Marathon Weltmeisterschaft 2015 im Grödnertal

Lakata und Dahle-Flesjå neue Marathon-Weltmeister

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 7 Jahren

Die Marathon-WM 2015 ist Geschichte: Das Rennen in den Dolomiten verlangte selbst den Profis alles ab. Alban Lakata und Gunn Rita Dahle-Flesjå siegten, Kulhavy und Mennen waren nicht in Form.

Alban Lakata hat seinem Ruf alle Ehre gemacht. Nach einer längeren Phase ohne Weltklasse-Ergebnisse steht der Österreicher mit dem Spitznamen "Albanator" nun wieder an der Spitze der Mountainbike-Marathonelite. Beim Sellaronda Hero-Marathon , der dieses Jahr als Marathon WM gewertet wird, fuhr er das Rennen seines Lebens.

Alban Lakata prescht vorneweg

87 Kilometer und 4700 Höhenmeter hatten die Herren zu bewältigen. Und das vor Dolomiten-typisch eindrucksvoller Kulisse. Doch die Strecke war ebenso Dolomiten-typisch. Die steilen Anstiege und der oftmals grobe Schotter, der nur locker noch gröbere Felsen bedeckt, lehrten auch die hartgesottensten Profis das Fürchten.

Veranstalter Fokussiert: Alban Lakata sammelt mentale Kraft vor dem Start des Rennens.

Der "Albanator" ließ sich aber nicht aus dem Konzept bringen. Schon in den ersten Anstiegen drückte er dermaßen aufs Tempo, dass sich auch seine Hauptkonkurrenten nur wundern konnten. „Lakata ist uns schon in der Abfahrt vom Grödnerjoch davongefahren, ich hätte aber nicht geglaubt, dass er die Kraft hat, das Rennen von vorne zu fahren"“, sagte der Drittplatzierte Leonardo Paez nach dem Rennen.

Und wirklich. Schon nach der ersten Abfahrt hatte Lakata einen Vorsprung von 40 Sekunden auf seine Verfolger. Bis zum Ziel konnte er das Tempo nicht nur halten, sondern seinen Vorsprung noch weiter ausbauen. Eineinhalb Minuten trennten ihn am Ende von Christoph Sauser und Leonardo Paez. Eine Welt in einem Business, in dem häufig der Schlusssprint über Sieg oder Niederlage entscheidet.

Marathon-WM 2015 in Gröden

8 Bilder

Christoph Sausers letztes Rennen

Hinter Alban Lakata reihte sich die Schweizer Marathonlegende Christoph "Susi" Sauser ein. Für den Schweizer war es das letzte Rennen seiner großartigen Karriere. Der zweite Platz bei der Marathon-WM ist ein schöner Abschluss für ihn, auch wenn es zunächst nicht danach aussah, dass er überhaupt eine Medaille holen würde.

„In den ersten zweieinhalb Stunden hatte ich Schwierigkeiten mitzuhalten, weil mein Motor wie ein Schiffsmotor lief: immer mit derselben Geschwindigkeit“. Doch Sauser kam in Fahrt. Nach dem Pordoijoch konnte er Tempo aufnehmen und näherte sich immer weiter der Spitze, bis er Leonardo Paez in der letzten Abfahrt überholen konnte. So wurde der Kolumbianer, der auch ein konstant starkes Rennen gefahren war, Dritter.

Veranstalter Für Sauser ist es das letzte Rennen seiner Karriere. Hier nimmt er ein letztes Mal den Jubel im Ziel entgegen.

Der Sieger und damit Weltmeister von 2014, Jaroslav Kulhavy, war nicht in Form. Die steilen Anstiege machten ihm zu schaffen und so konnte er in diesem Jahr keine gute Platzierung einfahren. Auch Robert Mennen hatte kein Glück. Erst verfuhr er sich, dann gab sein Reifen den Geist auf. Platz 26 war am Ende Mennens Ergebnis.

Zehnter WM-Titel für Dahle-Flesjå

Noch deutlicher fiel die Entscheidung bei den Damen aus. Gunn Rita Dahle-Flesjå, die auch im Vorfeld neben Sabine Spitz und Annika Langvad als Favorition gehandelt worden war, hatte einen guten Tag erwischt. Schon zu Beginn des Rennens legte sie ein hohes Tempo vor und konnte sich von der Verfolgergruppe absetzen. Bereits nach einer halben Stunde hatte die Norwegerin eine halbe Minute Vorsprung. Bis ins Ziel konnte sie ihren Vorsprung sogar auf dreieinhalb Minuten ausbauen.

Damit zahlt sich die gute Vorbereitung der Norwegerin aus, die bereits zwei Wochen vor dem Rennen die gesamte Strecke an einem Tag abgefahren war. Annika Langvad aus Dänemark, die die Marathon-WM im letzten Jahr gewonnen hatte, wurde Zweite.

Armin M. Küstenbrück Die Norwegerin feierte in Gröden ihren zehnten Weltmeistertitel, den sechsten auf der Langdistanz.

Auf der dritten Position landete Sabine Spitz, die damit aufs Neue bewiesen hat, dass sie noch immer international ganz vorne mitfahren kann. Bei ihr hielt sich die Vorbereitung eher in Grenzen, da sie vergangene Woche noch bei den Deutschen Meisterschaften in Saalhausen um eine Medaille gekämpft hatte. „Ich bin diese Strecke nie unter Rennbedingungen gefahren, wusste deshalb nicht ganz so genau, wie ich das Rennen einteilen sollte“. Doch so falsch kann ihre Strategie beim Rennen in den Dolomiten nicht gewesen sein. Wir gratulieren zur Bronzemedaille.

Themen: DolomitenGrödenMarathonMTB-WMRaceRennenSellaronda


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