Hörnli-Trailjagd Arosa/Lenzerheide 2018

Mitgefahren: Hörnli Trailjagd in Arosa

  • Stefan Loibl
 • Publiziert vor 2 Jahren

Gut 70 Teams jagten am Wochenende im Trailnetz von Arosa/Lenzerheide dem Riesenhörnli hinterher. Auch wir mischten uns unter die Enduro-Biker und hetzten Gondeln, Checkpoints und Stationen hinterher.

Marathon-Biker können sich jedes Wochenende in den Alpen und deutschen Mittelgebirgen auf zig verschiedenen Veranstaltungen in den Laktathimmel kurbeln. Für abfahrtsorientierte Mountainbiker und Enduro-Piloten ist die Eventdichte dagegen deutlich löchriger. Vor allem für welche, für die der Rennsport nicht das einzig Wahre ist. Parallel zur Deutschen Enduro-MTB-Meisterschaft in Rabenberg luden die Rasenmäher zum Schweizer Ableger ihrer legendären Schnitzeljagd ein, und zwar nach Arosa im Kanton Graubünden. Aber die sogenannte Hörnli-Trailjagd ist kein Rennen im klassischen Sinn. Denn das Enduro-Event kommt ohne gezeitete Stages aus, wie man sie von Veranstaltungen der EWS oder Enduro One-Serie kennt. Vielmehr ist es ein Orientierungsrennen für abfahrtsorientierte Biker, bei dem man verschiedene Checkpunkte und Stationen anfahren muss. Möglichst auf Singletrails und mit Unterstützung der Seilbahnen. Wir waren dabei und haben hier die besten Bilder in unserer Fotostory für Euch, das Video gibt's ganz unten:

Die Ruhe vor dem Sturm: Die Bikes liegen hinterm Startbogen am Weisshorngipfel, der noch in eine Nebeldecke gepackt ist.

Initiator und Stimmungskanone Holger Meyer gibt ein paar Tipps zur Routenwahl und heizt die knapp 150 Starter an.

Erst wenige Minuten vor dem Start bekommen die Teams eine Karte mit den Checkpoints und Stationen ausgehändigt. Die Reihenfolge, wie man die Punkte passiert, kann jeder selbst bestimmen.

Biker in Jeansjacken sieht man auch nicht alle Tage. Für Jan Krollmann und Kalle Kind ist das ihr ganz normales Bike-Outfit.

Studieren der Karte und warten auf den Startschuss.

Endlich geht's los und die ersten Biker stürzen sich auf der riesigen Murmelbahn in die Nebelsuppe.

Die erste Station von Scott, bei der man auf einem 12-Zoll-Kinderbike und mit abgeklebter Brille einen Parcours abkurbeln musste.

Die Wippe hatte es in sich. Erst ein Wheelie, wenige Augenblicke später lag der Autor dieser Zeilen wie ein Käfer auf dem Rücken.

Fürs Erfüllen der Aufgabe gibt's dann den Stempel. Nur wer alle Stempel gesammelt hat, kann sich auf den Weg ins Ziel machen.

Immer gut drauf: Simon Gutenbrunner war bereits in Sölden bei der Schnitzeljagd weit vorne, in Arosa reichte es zu Platz fünf.

Die zweite Sonderprüfung an der Bergstation der Hörnlibahn organisierten die Jungs von Continental. Beim Sackhüpfen in Laufradtaschen mussten die Teilnehmer ihre Geschicklichkeit beweisen. 

Treten oder Gondelfahren? Wir entschieden uns, den Weg vom Hörnligrat zum Urdenfürggli mit der Gondel zu fahren, obwohl die Bahn nur jede halbe Stunde fährt. Das zahlte sich aus, denn die Teams, die sich fürs Treten entschieden hatten, waren auch nicht früher drüben. 

Im 1000-Tiefenmeter-Downhill vom Urdenfürggli nach Parpan bei Lenzerheide brannten die Unterarme und die Bremsscheiben glühten am Checkpoint im Tal. 

Der Trail vom Rothorngipfel nach Arosa hinunter: In der Steinwüste musste man kontrolliert fahren, um sich keinen Platten einzufangen.

Die Leatherman-Station am Rothorngipfel: Mit den TV-bekannten Lumberjack-Profis hatte das Sägen mit der Mini-Säge nichts gemein. Doch irgendwann war die Holzlatte dann doch bei allen Teams durch. 

Der Trail vom Rothorngipfel in Richtung Arosa beginnt schroff und steinig…

…nach einer Gallerie geht es an einer Bergflanke immer wieder auf und ab, …

…ehe sich der Pfad weiter unten durch Wiesen schlängelt.

Knapp über Arosa die Station von Endura: Mindestens fünf Sekunden musste man im Trackstand auf dem Bike balancieren. Eine Dame stand mehr als neun Minuten (!) dort und holte sich die inoffizielle Balancierkrone.

Zieleinlauf mitten in Arosa.

Statt Riesenschnitzel gibt's in Arosa abends Nudeln mit „Ghacktem“ für alle Teilnehmer.

Das Riesenhörnli, den Siegerpokal, holte sich das Team Hörnlimaster's mit Stephan Widmer und Dominic Tscharf. Sie kamen mit ihrer Zeit von 4:43,19 Stunden der Mittelzeit am nächsten.

Die schnellsten drei Damen-Teams: Gewonnen haben Anina Flüeler/Nora Zimman (Mitte) in einer Zeit von 3:15,44 Stunden.

Bei den Herren-Teams stehen drei einheimische Duos auf dem Podest: Andreas Blum/Urs Riedi (Mitte), Timo Wattinger/Simon Gerber (links) und Heinz Herger/Daniel Wohlgensinger.

Schlagwörter: Arosa Graubünden Hörnlijagd Lenzerheide Rasenmäher Rennbericht Singletrails


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