Enduro World Series 2015 #2 in Irland

Kennen Sie Greg Callaghan?

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 6 Jahren

Die Enduro World Series 2015 sollte ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Fabien Barel und Jerôme Clementz werden. In Irland blieben beide glücklos – Lokalmatador Greg Callaghan holte sich den Sieg.

Die Enduro World Series 2015 (EWS) wird wohl eine der spannendsten überhaupt. Schon im Voraus wurden knappe Entscheidungen prognistiziert. Bei den Herren mit Fabien Barel (Canyon), der sich von seinem Horror-Crash vergangenes Jahr bei der EWS in Chile erholt hat, und Jerôme Clementz (Cannondale). Bei den Damen mit Anne Caroline Chausson (Ibis) und Tracey Mosley (Trek).

Höhenmeter müssen gemacht werden. Aber da es hier ja nicht auf die Zeit ankommt, sind ein paar Spielereien schon erlaubt.

Der erste Lauf der EWS in Rotorua (Neuseeland) Ende März bestätigte die Erwartungen. Über verwurzelte, steile Trails durch den Urwald am „Ende der Welt“ führten die Stages die Fahrer. Jerôme Clementz sicherte sich Platz eins bei den Herren, dicht gefolgt von Fabien Barel. Bei den Damen hatte Anne Caroline Chausson ganz knapp die Nase vorn. Ihr folgte Tracy Mosley. Ganz wie erwartet also.

Anfangs in Irland Favoriten vorne

Auch beim zweiten Lauf der EWS im County Wicklow, etwa eine Autostunde südlich von Dublin, sah es zunächst ganz nach einem erneuten Kopf-an-Kopf-Rennen der vier Favoriten aus. Auf stattlichen 47 Kilometern Gesamtdistanz mussten etwa 1760 Höhen- und ähnlich viele Tiefenmeter bezwungen werden.

Stage 7 war extrem steil. Kein Wunder, dass sich Anne Caroline Chausson hier den Sieg holte.

Stage 1 lief noch wie erwartet. Fabien Barel lag das felsige Terrain, er holte sich die Führung, während Jerôme Clementz etwas zurückstecken musste. Bei den Damen wie gewohnt Tracy Mosley vor Anne Carolin Chausson. Doch den meisten Beifall bekam wohl Greg Callaghan (Cube Action Team), der auf die respektable dritte Position fuhr. Überhaupt: Die irischen Fans säumten fast die gesamte Strecke und sorgten für wahnsinnige Stimmung.

„Die Fans waren unglaublich. Ich stand gerade erst am Start, da drehten sie schon völlig durch, es war verrückt. Sie waren der Wahnsinn und brachten mich dazu, noch härter zu pushen“, sagte Greg Callaghan später. Ob es nur das war, oder ob der Ire einfach besser an die Bedingungen gewöhnt war? Wir wissen es nicht. Jedenfalls griff er ab Stage 2 voll an.

Die EWS hat eine ganz besondere Stimmung: Kein verkrampftes Renn-Event, sondern eher eine große Party. Hier feiert Nico Lau mit den Fans.

Callaghan drehte den Gashahn auf

Callaghan knallte eine Bestzeit nach der anderen hin und rückte ab Stage 5 auf den ersten Platz in der Gesamtwertung vor. Jerôme Clementz hatte viel Zeit auf die Führenden verloren, Fabien Barels Hoffnungen auf den Gesamtsieg wurden ebenso – wie die seines Teamkameraden Joe Barnes – durch Reifenprobleme zunichte gemacht.

Auch Anne Caroline Chausson lagen die flachen Stages 3 bis 5 nicht wirklich. Sie musste Tracy Mosley ziehen lassen, die eine Stages-Bestzeit nach der anderen einfuhr. Ihre Ehre und den zweiten Platz in der Gesamtwertung sicherte Chausson aber mit einem Sieg auf der letzten Wertungsprüfung. Der dritte Platz in der Gesamtwertung ging an Cecile Ravanel (Commencal), Platz vier an Anneke Beerten (Specialized).

Das Podium der Damen: Anne Caroline Chausson, Tracy Mosley und Cecile Ravanel (von links).

Und Callaghan? Der hatte immerhin neun Sekunden Vorsprung als er auf die letzte Wertungsprüfung ging. Dennoch würde ihn ein Sturz oder ein mechanisches Problem in jedem Fall den Sieg kosten. Aber er konnte mit dem Druck gut umgehen und fuhr den Gesamtsieg sicher nach Hause.

Das Podium der Herren: Justin Leov, Greg Callaghan mit der Irland-Flagge und Richie Rude (von links).

Frenetischer Jubel und die Farben Blau, Orange (für das Team Cube) und Grün (für Irland) erwarteten den Newcomer im Ziel. Kein Wunder bei einem Sieg bei einem EWS-Lauf in der Heimat. Callaghans bestes Ergebnis bisher war ein achter Platz beim letztjährigen EWS-Lauf in Schottland gewesen. Auf Platz zwei landete Justin Leov (Trek), Platz drei ging an Richie Rude (Yeti/Fox). René Wildhaber fuhr auf den siebten, Jerôme Clementz auf den achten und Dan Atherton auf den zehnten Platz.

Hier die kompletten Ergebnisse .

Themen: Anne-Caroline ChaussonEnduro World SeriesFabien BarelJerome Clementz


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