondale F-Si nach dem Rennen: Vom Spezial-Design in Neuseeland-Farben ist nicht mehr viel zu sehen.

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Mountainbike-Weltmeisterschaft 2015 in Andorra


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