Jura MTB Cup 2019

Jura MTB Cup 2019 mit zwei Bayernliga-Rennen

  • Ludwig Döhl
 • Publiziert vor 2 Jahren

Regionale Cross-Country-Rennen sind die ursprünglichste Form MTB-Rennen zu fahren. Der Jura MTB Cup will auch 2019 wieder Jugendliche und Kinder mit guten Veranstaltungen für den Sport begeistern.

Wenn man es genau nimmt, war das Repack-Race am Mount Tamalpais – der Ursprung der Mountainbike-Bewegung im Jahr 1976 – auch nicht mehr als ein regionales MTB-Rennen. 43 Jahre nach der Geburtsstunde des Mountainbikes ist der ganze Planet übersäht mit lokalen Mountainbike-Rennen. In der Oberpfalz und Niederbayern kümmert sich der Jura MTB Cup um das Vermächtnis von Joe Breeze , Charlie Kelly und Gary Fischer. 2019 geht die Rennserie mit sechs lokalen Veranstaltungen in die fünfte Saison. Der Startschuss zum Saisonauftakt fällt am 14. April 2019 in Painten . Über 200 Starter werden sich dann in elf verschiednenen Alterklassen messen. Besonders stolz sind die Veranstalter auf die neu eingeführte Altersklasse für unter 7-Jährige (U7). Mit neuen Streckenabschnitten wie einem kleinem Rockgarden oder einer Steilwandkurve aus Holz will man aber auch die älteren Starter nicht enttäuschen. Die letzten fünf Jahre ist die Rennserie deutlich gewachsen. Über 200 Starter pro Rennen bestätigen den Anspruch, ein Bindeglid zwischen den örtlichen Vereinen und der Bayernliga zu sein. Im Interview verät Jürgen Lehmann, einer der Organisatoren des Jura MTB Cups, warum ihre Rennserie immer beliebter wird und wie wichtig sie für den Nachwuchs ist.

Infos zum Jura MTB Cup

Bei allen Veranstaltungen können Biker sowohl in einer Lizenz- als auch in einer Hobby-Klasse starten. Das Startgeld beträgt für Erwachsenen immer unter 20 Euro. Kinder und Jugendliche zahlen meist sogar deutlich weniger als zehn Euro. Für alle Veranstaltungen kann man sich online anmelden. Je nach Veranstaltung und Altersklasse gibt es Sach-, manchmal sogar Geldpreise für die Tagesbesten. Nach den sechs Rennveranstaltungen werden die Jura-Mountainbike-Cup Gesamtsieger gekürt.

14.04.2019

Rygol-Cup Painten

01.05.2019

Obi-Cup Abensberg

11.05.2019

Sitlog-Cup Altenstadt (zusätzlich Bayernliga)

21.07.2019

Bohrturm-Cup Windischeschenbach

07.09.2019

3h-Rennen Neukirchen

22.09.2019

Stoabruchrace Sandharlanden (zusätzlich Bayernliga)

Ein Cup-Organisator über den Reiz und die Aufgabe von regionalen MTB-Rennen

Unser Interview-Partner Jürgen Lehmann weiß, wovon er spricht. Er organisiert nicht nur den Rygol-Cup in Painten, sondern ist in den vergangenen Jahren auch immer alle Rennen des Jura-MTB-Cups mitgefahren. 


BIKE: Was bewegt einen Erwachsenen an einem Wochenende eine Stunde lang mit rotem Kopf im Kreis zu fahren?

Jürgen Lehmann: Natürlich quälen sich die Teilnehmer und natürlich suchen sie den direkten Vergleich zu ihren Konkurrenten, aber ich glaube der Hauptgrund, warum man sich für ein lokales Cross-Country-Rennen anmeldet, ist ein anderer. Auch wenn es oft nicht den Anschein macht, aber die meisten genießen es neben dem Nervenkitzel einfach ihr Wochenende mit Gleichgesinnten, also Bikern, zu verbringen. Das Rennenfahren ist dann das eine, fast genau so wichtig ist aber das Stück Kuchen und das Fachsimpeln danach. Diese lokalen Veranstaltungen bieten eine Plattform für Sportler aus der Region. Über eine ganze Saison entstehen sogar richtige Freundschaften. Wenn ich sehe, wie herzlich sich manche Konkurrenten hinter der Ziellinie in die Arme fallen, bestätigt das meine Vermutung.


Diese Leute findet man bei großen MTB-Marathons wie dem Dolomiti Superbike auch. Die locken aber oft mit extremen Streckendaten oder einmaligen Panoramen. Wieso also bei einem lokalem Cross-Country-Rennen starten?

Bei einem Marathon verlierst du vielleicht schon den einen oder anderen Blick auf das Panorama. Bei einem Cross-Country-Rennen ist das anders. Da fährst du gut eine Stunde auf Anschlag und kämpfst um jedes Hinterrad. Nach einem Marathon kannst du oft noch weiterfahren, nach einem Cross-Country-Rennen sind die meisten im Ziel kurz vor dem Umfallen. Im Klartext: Die Kombination aus sportlicher Belastung, Vereinbarkeit mit der Familie und das Zusammentreffen der Szene macht lokale Rennen trotz rotem Kopf für Erwachsene attraktiv.

Bei den Erwachsenen geht es sporlich zur Sache. Jürgen Lehmann verspricht: „Nach einer Stunde Vollgas fällst du im Ziel fast um.“


Du sagst, lokale Cross-Country-Rennen bieten eine gute Plattform für die Szene. Ist das die wichtigste Aufgabe regionaler Rennserien?

Die wichtigste Aufgabe des Jura-Mountainbike-Cups ist die Nachwuchsförderung. Jeder Rennfahrer muss ja irgendwann mal bei einer Veranstaltung Blut lecken können. Wenn es keine Veranstaltungen für Nachwuchsfahrer in der Region gibt, wird sich der Mountainbike-Sport allgemein rückläufig entwickeln. Wir wollen jungen Fahrern die Möglichkeit geben, sich mit Gleichaltrigen zu messen. Zudem sind wir auch ein Bindeglied zu den nächst höheren Rennserien wie zum Beispiel der Bayernliga.

Technische Streckenabschnitte sollen Biker auch auf Veranstaltungen der Bayernliga vorbereiten.


Gelingt Euch das Ziel der Nachwuchsförderung?

Ja, ich glaube das gelingt uns recht gut. Die meisten Rennen im Jura-Mountainbike-Cup haben circa 200 Starter. Knapp 70 Prozent davon entfallen auf die Altersklassen unterhalb der U17. Weil der Andrang in der U9, unserer bisher jüngsten Altersklasse, so groß war, haben wir uns für 2019 entschlossen, sogar eine U7 einzuführen. Das zeigt ja, dass sich unser ehrenamtliches Engagement lohnt. Wenn ich sehe, dass es Teilnehmer aus unserer Rennserie in den Bayernkader schaffen, bin ich glücklich.

70 Prozent der Starter entfallen auf Alterklassen unterhalb der U17. Die Nachwuchsförderung liegt den Organisatoren des Jura MTB Cups besonders am Herz.


Was ist die größte Herausforderung bei der Organisation?

Es ist sicher schwierig, die Genehmigung für die Strecken zu bekommen. Manchmal muss man sich als Veranstalter auch auf die Zunge beißen, wenn überehrgeizige Eltern ihre Kinder unter Druck setzen. Aber die größte Herausforderung liegt ganz klar darin, Sponsoren zu finden. Zeitmessung, Equipment, Preisgelder, Sachpreise oder Verpflegung für die Helfer müssen gezahlt werden und knabbern am Budget jeder Veranstaltung. Wir würden uns auch über einen Hauptsponsor, der natürlich auch Namenssponsor sein kann, für den Jura-Mountainbike-Cup freuen. Das würde vieles einfacher machen.

Gedränge am Start. Der Jura MTB Cup soll Jugendlichen beim Sprung in die Bayernliga helfen.

Themen: BayernCross-CountryCross Country RennenNachwuchsförderungRennserienRennsport


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