Altmeister Greg Minnaar holt 17. Worldcup-Sieg Altmeister Greg Minnaar holt 17. Worldcup-Sieg Altmeister Greg Minnaar holt 17. Worldcup-Sieg

Downhill Worldcup 2015 #2 in Fort William

Altmeister Greg Minnaar holt 17. Worldcup-Sieg

  • Adrian Kaether
 • Publiziert vor 5 Jahren

Der Downhill-Worldcup in Fort William war ein wahres Feuerwerk an Überraschungen. Favoritin Emmeline Ragot stürzte, ebenso wie Manon Carpenter. Greg Minnaar feierte ein eindrucksvolles Comeback.

Während man in Deutschland bei über 30 Grad und Sonnenschein am Badesee liegen konnte, fror am vergangenen Wochenende die Downhill-Elite in Schottland bei zwölf Grad und Nebel. Der Regen am Samstag hatte den Kurs aufgeweicht, das Qualifying musste wegen des schlechten Wetters auf Sonntag verschoben werden.

12 Grad, Matsch und Nebel

Obwohl es am Sonntag ein wenig trockener wurde, besserten sich die Bedingungen nicht wesentlich. Tückischer, böiger Wind fegte über die Rennstrecke und machte jeden Sprung zu einer Mutprobe. Überhaupt begünstigte der Kurs in Fort William Fahrer mit viel Erfahrung und bester körperlicher Fitness.

Im obersten Abschnitt galt es, möglichst viel Schwung mit durch die engen Kurven des sich windenden Singletrails mitzunehmen, bevor die Fahrer mit den ersten Steinfeldern konfrontiert wurden. Wer hier die direkte Line wählte, ging zwar ein gewisses Risiko ein, verlor aber auch keine Zeit.

Loic Bruni war in Fort William wieder schnellster Qualifier. Im Rennen musste er dagegen die ersten Plätze an Gwin und Co. abgeben.

Der eigentliche Schlüssel zum Sieg in Fort William war der mittlere Abschnitt. Durch einen Wald mit um die 65 Prozent Gefälle führte die Strecke dort. Der Untergrund war matschig, die Bäume standen eng beieinander. Eine falsche Linie und selbst die besten Downhiller der Welt blieben im tiefen Matsch stecken. Hier zahlte sich offensichtlich die langjährige Erfahrung einiger Piloten aus.

Mehr als Fünf Minuten Fahrzeit

Danach waren Effizienz und Fitness entscheidend. Wer nicht schnell genug war, der verlor viel Zeit über die großen Sprünge im unteren Abschnitt und wurde dazu noch übel ausgebremst. Kein Wunder also, dass einige Fahrer sich im obersten Abschnitt, der viel Treten zuließ, sehr zurückhielten, um dann unten voll angreifen zu können.

Rachel Atherton im oberen Abschnitt der Strecke.

Im Ziel angelangt waren viele Fahrer so entkräftet, dass sie kaum noch vom Rad steigen konnten. Kein Wunder bei einer Strecke, die so lang war, dass selbst die schnellsten Männer nur um Sekunden die Fünf-Minuten-Marke knacken konnten. Fort William ist ohne Zweifel die anstrengendste Strecke der Worldcup-Saison der Downhiller.

Erfahrung und Fitness vorne

Das spielte offensichtlich den erfahreneren Fahrern in die Karten. Sie verloren weniger Speed in technischen Abschnitten und konnten so besser mit der extremen Länge der Strecke umgehen.

Die erste Frau mit einer wirklich schnellen Zeit war Tahnee Seagrave. Mit viel Flow und einer guten Linienwahl konnte sie sich deutlich von den vorangegangen Fahrerinnen distanzieren. Aber schon Rachel Atherton, die als nächste startete, konnte Seagraves Zeit toppen. Vor allem im mittleren Abschnitt konnte sie mehr Speed mitnehmen und griff im untern Abschnitt voll an. Im Ziel angelangt, brauchte Rachel Atherton dann einige Sekunden, bis sie sich wieder orientiert hatte. Über den Lenker gebeugt und nach Luft schnappend übernahm sie die Führung.

Sowohl Tracey Hannah als auch Katy Curd und Vorjahressiegerin Emmeline Ragot bissen sich die Zähne an Rachel Athertons Zeit aus. Emmeline Ragot stürzte sogar im mittleren Abschnitt und verlor dadurch viel Zeit. Erst Manon Carpenter hatte wieder Chancen auf den Sieg. Sie lag nach dem zweiten Abschnitt sogar leicht in Führung, doch sie ging ein zu großes Risiko ein, als sie im unteren Abschnitt eine extreme Linie über einen schwierigen Sprung wählte.

Sie sprang zu kurz, ihr Hinterrad landete unsanft vor der Landung und katapultierte sie über den Lenker. Schade, denn wahrscheinlich hätte sie auch ohne den waghalsigen Sprung gewinnen können. So landete sie immerhin noch auf dem vierten Platz. Platz drei ging an Emmeline Ragot, Tahnee Seagrave wurde Zweite und Rachel Atherton gewann.

Das Podium der Damen: Manon Carpenter, Tahnee Seagrave, Rachel Atherton, Emmeline Ragot und Katy Curd (von links).

Rachel Atherton und Tahnee Seagrave freuen sich über die ersten beiden Plätze.

Eindrucksvolles Comeback von Greg Minnaar

Wie bereits in Lourdes legte Aaron Gwin auch in Fort William recht früh im Rennen der Männer eine extrem gute Zeit vor. Marcelo Gutierrez Villegaz und Gee Atherton gelangten zwar in Reichweite von Gwins Zeit, konnten sie jedoch nicht unterbieten. Steve Smith, Remi Thirion und Samuel Blenkinsop waren alle weit davon entfernt, Gwins Zeit zu schlagen.

Für Gee Atherton läuft die Saison noch nicht wie geplant.

Als nächster startete mit Greg Minnaar dann ein Fahrer, den viele schon zum "Alteisen" gezählt hatten. 16 Worldcup-Siege und drei Weltmeistertitel hat Minaar in seiner Karriere im Downhill bereits eingefahren. Er ist bereits 34 Jahre alt. Aber dass er immer noch extrem schnell ist, bewies er in Fort William eindrucksvoll.

Schon in Lourdes fragten sich die Zuschauer vergeblich, wie Aaron Gwin so viel Zeit auf seine Konkurrenten gutmachen konnte. In Fort William sah es zunächst ähnlich aus, bis ausgerechnet Greg Minnaar die scheinbar unschlagbare Zeit von Gwin pulverisierte. Damit gehen nun insgesamt 17 Worldcup-Siege auf Minnaars Konto und er zieht mit Altmeister und Teamkollege Steve Peat gleich.

Greg Minnaar hat nach einer langen Durststrecke wieder einen Downhill-Worldcup gewonnen.

Der zweite Platz ging an Aaron Gwin, der damit die Gesamtführung im Downhill-Worldcup verteidigt. Auf Platz drei landete Marcelo Gutierrez Villegaz, Gee Atherton auf Platz vier und Sam Blenkinsop auf Platz fünf.

Sie wollen das Worldcup-Rennen von Fort William in der Wiederholung sehen? Hier geht's zur Übertragung von Red Bull TV .

Themen: Aaron GwinDownhillfort williamUCI WorldcupWorldcup


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