Ist der Enduro-Trend vorbei? Ist der Enduro-Trend vorbei? Ist der Enduro-Trend vorbei?

Keine Specialized-SRAM Enduro Series 2017

Ist der Enduro-Trend vorbei?

  • Ludwig Döhl
 • Publiziert vor 5 Jahren

Die Veranstaltungen der Specialized-SRAM Enduro Series waren meist ausgebucht, trotzdem will Serienorganisator Racement 2017 nicht mehr weiter machen. Was bedeutet das Aus für die Szene?

Keine Rennserie hat die deutschsprachige Enduro-Rennszene mehr geprägt wie die Specialized-SRAM Enduro-Series (SSES) . Egal ob Hobby-Racer oder gesponserter Profi, die SSES war ein fester Bestandteil in fast jedem Rennkalender. Trotz ausgebuchter Veranstaltungen richtet Organisator Racement 2017 die Serie nicht mehr aus. Gut organisierte Rennen und der anhaltende Enduro-Hype haben die Starterzahlen in die Höhe getrieben. Zu Beginn der Serie 2012 waren durchschnittlich 265 Teilnehmer pro Rennen am Start, 2016 ist die Zahl der Teilnehmer immerhin auf durchschnittlich 395 Rennfahrer gestiegen (die meisten Events waren auf 400 Starter begrenzt). Darüber hinaus hat die Serie ein professionelles Reglement im Enduro-Bereich und die offizielle Deutsche Enduro-Meisterschaft des BDR etabliert.

Benjamin Prescher Mit dem Ende der Specialized-SRAM Enduro Series klingt der Enduro-Hype etwas ab, einzelne Veranstaltungen bleiben jedoch bestehen. 

Downhill-Sport im Aufwärtstrend

Bereits 2016 hat Racement nur vier statt sechs Rennen ausgetragen, aber das Aus der Rennserie war nicht vorherzusehen.  Das Organisations-Team aus Ilmenau will sich künftig noch stärker dem Downhill-Sport widmen. Specialized, der ehemaligen Titelsponsor der Enduro-Serie, wird sein Engagement auch in diese Disziplin im Bereich Nachwuchs verlagern. Der amerikanische Fahrradhersteller wird 2017 erstmals den bisherigen IXS-Rookies Cup als neuer Titelsponsor unterstützen . Sram will sich anderweitig um den Nachwuchs im Downhill-Sport kümmern.

Manuel Rohne André Wagenknecht krönte sich 2014 in Schöneck zum ersten Deutschen Enduro-Meister. Das Rennen im Vogtland wurde im Rahmen der SSES ausgetragen. Seine Wurzeln hat der „Knecht” allerdings auch im Downhill-Sport.

Lokale Veranstalter sind zuversichtlich

Was bleibt ist ein Loch in der Eventlandschaft. Einzelne Veranstaltungen wie Willingen oder Treuchtlingen sollen auch 2017 noch stattfinden, allerdings nicht im Rahmen einer Rennserie. Die Veranstalter vom Rennen in Treuchtlingen zeigen sich jedoch zuversichtlich. „Durch den Wegfall der Rennserie geht dem deutsch Enduro Sport eine wichtige Bühne verloren. Was die Starterzahlen angeht sind wir aber zuversichtlich, denn wir haben uns in den letzten fünf Jahren einen guten Ruf erarbeitet”, so David Lischka (RCG Weißenburg), Veranstalter des Rennens im Altmühltal.

Enduro One-Serie bleibt bestehen

Mit der Enduro One-Serie gibt es in Deutschland weiterhin eine Rennserie für Enduro-Biker. Die Organisatoren von Baboons haben das Hauptaugenmerk aber vor allem auf den Breitensport gelegt. Eine Zusammenarbeit mit Verbänden wie dem Bund Deutscher Radfahrer (BDR) ist zwar nicht immer leicht, für die Ausrichtung von offiziellen nationalen Meisterschaften aber nötig. Zuletzt hat man sich bei Baboons gegen solche Verbände ausgesprochen. Ambitionierte Sportler, welche aus Budget- oder Zeitmangel nicht in der Enduro World Series starten können, geht mit dem Aus der SSES eine sehr wichtige Plattform verloren. Allerdings schließt man von Seiten Racement nicht aus, dass man in Zukunft mal wieder eine Serie auf die Beine stellen wird. Auch David Lischka aus Treuchtlingen weiß: „Jedes Ende ist auch ein Neuanfang. Ich bin mir sicher, dass sich schon einige Leute Gedanken machen, wie es mit dem Enduro-MTB-Sport weiter gehen soll.“

Benjamin Prescher Die Serie war auch international anerkannt. Starter wie Jerome Clementz, René Wildhaber oder Michal Prokop (Bild) pushten auch das Level der nationalen Fahrer. Die Enduro One-Serie konnte bislang keinen dieser Profis an den Start locken.

Manuel Rohne Bevor Ines Thoma Punkte in der EWS jagte, war sie auch ein fester Bestandteil im Starterfeld der SSES. Zuletzt war sie fast ausschließlich in der weltweiten Rennserie unterwegs. 

Erinnerungen an fünf Jahre SSES

Thomas Dietze Markus Reiser gewann die Gesamtwertung der ersten SSES 2012. Er verwies André Wagenknecht und Ludwig Döhl auf die Ränge zwei und drei.

Thomas Dietze Das Damen-Podium der Gesamtwertung 2012 (v. l.): Anita Gehrig, Ines Thoma und Antje Kramer waren im ersten Jahr der Serie die schnellsten Damen.

Hanno Polomsky Die drei schnellsten Herren der Saison 2014 bei der Sektdusche: (v. l. n. r.) Ludwig Döhl,  Fabian Scholz und Markus Reiser.

Manfred Stromberg Schlammrennen, die jeder Teilnehmer in Erinnerung hat: Samerberg 2013, Terlago 2014, Treuchtlingen 2016

Axel Brunst Uwe Buchholz war die Stimme der SSES. Hier interviewt er die schnellen Ladys Antje Kramer (links) und Stephanie Teltscher.

Axel Brunst Die Rennen in Riva waren berüchtigt. Fieße Streckenverhältnisse zwangen viele Teilnehmer zu Boden. Die Rennen am Gardasee waren definitiv die herausfordendsten der SSES, selbst Nico Lau vom Cube Action Team musste gelegentlich ausklicken.

Axel Brunst Das engste Podium der Rennserie. In Terlago 2014 lagen zwischen Platz eins und vier nicht mal eine Sekunde (v. l.): Michal Prokop (CZE), Ludwig Döhl (GER), Marco Milivinti (ITA), Fabian Scholz (GER), Petrik Brückner (GER).

Benjamin Prescher Christian Textor kürte sich 2016 in Schöneck zum neuen Deutschen Meister im Enduro. Das Rennen wurde im Rahmen der SSES ausgetragen.

Markus Nothrof 2015 wurden die Deutschen Meisterschaften im Harz abgehalten. Fabian Scholz holte sich den Titel. Das Rennen war nicht Teil der SSES.

Themen: EnduroEnduro OneEndurorennenSpecialized-Sram Enduro SeriesTreuchtlingen


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