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Enduro-Blog 2016 von Raphaela Richter #2

Enduro-DM: Das besondere Rennen

  • Raphaela Richter
 • Publiziert vor 4 Jahren

In Schöneck hatte Raphaela Richter 2012 ihr erstes Enduro-Rennen bestritten. Nun holte sie sich mit 18 Jahren dort den Deutschen Meistertitel im Enduro. Wie, das erzählt sie in ihrem Race-Blog.

Das Rennen in Schöneck war nicht nur ein ganz besonderes für mich, weil dort die Deutsche Meisterschaft ausgetragen wurde, sondern weil ich 2012 dort auch mein erstes Enduro-Rennen überhaupt bestritten habe. Natürlich war es trotzdem nochmal ein anderes Gefühl, um die schwarz-rot-goldenen Streifen zu kämpfen. Außerdem war meine komplette Familie, mein Freund und meine beste Freunde vor Ort. Alles Faktoren, die meine Aufregung noch mehr steigerten. Zum Glück konnte ich trotzdem einen relativ kühlen Kopf bewahren.

Apropos kühler Kopf: Den hatte ich nicht das ganze Wochenende über. Vor dem Prolog durch die Bikewelt Schöneck verspürte ich doch große Aufregung und hielt es für sehr angemessen, mich gut aufzuwärmen. Mit warmen Beinen und eigentlich gutem Gefühl stand ich also am Start und fuhr einen sauberen Lauf ins Ziel. Doch als ich dort ankam, blinkte nur die dritte Zeit auf. Meine Enttäuschung konnte ich in diesem Moment nicht wirklich verbergen, was mir für die anderen Mädels leid tat. Natürlich haben die sich das gute Ergebnis redlich verdient. Ich musste also der Wahrheit ins Auge blicken und feststellen, dass ich an diesem Abend nicht genug Dampf im Kessel hatte.

Die Organisatoren der DM in Schöneck haben wieder spannende und physische Strecken zusammengestellt.

Die dritte Stage schlängelte sich rechts neben der Skisprungschanze von Klingenthal den Hang hinunter.

Nach einer Nacht in meinem Bett zu Hause, in der ich nicht sonderlich gut schlief, startete der Sonntagmorgen recht zäh. Auf den ersten beiden Stages kam ich bis auf ein paar zu vorsichtig angegange Kurven gut und sturzfrei durch, aber ganz wach war ich irgendwie nicht. Die ersten drei Stages waren durch den nächtlichen Regen noch sehr nass und der Boden trocknete erst tagsüber ab, weshalb auf Wiesenkurven und hängenden Wurzelstücken Vorsicht geboten war. Stage drei war der Klassiker an der Skisprungschanze in Klingenthal. Für den Transfer waren ein paar Kilometer zurückzulegen. Doch als ich dort ankam, bin ich wenigstens mal aufgewacht und konnte eine nahezu perfekte Stage absolvieren. Stage vier fand wieder in der Bikewelt statt.

Die Wurzelstücke im Wald waren immer noch sehr glatt, aber die Wiesenkurven zum Glück nicht mehr wirklich. Trotzdem ging ich wieder zu verhalten ran und hätte schneller fahren können. Aber danach ist man eben immer schlauer. Die letzten beiden Stages vor der Auswertung der Transponder waren in der Nähe des Steinbruchs auf der anderen Seite der Stadt. Der frische Boden dort gefiel mir richtig gut, doch das Gefälle war schon eher gering, was meiner Meinung nach diese Wertungsprüfungen eindeutig zu den physisch anspruchsvollsten des Tages machte. Trotzdem fand ich die Streckenwahl, die der Veranstalter getroffen hat, richtig, denn Enduro hat sich eben zu einer physischen Disziplin entwickelt. Außerdem war ja trotzdem noch Fahrtechnik gefragt.

Nach einer zweistündigen Pause für mich, in der ich meine nasse Kleidung wechseln und mich etwas ausruhen konnte, war noch die siebte Stage durch die Bikewelt zu absolvieren. Nach der Transponder-Auswertung lag ich mit einem 26-Sekunden-Polster auf Rang zwei in Führung und ging als letzte Frau an den Start. Leider hatte das Wetter nicht für den ganzen Tag mitgespielt, so dass die letzte Stage noch einmal bewässert wurde. Konzentriert, flüssig und mit Spaß ging ich es an und verteidigte meine Führung.

Mit 25 Sekunden Vorsprung holte Richter den Titel, auch in der Gesamtwertung der Specialized-Sram Enduro Series führt die junge Fränkin.

Bis zur Deutschen Meisterschaft nächstes Jahr darf ich nun also mit einem schwarz-rot-goldenen Ärmel Enduro-Rennen bestreiten und versuche den Titel auch international in Ehren zu halten. Etwas abgeschwächt wird mein Titel aber durch das Fehlen von Vorjahressiegerin Ines Thoma, welche verständlicherweise das Enduro World Series-Rennen in Aspen der Enduro-DM vorgezogen hat.




Servus, man sieht sich.
Eure Rapha


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Themen: BlogDeutsche MeisterschaftEnduroRace-BlogRaphaela RichterRennberichtSchöneckVogtland


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