Downhill Worldcup 2019 #2 Fort William: Rennbericht

Pierron und Atherton siegen – Nina Hoffmann auf Rang 3

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor einem Jahr

Strömender Regen und heulender Wind begleiteten dieses Finale in Fort William. Bei den Damen wie bei den Herren wurde der Sieg hart umkämpft, Nina Hoffmann fuhr bis auf Rang drei nach vorne. Wahnsinn!

Drei Kilometer lang, 550 Tiefenmeter, Steine, Felsen, Wurzeln und fünf Minuten Vollgas. Schon an den bloßen Daten lässt sich ablesen, dass Fort William zu den heftigsten und vor allem längsten Strecken im Worldcup-Zirkus gehört. Und dann liegt der Track natürlich auch noch mitten in den schottischen Highlands, im Schatten des Ben Nevis, des höchsten Bergs der britischen Inseln. Klingt also, als hätte der Downhill-Gott persönlich die Austragung von Rennen an diesem Ort befohlen.

Pechvogel: Erst wurde Aaron Gwin in Fort William das Racebike aus dem Auto geklaut, dann flog er im Finale in einer der ersten Kurven spektakulär über den Lenker. Ein Rennen, dass der Amerikaner sicher gerne schnell wieder vergessen würde.


2002 war das erste Jahr, in dem der Worldcup in Fort William gastierte und in diesem Jahr, wie im ersten Jahr des Rennens bleibt der Ben Nevis und das gesamte Highland-Panorama versteckt hinter Regen, Wolken und Starkwind. Gerade im oberen Teil der Strecke heulte der Wind bis in unsere Fernseh-Lautsprecher hinein, doch die Weltcupelite ließ sich davon nicht aus der Fassung bringen.

Rachel Atherton war wieder nicht zu schlagen. Tracey Hannah war zwar nah dran, aber am Ende hatte die Britin das letzte Wort.

Rachel Atherton fehlerlos – Nina Hoffmann fährt auf Platz drei!


Im Rennen der Damen läuft alles wie geplant. Naja, fast alles. Denn Rachel Atherton und Tracey Hannah bewegen sich in Abwesenheit von Myriam Nicole und Tahnée Seagrave in ihrer eigenen Liga. Am Ende fand die Britin jedoch die saubereren Linien und auch wenn lange nicht alles perfekt lief, konnte sie ihren Vorsprung doch erfolgreich gegen ihre australische Konkurrentin verteidigen, die damit auf Platz zwei das Nachsehen hat.

Im Matsch war Nina Hoffmann ganz besonders schnell. Aber auch sonst leistete sie sich keine Fehler. Für den dritten Rang reichte das am Ende. Ein unglaubliches Ergebnis für die Deutsche.


Platz drei allerdings ging an eine, mit der wohl nur wenige gerechnet hatten: die Deutsche Nina Hoffmann. Sie schlug sich schon im Training gut, fuhr in der Qualifikation auf Platz vier und konnte den Schwung auch mit in ihren Ziellauf nehmen. Fast fehlerfrei fegte sie über die matschige Strecke und konnte ihr Glück im Ziel kaum fassen. Es ist das erste Worldcup-Podium für die deutsche Meisterin, die gerade erst ihr sechstes Worldcup-Rennen bestritten hat. Und im Übrigen das beste Ergebnis einer deutschen AthletIn seit Manuel Fumic in Windham 2015 . Wir gratulieren und sind gespannt, wozu Hoffmann mit ein bisschen mehr Erfahrung noch in der Lage sein wird.

Ein schwieriger Kompromiss: Im mittleren Teil der Strecke tiefer Schlamm, sonst viel Grip. Die meisten Fahrer entschieden sich gegen Matschreifen und rutschten lieber ein bisschen. Für Tracey Hannah reichte es am Ende für Platz Zwei. Ein gutes Ergebnis, auch wenn sie sicher lieber gewonnen hätte.

Das Podium der Damen: Marine Cabirou, Tracey Hannah, Rachel Atherton, Nina Hoffmann und Veronika Widmann (v. links).

Minnaar mit solider Leistung aber ohne Spitzenzeit


Lang war der Weg zum Sieg dagegen bei den Herren. Der Hotseat wurde ständig neu besetzt und auch als das Rennen ernst wurde, konnte sich kaum jemand auf dem ersten Platz so richtig sicher fühlen. Der österreichische Meister David Trummer fuhr ein gutes Rennen und landete eine Weile ganz oben auf dem Podium, wurde dann aber von Greg Williamson und Weltmeister Loic Bruni entthront.

Loic Bruni konnte mit einem guten Run überzeugen. Ganz so schnell wie in Maribor vor einigen Wochen war er allerdings nicht.

Greg Minnaar. Ebenfalls schnell, aber andere waren eben noch schneller.


Dass Greg Minnaar dann seinerseits den Weltmeister aus dem Sattel hob, dürfte kaum überraschen. Schließlich ist der Südafrikaner nicht umsonst "Mister Fort William". Doch sein Run war nicht so gut wie er sich sicherlich erhofft hatte. Nur um gut eine Zehntelsekunde war Minnaar schneller als Loic Bruni, vielleicht hatte er sich im schlechten Wetter etwas zu sehr zurückgehalten, um endlich ein gutes Resultat einzufahren und sich so wenigstens für die nächsten Worldcups einen festen Platz im Finale zu sichern.

Iles geht in Führung

Finn Iles war verdammt gut unterwegs. Vielleicht erinnerten ihn die feuchten Bedingungen auch an zu Hause und er war deswegen so schnell. Egal, jedenfalls ist Platz vier sein bis jetzt bestes Ergebnis im Worldcup überhaupt.


Die Rechnung kam prompt. Und wie es das Schicksal so wollte war es ausgerechnet einer der jüngsten Fahrer des Feldes, Finn Iles, der den ältesten entthronte. Iles schoss ohne jegliche Zurückhaltung über die Strecke, glänzte besonders im Mittleren Abschnitt und konnte so einen guten Vorsprung auf Minnaar herausfahren. Trotzdem blieb dem Kanadier am Ende noch genug Energie für den gut eine Minute lang andauernden Zielsprint und er ließ sich seine Top-Zeit nicht mehr nehmen. Ein unglaublich starker Run, aber genug für einen Sieg?

Pierron verliert Dichtmilch, bleibt aber unschlagbar

Amaury Pierron duckt sich um genug Schwung für den Motorway mit seinen vielen Sprüngen mitzunehmen.


Eine Zeit lang sah es so aus, denn sogar Größen wie Danny Hart oder Brook MacDonald scheiterten an Iles Zeit. Aber Troy Brosnan wurde ebenfalls von seiner Erinnerung an frühere Erfolge in Fort William angetrieben und machte Iles dann doch noch den Garaus. Schlucken mussten wir bei Amaury Pierron: Der Franzose schoss noch schneller als Brosnan über die Strecke, doch dann trat in der Mitte der Strecke Dichtmilch aus dem Hinterreifen aus. Aber Pierron hatte Glück, der Reifen hielt und er konnte seinen Vorsprung von über drei Sekunden bis ins Ziel retten. Nach seinem Debütsieg im letzten Jahr ist es bereits der zweite Sieg in Fort William für den Franzosen.

Das Podium der Herren: Finn Iles, Troy Brosnan, Amaury Pierron, Loris Vergier und Danny Hart (v. links).

Alle Ergebnisse zum UCI Mountain Bike Worldcup in Fort William finden sie auf der Website der UCI . Die Wiederholung ist nach wie vor noch auf Redbull.tv zu sehen.

Themen: Amaury PierronAthertonsDownhillfort williamNina HoffmannRachel AthertonRennberichtSchottlandUCI WorldcupWorldcup 2019


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